The Secret Diary of Adrian Mole, Aged 13¾

2. April 2010

An Adrian Mole hatte ich cirka 20 Jahre nicht gedacht, erst gerade eben wieder und sehe dann, daß er am 2. April 1967 Geburtstag hat.

5:11 mit einer solchen Gewalt scheint der Mond in mein Bett!
17:07 An Karfreitag Wäsche gewaschen. Sie zerfiel. Kinder, die am Karfreitag zur Welt kommen, werden sich später erhängen oder sterben eines gewaltsamen Todes. Auch stellt man kein Kalb auf, das am Karfreitag geboren ist. Dagegen hat man es gern, wenn jemand am Karfreitag stirbt; er wird selig, seine Knochen werden nie verwesen. Steht eine Leiche am Karfreitag im Hause, so schlägt es in dem Jahre nicht ein. Ein Begräbnis hält schwere Gewitter vom Dorfe fern. Dagegen wieder: Liegt am Karfreitag eine Leiche im Orte, so gibt es im Laufe des Jahres ein Schadenfeuer, meist durch Blitz. Besuch der Kirchhöfe am Karfreitag dient hier und da auch abergläubischen Zwecken. In Siebenbürgen holt man vom Friedhofe Attich, ein Mittel gegen jede Krankheit. Mädchen schenken ihren Liebsten ein auf dem Friedhofe rotgesottenes Ei, um bei ihnen Liebe zu entzünden.
In der Mitternachtsstunde verwandelt sich alles fließende Wasser in Blut. Das Vieh redet. Alles Verwünschte muß sich regen. Pilatus zeigt sich auf seinem Throne auf der Oberfläche des Pilatussees. Schatzberge öffnen sich, Schätze sonnen sich, und die Schatzjungfrau könnte erlöst werden, aber es mißlingt. Versunkene Glocken läuten, aus dem Teiche, der ein Gasthaus verschlungen hat, kräht der Hahn, Das wilde Heer zieht durch die Luft, und der ewige Jäger ist verdammt, weil er am Karfreitag gejagt hat.
Zerbissenes Gebäck, unters Kopfkissen gelegt, dient in Ungarn zum Liebesorakel. Sieht man zur Zeit des Passionsgottesdienstes ein Geldstück auf den Boden rollen, so greife man schnell mit der Hand an den Kopf; soviel Haare man anfaßt, soviel Geldstücke findet man im Jahre; die angefaßten Haare aber fallen aus.
Ein vortreffliches Mittel gegen Augenübel ist, sich am Karfreitag, während die Scheidung geläutet wird, im Namen Jesu die Augen zu waschen. Die Hände soll man mit Froschlaich waschen, das verhindert ihr Aufspringen. Gegen Magenleiden trinkt man vor Sonnenaufgang in den drei höchsten Namen Essig. Ein aus Sargnägeln oder -griffen geschmiedeter Ring vertreibt Gicht und Gliederschmerzen. Nach Grimmelshausen werden die Gichtringe am Karfreitag von nackten Schmieden aus einer Galgenkette geschmiedet. Besonders zahlreich sind die Mittel gegen Zahnschmerzen. Auch ist der Tag gut zum Aderlassen der Haustiere. Gegen Bruchschaden zieht man Kinder durch den Spalt eines Baumes. Auch das Verbohren und Vernageln von Krankheiten ist häufig. An manchen Orten wird der „Schlag mit der Lebensrute“ vollzogen. Wer am Karfreitag mittags um 12 Uhr in der Erde gräbt, findet kleine Kohlen; die sind gut gegen vielerlei, vornehmlich gegen Krämpfe. Wenn eine am Karfreitag drei Messerspitzen voll Mehl, etwas von einem Brot Geschabtes und noch ein „Stücklein“ einnimmt, so wird sie ein ganzes Jahr nicht schwanger.

