
Die Antworten auf Fragen mancher Kunst der 60er, 70er Jahre, die sich einem entweder selbst so nie gestellt haben oder jetzt, heute nicht mehr stellen: das wußte ich nicht zu sagen. Ob ich den Forschungsgegenstand nicht mehr erkennen konnte oder nicht anerkennen wollte. Oder ob man gesättigt ist von dieser Art vom Style längst eingesackten Konzeptkunst und unlustig Anweisungen zu lesen auf vergilbten kleinen Blättern und Strichelchen und Zeitangaben, H macht einen Schritt, jetzt, und wie es wohl auf die Jüngeren wirkt. Genervt von lauen Briefen an die lieben Sammler. Es war wieder einmal sehr schön mit dir auch kocht die Frau gut. [es kann diese Briefe schon geben, die Frage ist, ob man sie (in einer vom Sammler selbst konzipierten Ausstellung) in dieser Breitheit zeigen muß.]
Daß die Leute viel mehr Zeit hatten, oder Geduld, (und genauer sein wollten,) dachte ich.
Gegen Broodthaers fallen die meisten anderen so ab, daß er gar nicht in diese Reihe gehört (derer, die ihren Lebtag lang auf quasi einer einzigen, nicht mal so besonders dollen Sache rumgeritten sind und reiten), meine ich gedacht zu haben. Das kriegen wiederum die Besucher nicht unbedingt mit, die davon vorher noch nichts gehört hatten, war meine berechtigte Sorge. Daß es da so ungefähr um ALLES geht, allem anderen vorgeschaltet. Man muß sie ein bißchen zwingen da hineinzugehen, mit dem Finger darauf zeigen, ungern. In sie hineingehen, deflorieren, oh Gott hilf mir.
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die immer wieder an- und fortgeleierte, obwohl seit mindestens 5 Jahren verbotene, Rede von Positionen [in der Gegenwartskunst] ist auch deswegen so quälend, weil damit so getan wird, als gäbe es für jeden Káck eine prinzipielle, unhintergehbare Berechtigung. Als sei eins ebenso gut und respektabel wie das andere. Als sei es überhaupt Etwas. Eine Position!
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Aus der Logischen Propädeutik
10.5.10

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Christian Am 10. Mai 2010 um 00:32 Uhr
Vielleicht setzt sich das Gute dóch immer durch
admin Am 10. Mai 2010 um 10:01 Uhr
ja
Exkurs: Existenztragende Wahrheit
admin Am 10. Mai 2010 um 10:42 Uhr
Du! Christian! JETZT sehe ich erst die Widmung in der Logischen Propädeutik. Das ist ja ein Wahnsinn. Bist du sicher, daß die handschriftlichen Eintragungen von Janssen stammen? Schrift sieht nach seiner aus, (ich hatte mich schon – ein klein wenig – über das Geschenk gewundert. Ich dachte es sei ein Wink, ich hätte Defizite aufzuarbeiten. Aber jetzt natürlich nicht mehr! Danke danke!)
admin Am 10. Mai 2010 um 11:03 Uhr
Handschriftliche Eintragungen
S. 53 oben: xx Handlung = Spazierengehen
S. 53 unten: x Handlung des sprachlichen Gliederns der Welt
S. 54 oben: Gehen als Handlung daneben: unleserlich als Handlung
S. 54 unten: Sprechen als künstliche Handlung
[Janssen hatte mal die Frage gestellt, ob „gute“ Bücher auch gut zu nennen sind, wenn sie niemand liest, bzw. darüber nachgedacht, was „gutes Buch“ heißt, wenn es niemand liest, das Gute daran/darin vollkommen wirkungslos bleibt, wovon man dann spricht, wenn man es „gut“ nennt. Ob das wirkungslose Gute auch gut zu nennen ist.]
