Weiche Handewitt
28. September 2010auf die Frage wie ich zum konzeptuellen Schreiben stünde,
(ich weiß ja gar nicht, was das ist. Heißt: man muß ja nicht an- und hinnehmen, was behauptet wird. W schrieb, damit hätte man viel in UK und USA zu tun und will es mit ihren Schülern – durchnehmen.)
Ich schreibe vor dem Hintergrund dessen, was ich bis jetzt gemacht habe. Je öfter ich gefragt werde, was ich mache oder Überlegungen von außen da mit reinnehmen soll, desto blöder wird es zu sagen. Warum wenn man etwas erklären soll die Sprache oft so häßlich zu werden droht, weiß ich auch nicht. Vielleicht Spreizdünkel.
Ich hatte gerade auch ein Gespräch darüber versucht zu führen, nicht genau darüber, aber in die Richtung und fand, daß es nicht geht, vor jedem der es meint einfordern zu können, Rechenschaft über sein Tun abzulegen. Es gab Zeiten, da war ich von dem grundsätzlichen Rechenschaft ablegen vor mir selbst 10 Jahre oder mehr so gequält, daß ich mir fast gar nichts erlaubt habe, außer dieser Quälerei.
Aber was für mich gilt, gilt nicht für andere.
Vielleicht sind auch alle Fälle Sonderfälle? (glaube nicht).
auf englisch, noch schlimmer.
I wanted to ask if you could describe the nature of your writing work? Or maybe beyond that – maybe offer a few specifics about them? Unfortunately I can’t read German (yet), well enough to understand them.. but I can see from your CV that you wrote on other artists work, but that there were also contributions/interventions to certain projects, that were a bit more „experimental“ – and with your background in philosophy, maybe more philosophical than academic?
It doesn’t relate so heavily to this show at the ARF, as, as far as I know there will be no text works in it, but maybe my text. – I’d really like to establish how your writing and sculptural/painting practices can be linked. This question is mostly for my research. (…)
And one more question, (if there’s time) can you tell me a little bit about collaborating with Mario on this show? Did you have much communication or back and forth about what you’d show? (…)
__________________
Mario and I haven t talked much about ideas for this show. There is no concept. He told me what he wants to show and I thought about the works I have at the storage in London and sorted out. Now it will be more or less a sitespecific decision, what to show and how and what will function good together by combining it. [we have to SEE it]
I don t know much about the nature of my writing work. Experimental more than academic, yes, I guess so. How it is linked to the sculptural or paintwork I don t know either. I refuse to have a technique, I am handicapped and just try and let come, let the materials react and decide, step after step.
When I begin to work I have no idea.
I like when what comes out feels strange and new to me, but also hitting a point, but I don t know which. – By writing this I don t feel sure.
Best wishes
M
(wie unfrei ich bin. auch etwas trutschig.)
______________________
Ich kenne niemand, der sich conceptual writer nennt, sowas könnte man ja auch nur als Witz verstehen, oder? Wie frikassiert muß einer sein um von sich zu sagen, er sei das und das und so und so gehe das Konzept dazu. Das könnte vielleicht jemand ganz Junges machen, um da kurz einen kleinen Anker zu haben im Leben. – Ich könnte mir vorstellen, daß du Bram Pulver fragen kannst dazu, die hat so eine theoretische Seite (die mir aber irgendwie nicht gefällt, es ist immer wie unter Beweis stellen müssen, daß man bei aller (ausgestellten) Frei- und Wildheit natürlich nicht umnachtet ist. Es ist letztlich, wie ich mich anscheinend gerade hier hineinsteigern will, eine Bravheit, eigentlich unerträglich, ein Fleiß, eine Beflissenheit anzukommen, als klug zu gelten und es recht Vielen recht Recht zu machen. Andererseits nicht gut, zuviel auf Witzchen, Slapstick und Nonsens zu setzen, selbst wenn es gekonnt ist. Die jetzt regierende Lustigkeit ist ja leider eine harmlose, versöhnlerische, eingemeindende, conditio humana mäßig wir sind alles kleine Sünderlein. Es kommt den Mitläufern und Geschäftemachern sehr entgegen und gelegen, das, was kompliziert ist, alles, was sie nicht verstehen als Pathos verhöhnt und lächerlich gemacht zu sehen.
ich will hier eigentlich nur, daß ein Beitrag entsteht, der so gut ist, gut genug, daß ich ihn mit ausreichend gutem Gefühl hinstellen kann, der aus sich irgendeinen Grund ergibt, den ich nicht bis ins Letzte verstehen muß. Mehr Rechenschaft abzulegen ist nicht nötig, im Unterschied zu Lehrinhalt, vielleicht
auch meine ich den Unterschied verteidigen zu müssen. Daß es reichen muß, wenn der entscheidet wie etwas sein soll, der es zu verantworten hat, auch unbegründet. Und er nicht gezwungen werden soll, alles zu — verbalisieren, wo er es eigentlich nicht kann. Denn ich bin ja leider auch ein ganz liebes Mädchen und sage vielleicht nicht: ich weiß es nicht zu sagen und will es auch nicht, was ungefähr der Wahrheit entspräche, sondern breche vielleicht ein und fange einen Stuß zu reden an, wenn ich mich erklären soll, vor mehreren oder, ganz schlimm, vor Höhergestellten.
[5 in der mündlichen Prüfung in Deutsch. Das vergesse ich nie. In der schriftlichen auch.]
30.9.10
schwer, schlechte Texte stehen zu lassen.
Ungelungenheit in Kauf nehmen.
Befreiungsarmee.
________________________
Beim Lesen einer Ausgabe von Kultur im Heim, DDR 1986, weitergelacht über meine Wohnung.
Zur Ebay-Verkäuferin Schnucki aus Ketzin habe ich Vertrauen.
She closes the distance between the work of art and how we talk about it.
Was will man mehr.












































Am 24. September 2010 um 11:27 Uhr Ich fahre jetzt zu einem Drillingsvater im sogenannten Soldiner Kiez, der im Ubuntu-User-Forum Berlin als Supporter aufgeführt ist, es aber eigentlich nicht mehr macht, weil er jetzt Drillingsvater ist und als Portrait einen Grizzly-Bären hat. Ich habe schon Angst. Er soll mein Tagebuch vom Sommer retten. (Von Mitte Juni bis 20. September ist alles weg.) Er könne mir allerdings nicht viel Hoffnung machen und sei kein professioneller Datenretter. Mir ist schlecht. Gestern war ich erst am Teufelssee und dann auf dem Glockenturm im Olympia-Gelände. Sehr empfehlenswert.
Erst war noch eine Reisegruppe oben, die so sprachen wie wenn Harald Schmidt seinen Heimat-Dialekt nachmacht, Esslingen, Nürtingen oder so, ganz ganz schlimm, sie sagten 300 Mal hintereinander: Desch iss die Siemensstadt do hinte, ned? isch des d Siemensstadt? jo, desch is d Siemensstadt do hinte, müßt d Siemensstadt sei? isch es des do, d Siemensstadt? ich dachte nur: haut endlich ab ihr Schweine. Dann hauten sie ab und es kam niemand mehr. Es war sehr schön alleine dort oben. Der Aufzug fährt so schnell hoch, daß man lacht. (Diese Nazis, krass.)