Am Karfreitag gesäetes Kraut wird groß und fett. In die Erbsen kommen keine Würmer. Auch Bohnen soll man setzen. Klee gedeiht, wenn man vormittags Asche auf die Erde streut. Zwiebeln, die am Karfreitag gesäet werden, werden gut; das kommt von den Tränen her, die an diesem Tage um Christus geweint werden (…); Die ganze Natur trauert; die Zweige der Bäume senken sich tiefer; die Tiere neigen im Stalle um Mittag wie müde ihr Haupt. Die Sonne scheint nicht oder trauert bis nachmittags drei Uhr. Im Ammerlande wird sogar das am Gründonnerstag für Ostern glänzend geputzte Geschirr den Karfreitag über in Körbe verpackt. Wer mit geputzten Schuhen geht, wird von Ottern und Nattern gebissen. In den Eiern glaubt man Kreuze wahrzunehmen. Sagen berichten von Häusern und Städten, die versunken sind, weil in ihnen der Trauertag durch Tanzen entweiht ist. Wer nicht zur Kirche geht, schläft zu Hause den ganzen Tag hindurch (Angerburg-Goldap). Doch hat sich die lärmende „Rumpelmette“ des Gründonnerstags hier und da auch auf den Karfreitag übertragen wie auch das „Judasverbrennen“ und „Judasstürzen“ (Herabwerfen von Katzen vom Turm).

Wer am Karfreitag unertappt stiehlt, kann das ganze Jahr hindurch mit gleicher Sicherheit stehlen.

E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Berlin und Leipzig 1932

Dreimal fragte ich die Galerie nach dem Namen des Kunden und dreimal wurde er nicht genannt. Dann läutete es an der Haustür und Frau Cresimon fuhr mir dreimal mit der Lebensrute durchs Gesicht, alsdann die „Stücklein“ herausfallen taten.

Ja das sind Farben!

30. März 2010

mit-das-schoenste.jpg haltbar bis 31.12.2014. Mein Leben ist vorbei. Froh über jede schöne Verpackung, die nicht von dummen Grafikern verbessert wird. Kann traurig sein, ist es aber in diesem Fall nicht. Gründonnerstag werden die Eier gefärbt. An fetten Speck denken.

Heute war mehrere lustige Korrespondenz, am meisten gelacht habe ich über die Post von Michael, dem ich scheinbar ca. 1990 (ich komme auch nur drauf wg. Herrhausen) eine VHS-Kassette aufgenommen haben muß, die er jetzt im Keller gefunden hat und mir auf DVD überspielt und das Titelblatt kopiert.
Cruel.

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Das einminütige „Erinnerungen, die bleiben.“

 

Pofalla

26. März 2010

Michaela Eichwald
at After the Butcher, Berlin
march 6th – april 17th, 2010
POFALLA, willst du mir jetzt komplett den Garaus machen?

There is something satisfying about looking at Berlin based artist Michaela Eichwald’s work presented in a solo-show at After the Butcher, space for art and social questions run by artist Thomas Kilpper. It’s as if Eichwald did a synthesizing job, fusing together heterogeneous elements in one big frieze while at the same time leaving a generous amount of openness and randomness to the piece. Titled „POFALLA, willst Du mir jetzt komplett den Garaus machen?“, the horizontally stretched out paper frieze embraces two thirds of the exhibition space and is the result of eight days of laying out material, choosing and painting on site. As a finished product, it continues to make the visitor feel included in the process of „handling material“, be it Mr. Pofalla, head of the Federal Chancellery of Germany, or text referring to Mike Kelley.

With a background in philosophy, writing and visual production go hand in hand in Eichwald’s practice. Texts by the artist or quotations by other authors are combined with (film) posters, illustrations of works by artists friends or wrapping paper from an ice-cream store. Paint and gloss varnish are applied on and around this personal collection in an abstract, gestural way, liquidly running down the paper in some parts, in others applied in a thicker consistency, forming a framing matrix of matter. Beyond reflecting the special syntax of painting, the fries works like an index for the connectivity between sensual and intellectual activity in general and advocates subjective practice.

Judith Raum

Vintage Boho Granny Goa

11. März 2010

Dieses Eichhörnchen wollte ich heute ersteigern  !BnkPlE!Bmk~$(KGrHqMH-DsEts.jpg

stattdessen das bekommen  !BnU7ZjwB2k~$(KGrHqUOKkUEu!.jpg

Dann war ich mit Matthias in der Walton Ford Ausstellung, welche – besonders im Detail – langweilig ist und man sich fragt, wozu der ganze Aufwand, die ewige Strichelei. Es war natürlich trotzdem schön, wie praktisch jede Unternehmung.

