Das fließende Licht der Gottheit

8. April 2011

von Mechthild von Magdeburg packe ich jetzt ein und schicke es Vilma Gold.
Wo möchte es umwandelen in glänzendes Geld.

mechthild.jpg mm.jpg

_________________________

i-have-intentions.jpg  Mechthild-von-Magdeburg.jpg

Beitrag zur Ausstellung


THE GREAT WHITE WAY GOES BLACK
VILMA GOLD, London ~ 17 APRIL – 29 MAY 2011
Trisha Baga, Ann Craven, Michaela Eichwald, Helena Huneke, Hannah Sawtell,
Katharina Sieverding and Julia Wachtel

_____________

Hallo Klasse,

ich dachte ich sehe euch vielleicht gestern in der Silberkuppe, oder vielleicht morgen im MD72

das mit silberkuppe haben wir zu spät gelesen. gerne morgen bei md 72!p.

Poor Man’s Expression Technology, Experimental Film, Conceptual Art

Book presentation with 16mm film projections Sunday, April 10th 2011, 7-11 pm. Mehringdamm 72, 10961 Berlin.

Helena und ich haben auch einen Dia-Projektor aufgetrieben und der Vortrag über die Akademie Isotrop kann Montag 11. stattfinden, wenn es bei euch paßt. – Dienstag können wir einen Ausflug machen, ich habe bis 15.30 Zeit, danach muß ich zum Zahnarzt. Euer Frank

  1. likes to thank the author for this.me
  2. Great review. Looking forward to seeing the show today with a group of adult collage students from the Educational Alliance Art School and other random art fans on our gallery walk. Best, Rich
  3. kewl…Any comments from the random art fans?
  4. does your work hold much personal relevance? Do you “just” create or is there some kind of intention in your work?
  5. I was drawn to the article by an rss with a photograph of the painting behind the pipe. I imagined it to be a studio photograph and was impressed at the way the artist had allowed the work to come forth from and exist in its environment.Having read this article I am no less impressed and am bowled over by the really large painting. I want to examine it up close.I don’t understand how I could be expected to divorce these works from the artist statement. Isn’t it about time the artist statement was included with any review of the work?
  6. Who gives a damn about the artist statement! A review is just that, a review of the work. The artist’s statement has no place in the review. It barely has a place at all. The author is dead man, dead I tell you…
  7. isn’t the statement part of the work? Are paintings supposed to stand alone? Don’t we need context? Maybe if we are viewing the real thing but with reproductions it seems to me like we need some context.
  8. When I wrote personal relevance, I wasn’t asking for an artist statement, I saw a chance to communicate with someone.
  9. „The Artist“
    Communication is risky.
    I have … intentions.

11.4.11

oohh, David schickt gerade den Contemporary Art Daily link zu Adequate

(das ist ja schon hart, wie riesengroß die werden können)

[Titel des Bildes: Lebenswerk statt Kunstgeschichte]

Wien Zentralfriedhof

6. April 2011

zf1.jpg elias.jpg zf31.jpg desider.jpg

chillen

Bernadette Corporation und Reena Spaulings bei Meyer-Kainer, Wien.

(Beim Abendessen betrachtete ich nachdenklich Diedrichs jugendliche Hände.)

Heute: The Complete Poem 18 Uhr bei Neu, Berlin.

_________________

7.4.11, 13:50

7.4.11.jpg

Im Flughafen-Billa kaufte ich mir ein Speckjausenbrot und fuhr dann mit der S7 Richtung Floridsdorf. Als die Haltestelle Zentralfriedhof angekündigt wurde hats mich in meiner Speckjause so gerissen, daß ich dort aussteigen mußte und der Lucie schreiben, mich hats geritten, ich komme später. Beim Tor 11 rein landet man am verwilderten alten jüdischen Teil. Da ich mich nicht auskenne und nur wußte, daß der Zentralfriedhof riesengroß ist, dachte ich erst der ganze Friedhof wäre in dem Stil, was mir gefiel. Ich kam in einen kurzen schweren Regenguß und traf während 1 1/2 Stunden herumstromern auf einen einzigen Menschen, einen feschen Mann, der bis zum Unterleib in einem Grab stand und freundlich grüßte.

Ob die beiden Ausstellungen (und das Buch) „gut“ „sind“ kann ich noch nicht sagen.

Fotos von so extrem dünnen extrem jungen Modellen machen mich immer beklommen und erzeugen Lähmung. Daran schließen sich die ambivalentesten Folgegefühle an. (Mitgefühl, Neid, Wut, Überzeugung, alle Männer wollen am liebsten solche wehrlosen schönen Kinder ficken und keine erwachsenen Frauen.)