[und darauf hingewiesen, daß da draußen, außerhalb der Universität, ein ganz anderer Wind weht. Kampf um Durchsetzung mit Mitteln, die der Philosoph gemeinhin nicht beherrscht. Etwas, das der Sache selbst äußerlich ist: sie an den Mann zu bringen. Vermittlung, angeben, quatschen, loben, Kontakte pflegen und derer mehr gesammelte Häßlichkeit.]
admin Am 10. Mai 2010 um 12:08 Uhr
unleserlich ist nicht irgendwas mit Verwirrungsich, wie ich erst las, sondern wohl Klavierspielen. Man müßte Klavier spielen können.

Ich bekomme gerade mein erstes Kultur und Gespenster gebracht, „Literarische Hermeneutik“ und freue mich an einer Anzeige zu „A-Angst. Eine Einzelstimmung von Thomas Gann“, [Einzelbestimmung heißt es richtig] blättere um und da kommt eine Anzeige zu Thomas Winklers Farbfeldmalerei und dann fällt ein Aufkleber heraus: Jetzt mit Gedichtinterpretationen. Es fällt noch mehr heraus, errata, Anschreiben, das Papier fühlt sich gut an. Samt. Vielleicht ist es Taiga samt [matt]. Ich bin mehr so ein haptischer Typ, ich bin ein Mensch der Haptik, praktisch ein Haptiker. Lesen will ich irgendwie nichts. Thomas Winkler traf ich am 1. Mai in Kreuzberg, wo er mir mitteilte, daß er an einem Karfreitag geboren ist. Das war schön. Sonst treffe ich niemanden. Wo sind denn alle? Muß ich mir selbst meine Krampfadern veröden oder herausziehen? Womit denn, oh Henry?
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Am 11. Mai 2010 um 22:33 Uhr |Bearbeiten
Hallo Michaela
ja, es müßte eigentlich die Handschrift von Janssen sein. Die Schrift ist ja irgendwie unverwechselbar. Auch der Fundort des Buches vor Jahren in einem Kölner Antiquariat neben weiteren Büchern zu Husserl, zur französischen Philosophie, Wissenschaftstheorie etc. etc. lassen ziemlich deutlich darauf schließen, daß der Herr Janssen hier wohl schon einmal einen kleinen Teil seines Buchbestandes veräußert hat. Worauf es dann natürlich gleich in die Hände von „Literaten“ fallen mußte.(Komisch, das so vertraute Buch auf einmal in so einem kleinen Fenster zu sehen in einer ganz neuen Umgebung tausende Kilometer weit entfernt. Schön.)
Wenn ich nur wüßte, wieso ihm die „Handlung“ da so wichtig war?
So, ich muß ins Bett und kann leider nicht mehr weiterlesen. Aber bald wieder!
Am 11. Mai 2010 um 23:59 Uhr |Bearbeitenirgendwie unverwechselbar (obwohl nicht so ausgefallen) stimmt genau.hast du das Buch vom Antiquariat Unverzagt?
Gute Nacht
Am 12. Mai 2010 um 23:01 Uhr |Bearbeiten es ist aus einem Antiquariat zwischen Neumarkt und ehemaligem British Council. Neben dem Tabakladen. Das Antiquariat gibt es aber schon seit längerem nicht mehr. Genauso wie die tolle Fremdsprachenbuchhandlung, die nebenan war. Nur den Tabakladen gibt es noch. Und die Bäckerei/Konditorei auf der Ecke (wie hießen die noch alle in Köln?)
Am 13. Mai 2010 um 10:29 Uhr |Bearbeiten
Ja wie hießen die alle in Köln. Hänneschen und Bärbelchen, de ahl Säu, de Ratteköpp, Schmierlapp, Tünnes und Schäl. Und: IMITIERTE. Auf dem Platz hinter der Hahnentorburg in dem Antiquariat bin ich nie gewesen, auch nicht in der Fremdsprachenbuchhandlung. Pfeilstraße vielleicht. nein, du meinst ein anderes, fällt mir jetzt auf, auf der Hahnenstraße womöglich. Ich habe immer alles vom Unverzagt geholt, meistens bei dem in der Mensa, der Ausschuß aus dem Hauptgeschäft. Im Hauptgeschäft war er ja selber, da ging ich nicht so gerne hin.