13.3.10

Politik

Auf dem Nettelbeckplatz steht eine kleine Kirmes, ein paar Stände, Würstchen, Musik, eher schlecht bis gar nicht besucht. Ich wollte dran vorbeigehen, da sah ich ein paar Holzhäuser, die gut aussahen, eine selbstgebaute Westernstadt mit Schmiede, Kirche, Saloon usw. in (meiner Erinnerung) der Art der Pappmodelle von A.R. Penck von 1973 oder wann, nur aus Holz halt und schön angestrichen. Ich fragte eine der beiden Frauen am Stand, ob da eine Bahn dazugehört, oder Püppchen oder nur so? – Nur so. Aus der Holzwerkstatt. – Könnte ich da ein einzelnes Haus kaufen? Die Kirche zum Beispiel? – Da müsse sie den fragen, der das gebaut hatte. Am Nachbarstand saß ein dicker großer grauhaariger Mann. Der sagte: nur alle zusammen. Aber einzeln geht auch. Die Frau schlug 3 Euro vor, sehr günstig. Die Kirche ist sicher 30 x 30 x 40 groß. Ja, prima! sagte ich. Ich müsse zuerst hinten zu der Bude gehen und für 3 Euro Gold-Dollar kaufen, dann wiederkommen und bezahlen. – Ok! super! – Ging zu einem kleinen Zelt quer über den Platz, da saßen zwei Frauen drin die die Gold-Dollar verkauften. – Guten Tag, ich hätte gern für 3 Euro Gold-Dollar. – Kommen Sie denn vom Job-Center? – Nein. – Sind Sie denn sozial bedürftig? – Wieso? nö. – Dann können Sie keine Gold-Dollar kaufen. – Warum? – Hier ist ein Markt für Leute, die sich sonst das nicht leisten könnten. – Ach so. Dann darf ich hier gar nichts kaufen? – Nein, nur Bedürftige. – Ja, das ist ja gut, aber das ist doch blöd, ich wollte da hinten eine kleine Kirche aus Holz kaufen und jetzt muß ich gleich zu der Frau da gehen und ihr sagen, ich könnte die Kirche nicht kaufen, weil ich zuviel verdiene? – Ja, leider. – Aber das ist doch doof, hier sind doch auch sonst gar keine Käufer. – Ja, aber wir haben den Sozialmarkt extra dafür eingerichtet.
Ohne zu begreifen ging ich zurück und sagte der Frau mit den Häuschen ich DÜRFTE die Kirche nicht kaufen, weil ich ZU REICH sei. Der Frau tat es leid, den Frauen in dem Zelt hatte es auch leid getan. Vielleicht leider ein bißchen hirnrissig die Arme-Leute-Politik. (Als würde sich ein Hartz4-Empfänger eine selbstgebastelte, windschiefe Holzkirche kaufen und bei sich ins Schlafzimmer stellen. Ich hätte auch 7 Euro bezahlt! Jetzt aber habt ihr das Geld nicht und ich die Kirche nicht. Oder bin ich Karola Kraus mit so einem Denken?, dachte ich auch kurz.)(schlechter Text aber ich kann irgendwie nichts dafür.)

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Einladung

3. März 2010

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Michaela Eichwald

5. März 2010 ab 19 Uhr

Ausstellung 6. März bis 17. April 2010
Öffnungszeiten: nach telefonischer Vereinbarung
++49(0)179-9473040

after the butcher Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst & soziale Fragen
Spittastr.25 10317 Berlin
www.after-the-butcher.de

S-Bahn: S5, S7, S75 bis Nöldnerplatz, S3 bis Rummelsburg
Bus: 196 bis S-Bhf. Nöldnerplatz, 194 bis S-Bhf. Rummelsburg, Tram: 21 bis Marktstr.