Diese Wirkung habe ich aber auch ohne künstlerische Setzung, beim Anblick der „normalen“ Anzeigen in den Magazinen, egal ob auf high-end porenlos oder high-end Haarwurzelentzündung gemacht wird. Ich begreife nicht ganz, warum man immer wieder das cruelle Fashion-Thema aufgreifen muß und dabei aber — jedenfalls nicht in meinen Augen, aber ich bin ja auch kein Experte UND: es wäre ja schlimm, wenn man einer sein muß, um das zu verstehen, außerdem bin ich sehr wohl Experte — keine Ergebnisse erzielt, die weiterführen, sondern das Cruelle irgendwie hochhalten / den Reiz („das Begehren“) unbearbeitet lassen oder sogar dabei helfen, es neu aufzuladen, anstatt es z.B. einfach verenden zu lassen. Ich denke weiter darüber nach, ich habe vielleicht auch was übersehen.

_____________

10.4., 21:30

jetzt denke ich, ich habe vielleicht das Tun oder Wollen von Bernadette Corporation noch nie richtig verstanden, jetzt denke ich ripe und schwacher Trost der virtuellen Welt, jetzt muß ich endlich aufbrechen zum Mehringdamm

Hallo,
vielen Dank für das Protokoll.
Ich bin nicht gegen die Teilnahme, habe aber selber keine gute Idee.
Möglichst low und unbeflissen finde ich gut, Streit suchen auch. Ich fände gut wenn die was machen, die mit ATB schon zu tun hatten, denen was dazu einfällt, die Lust haben sich die Arbeit zu machen und das Geld unter sich aufteilen.
Viele Grüße

Thema Nr. 1: Elend

4. April 2011

Alles ist jetzt immer schon 20 Jahre her, daran habe ich mich fast gewöhnt. Aber im Moment ist alles irgendwie von 1981, 30 Jahre her! Und ich wollte gerade nachsehen, ob nicht diese Ausstellung zum Thema Elend auch von 81 ist, da finde ich unter „Thema Nr. 1 Elend“ einen Text von Günter Schulte, der viel Mühe darauf verwandt zu beweisen, daß Nietzsche schwul war und in dessen Seminaren im Grunde alles sexualisiert wurde und jede Abwehr dagegen nur ein weiterer Beweis für die Richtigkeit der Thesen, wie für die eigene kranke und sexualfeindliche Verdreht- und Verklemmtheit. Ich übertreibe. Wenn man also nach dem Seminar zu anderen sagte, das sei einem als Erklärung ein bißchen zu blöd, sagten die [alles Männer] gleich: ja, da mußt du dich mal ernsthaft fragen, was da bei dir schief läuft und woher der Ekel kommt. In Wahrheit nämlich — in Wahrheit nämlich begehre man alles, was man abwehrt, für zudringlich und blöd hält und man soll doch mal locker lassen, sich gehen lassen, sich bekennen und dadurch befreien, am besten gleich hier. (ich habe nichts dagegen zu behaupten, daß Nietzsche schwul war oder nicht schwul war. Und Günter Schulte war als Ausgleich immer ganz gut. [ich hatte allerdings was dagegen, daß man bei sexuellen Themen ein bißchen gezwungen war, eine gewisse Lässigkeit an den Tag zu legen, um nicht als irgendwie gestört zu gelten und leider alles still hinzunehmen, was wirklich stört.]

Nicht mehr hingegangen zu Schulte bin ich, als er zu begeistert war von Botho Straußens Bocksgesang, aber ich leider zu diffus, nervös und rednerisch zu unbegabt, um da was gegen vorzubringen. Ich konnte leider nicht beweisen, daß der Text doof ist, ich wußte es nur. Das Reden überließ man immer denen, die es können bzw. einfach machen; das war schlecht.) Ich erinnere mich jetzt gut, wie ich da gesessen habe auf heißen Kohlen, und mich 1 1/2 Stunden geärgert überhaupt so in Reichweite des Dozenten zu sein, daß der einen vielleicht ansprechen könnte. Man beklommen was vorformulierte, für den Fall man wird dran genommen (!) und noch größere, geradezu tierische (!) Angst davor, es könnte vor Aufregung einfach etwas von selbst – hervorbrechen. Ungezügelt, unkontrolliert, unangemessen (Orgasmusangst!) und das wäre peinlich gewesen aber vielleicht auch noch gegangen, aber auf eine Nachfrage, Verständnisfrage, weiter Gehendes, was unweigerlich folgen würde, weil Interesse geweckt worden war, KONNTE man sich ja überhaupt nicht vorbereiten, das war völlig unberechenbar und deshalb ging schon die erste Äußerung nicht. Trotz des ermunternden Nickens des Gelehrten, der wohl sah, wie hart und verzweifelt man mit sich rang. – Sagen Sie doch mal was. Sie müssen doch keine Angst haben. (so schrecklich erging es mir während meiner ganzen langen langen Universitätszeit.)