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„Beitrag zur Lage auf der Höhe der Zeit mit Ich als Modell mit teilweise individuellen Zügen war irgendwie angestrebt worden, mit Techniken, die keine sind, sich ihren Weg selber suchen, am besten täglich, wenn es geht.“

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NEWS
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Magischer Zirkel

28. Februar 2010

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Im Haus wo die Galerie Bortolozzi drin ist, am Schöneberger Ufer, ist offenbar auch der Magische Zirkel Berlin untergebracht. Mit Blick auf den Briefkasten des Magischen Zirkels im Treppenhaus wurde meine Laune sofort gut, denn ich dachte an Jürgen Bartsch und sagte zu den Frauen, die mit mir auf der Treppe saßen, daß Jürgen Bartsch auch Mitglied im Magischen Zirkel war. Aber niemand kannte Jürgen Bartsch, die Bestie von Langenberg, oder den Magischen Zirkel. Der hätte so eine tolle Sprache am Leib gehabt, der hätte so tolle Briefe geschrieben, sagte ich noch. Dann sei er später bei der Kastration gestorben. – Aha.

Besuchen Sie die Ausstellung von Nora Schultz.

Themawechsel (Umgang)

20. Februar 2010

Als ich gerade bei Fit im Wedding auf dem Fahrrad saß, habe ich angefangen Faserland zu lesen, zum ersten Mal und mußte ein paarmal unheimlich lachen, gerade bei den Stellen, wo gefurzt wird oder sich welche ins Bett scheißen und bedauere ein bißchen, daß ich das Buch erst jetzt lese, es hätte mir sicher auch damals schon gefallen. Das ist ein zusätzlicher Nachteil am Armer Mensch Sein: man kriegt nicht nur sowieso viel weniger mit, man ist auch noch ignorant. Ich gebe aber zu bedenken, daß es schwierig ist mit der Welt der Wohlhabenden einen befriedigenden Umgang zu finden, wenn man nicht mithalten kann. Man muß sich einladen lassen oder zu Hause bleiben und ärgert sich, so oder so, pau sen los.

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21.02.10

Der Umgang mit den Bodenverhältnissen ist auch lustig, jetzt wo der ganze in den Eishaufen eingeschlossene Winterdreck aus Müll, Sand, Splitt und Exkrementen sich herauslöst und man gezwungen ist, da immer hinzusehen, um nicht zu fallen oder in große Pfützen rein zu latschen und was man sehen muß aber so widerlich ist, daß man nur soviel wie nötig hinschauen will und die ganze Zeit beim staksen und ausweichen denkt: ah, ieh, bäh, näh, hilfe und lacht vor Wut.

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Ein Kompliment zu machen versucht, das mir ganz verrutscht ist, nämlich hatte ich sagen wollen, vielleicht auch gesagt, ich habe Achtung vor der großen Leistung, meinte aber damit gar nicht in erster Linie das wohl gute, (doch konventionelle, teilweise mich musikalisch quälende, siehe einfältiges Gitarrenverzerre) Produkt, sondern wieder: den Umgang damit, die flankierenden Maßnahmen. Das vor so vielen und für so viele reden können in einer Art Ur-Vertrauen darauf, keinen größeren Mist zu reden, in sich nicht soviele unnütze (Eitelkeits)Hindernisse eingebaut zu haben. Vielleicht kann man das, was ich daran bewundere nur leisten, wenn man viel weniger darüber nachdenkt, als ich, bzw. einfach schon sowieso in dem Strudel drin ist und sich auf irgendwas verläßt, halb im Traum, ob es dann immer noch große Leistung zu nennen ist: ich meine ja. Halt die Fresse.

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Hoffentlich finden die mich gut

16. Februar 2010

EiNeu.jpg     pollesch-praktikant.jpg per Lieske

ich möchte gern zu Ei gehen, aber auch so gern Praktikant sehen, aber da gibt es nur noch Restkarten an der Abendkasse, sonst hätte ich jetzt 2 Karten im Internet gekauft. Wenn das ginge könnte man Karten kaufen (vielleicht aussichtslos), dann zum Ei, und was der Ei bis halb 8 nicht geschafft hat, sieht man halt nicht. Muß der Ei sich beeilern. Oder beeimern.

 

Ei Arakawa, Galerie Neu, Berlin
18.02.2010,
18:0021:00 h
Live Performances:
18.02.2010 and 04.03.2010,
19:00 h

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Don Alphonso schreibt heute so nett über alternde Frauen, das wäre doch egal, das schlaffe Gewebe dort. Es geht ja umqvest.jpg was anderes. Ja, sage ich ja sowieso seit immer, allein alle Welt sagt mir etwas anderes. Vor allem eben die anderen Frauen, die sich die Kinderpornomagazine kaufen, die Männern gefallen wollen, und rumlaufen mit: nichts schmeckt so gut, als daß ich mir meine Sticks, den Ausdruck meiner eisenharten Selbstdisziplin, gefährden lasse und dich damit anklagen kann, du fette Sau, die du dich gehen läßt und nicht endlich mal begreifen willst, worum es wirklich geht.

Die Künstlerin sagte letztens, als ich zum Klo ging, schön pissen, nicht kotzen oder koksen, Größe 38 ginge ja noch, aber 40, das mache doch einfach keinen Spaß, mache wirklich keinen Spaß. Zu mir, die ich zuletzt ca. mit 12 Größe 38 hatte. Ihr seid arm arm dran, sehr arm dran.

Ich spreche natürlich – wie immer – nur von den Figuren, die unsere Namen tragen, die wir selbstverständlich nicht sind.

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Überhaupt keine Lust bzw. gute Idee zum Katalog machen und dann Einladungskarte für After The Butcher, Eröffnung 5.3., immer diese Off-Räume, nichts zu verdienen, aber Galerie ist auch Off-Raum. Oder erst Recht. Das kann doch alles nicht ewig so weitergehen. Mit diesen langweiligen Kunstausstellungen und ewig gleichen Begleitritualen. Die Künstler werden auch immer blöder (konventioneller), sofern sie es nicht sowieso schon waren. Am Ende sind alle beleidigt und keiner fühlt sich genügend gewürdigt mit seiner langweiligen Scheiße. Aber wem erzähle ich das. – In München ist manchmal richtige Praxis, eigentlich manchmal besser. Also wenn ein fast 70jähriger kommt und von seinen Grundschul“projekten“ erzählt, das sind dann wenigstens welche. 400 Kinder spielen 1 Woche lang Kunstmarkt, sind je nach Laune Galeristen, Sammler, Künstler, Museumsbetreiber und hauptsächlich werden Werke hergestellt in verschiedenen Werkstätten, eingekauft und weiterverkauft. Wobei sie sich (von selbst) Gedanken machen woher es kommt, daß das eine Bild so teuer ist, das andere keiner haben will. Es berichtete Herr Grüneisl von Mini-München, Praxis seit 1968 und was sich schon gut anhörte wurde noch besser, als auf Dias gezeigt wurde, was die Kinder für Kunst gemacht hatten.
Enorm.

Aschermittwoch 17.2.10, 23 Uhr

Es ist alles nur Spaß, ein Glück. In der U-Bahn Seestraße ist eine alte Präzisionswaage und die fängt an zu zählen für Herren ab 1 Meter 56, die dürfen 55 Kilo wiegen, kleine zierliche Herren, und bei Damen bereits ab 1 Meter 46, die 12 Kilo wiegen dürfen. Aufhören zu zählen tut die Waage bei Damen mit 1,74 (ich) und die dürfen sogar 75 Kilo wiegen! Mehr als Herren gleicher Größe, die höchstens 71 Kilo wiegen sollten. Es hat noch immer gut gegangen.

In der Bahn saßen drei alte Frauen in ähnlichen Lodenmänteln wie meinem mit kurzen bis mittellangen Barbara-Rütting-Pagenhaarschnitten beisammen, die meiner Ansicht nach nur zu einer christlichen Veranstaltung unterwegs sein konnten, vor denen ich mich leicht ekelte und mich ihnen irgendwie gerne angeschlossen hätte.

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non finito

11. Februar 2010

es hat den ganzen Tag geschneit.

Heute morgen Büro, dann Nordbad

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dann Sarah, dann bißchen Heftbegleitung,

dann Waschsalon und Karstadt.

Zu Fuß durch die Schellingstraße im Schnee zurück.

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non--finito1523-1526.jpg     2:14 es schneit immer weiter ganz beiläufig trockenen leichten Schnee und alles ruhig. Ein einzelner Schwerbesoffener mit erhobenen Armen auf dem Gehsteig.

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12.2.10

Mit Schnee vom Dach mit Salz vermischt gewaschen. Hofer Ausstellung, Daglfing, Leuchtenbergring, Werner Seelenbinder Halle.

[nach der Hofer-Ausstellung hatte ich mich gefragt, ob alles wohl auch so gut geklappt hätte, verkaufstechnisch, wenn Andreas Hofer eine Frau wäre. Andrea Hope 1930 hätte man vielleicht eher die Klapsmühle anempfohlen. Dort ihr geraten, erstmal zeichnen zu lernen.]

Dein Werk

1. Februar 2010

(Wie hat der Thomas Bernhard das gemacht, sich so wichtig zu nehmen?)

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Liebe A.,

Danke für die Einladung. Es kommt mir leider ganz unmöglich vor, irgendwo aufzutreten. Früher habe ich es manchmal gemacht, seltenst, auch da war es schwer, aber das Jahr in Berlin hat mich dahingehend noch kleinmütiger und ängstlicher gemacht, als ich es ohnehin schon war. Ich finde es selbst ganz blöd, ich werde irgendwie immer schwächer.

Das Leben vergeht unter schwersten Vorwürfen vor der ewigen Dauergrundüberlegung, wie man sich selbst ins Recht setzen könnte, praktisch überhaupt nur hier zu sein, geschweige denn sich in der Existenz auch noch einzurichten. Frevel!

Geschweige denn also. Kuckst du nur auf deinen Rocksaum.

02.02.2010

Daß der Bernhard ein Mensch war, mit dem man selbst nicht gern zu tun gehabt hätte, – macht ja nichts!, hatte ich schon beim nicht sehr gern gelesenen Hennetmair-Buch gedacht und dann erst Recht bei Meine Preise, daß ich den Unseld-Briefwechsel irgendwie gar nicht haben will, wird ja auch überall so nacherzählt, daß man meint es eh zu wissen und nichts WEITER wissen will von Geldgier und Besitzgier, Schmeichelei, Eitelkeit, Feigheit usw. – Aber dieses Forderungen stellen können frappiert mich schon. Und ich überlege lange und gern daran, was es heißt „zu Recht“ Forderungen zu stellen. | was rechtfertigt was? warum? | Ich kann nicht so tun, als ob das, was ich weiß über die Person nicht abfärbt und durchfärbt auf das Geschriebene, daß es unberührt bliebe und für sich steht. (früher war immer das Beispiel: daß Marx seine Frau geschlagen hat, ändere ja nichts an der Großartigkeit seiner Texte. – Natürlich tut es das, wenn es stimmt. Egal, wie elegant und intelligent man da was drum herum konstruiert. – Oder kann man sagen: es ändert nichts an den Texten, aber daran, wie man sie auffaßt? was heißt das?)

Ich kenne leider mehr als einen echt schrecklichen Bernhard-Fan, auf dessen Stumpfsinn und Großdoofheit die Großartigkeit der Bernhard-Texte nicht den geringsten Eindruck machen konnte, das stimmt nämlich auch: man fühlt immer beim Lesen, die ANDEREN sind gemeint, richtig so! immer drauf auf die Scheußlichen in ihrer Scheußlichkeit und die Scheußlichen selbst hält – ganz offenbar – nichts im Text davon ab, das auch so empfinden zu können. Das läuft gut rein bei jedem, der es will. (könnte einen ja auch mal nachdenklich machen.)

Daß egal ist, wer einer ist und wie sich verhält, wenn nur Hauptsache das Werk da glänzend steht, das sogenannte Werk über alles geht, den Tod besiegt usw., können wahrscheinlich nur Männer glauben, und vermutlich ist es sogar echter Glaube, eine religiöse Auffassung. – Jetzt lese ich nochmal den Biller-Text vom Januar 2009 und ein Interview von 1974.

Deutschlandfunk Büchermarkt 14.2.10
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Ich meine nicht „guter Mensch“ sein. Guter Mensch sein ist unspektakulär und heißt ja nur, Dinge für andere zu tun, zu denen man eigentlich nicht unbedingt Lust hat. Absehen können von sich, ungefähr im rechten Maß zu bleiben usw.
Mehr ist nicht verlangt.