1. Immoralistische Internationale
Zu Nr. 76:

Das Christentum hat Eros und Aphrodite verhunzt, notwendige und regelmäßige (sexuelle) Empfindungen zur Quelle des inneren Elends gemacht bei jedem Menschen, (gesperrt gedruckt!), nicht etwa nur bei Homosexuellen. Aber es gibt eben ein meistens geheim gehaltenes und dadurch tiefer wurzelndes Elend, sagt Nietzsche. (Und das ist das Elend der Homosexuellen.) Er verweist auf den mutigen Shakespeare mit seinen (die gleichgeschlechtliche Liebe betreffenden) Sonetten, in denen er die christliche Verdüsterung in puncto Sex bekennt! Warum gilt als böse, was bei einem selbst ein Vergnügen, beim anderen eine Wohltat, eine wohlwollende Veranstaltung ist, fragt sich Nietzsche? Einen Komödien-Ausgang hat die Verteufelung der Liebe, des Sex, doch gebracht, schreibt Nietzsche: Liebe ist zum Thema Nr. 1 geworden, unbegreiflich für das Altertum, in dem Sex nicht verteufelt, aber eben auch nicht Hauptthema war.

w3-2.jpg

admin
Am 4. April 2011 um 18:08 Uhr

Schulte war mein zweiter Prüfer im Hauptfach. Ich hatte rote (Herren)Schuhe an, die er sich mit Interesse besah und ein bißchen darüber lachte, glaube ich. Dann las er mir vor: „Schauen wir uns ins Gesicht. Wir sind Hyperboreer, – wir wissen gut genug, wie abseits wir leben.“ – Ob ich ihm sagen könnte, was damit gemeint ist? – Ja, eigentlich schon. Nur hatte ich es nicht so direkt sprachlich vorliegen. Irgendwie holperte ich was daher. Dann nächstes Thema. Die Sorge ging über den Fluß. Das Sichängsten ist als Befindlichkeit eine Weise des In-der-Welt-seins; das Wovor der Angst ist das geworfene In-der-Welt-sein; das Worum der Angst ist das In-der-Welt-sein-können. Das volle Phänomen der Angst demnach zeigt das Dasein als faktisch existierendes In-der-Welt-sein. – Von Heidegger habe er nicht so die Ahnung. Ich leider auch nicht so. Warum ich nicht Kant genommen hätte? Weiß ich auch nicht. (auch keine Ahnung.) Irgendwann war es vorbei und er gab mir eine drei (minus).

nichts nichts nichts

1. April 2011

-.jpg

ICE Berengar Pfahl

27. März 2011

britta1.jpg britta.jpg

Britta und Neues von Britta

Jerusalem, Jerusalem

Die Stimme von Verena Plangger

(ungefähr morgen wollte ich auch ein neues Leben anfangen)

Bei Leverkusen-Schlebusch stehen zwei Männer auf einem Acker nah der Strecke mit halb heruntergelassenen Hosen eng beisammen. Ich drehe mich um und tue einen Ausruf des Erstaunens. – Ah! (Wahrscheinlich habe ich auch noch hingezeigt mit offenem Mund: da!)

Wuppertal

Barmen

Schwelm

Hagen, Marianne Stitz.

Schon habe ich meinen ganzen Proviant aufgezehrt.

Halb eingeschlafen dem zugehört, was drei ältere Pädagoginnen im Ruheabteil bedachtsam in angenehmer Tonlage redeten. Alles gut und klug und doch spüre ich gleichzeitig den Zug es herabzuwürdigen. Warum klingt das rührend und realitätsfern was sie vorhaben. Das ist es doch gar nicht, sondern eigentlich das Realste vom Naheliegendsten, sozusagen Grundlage von allem und höchste Zeit es gesellschaftlich aufzuwerten. Nicht kitschig, lieb, weiblich bittend, das nützt nichts, sondern einfach männlich anordnen, mit Wert aufladen, Geld.

Erziehungs-, Heil- und Pflegeberufe sollten doch mindestens so gut bezahlt sein wie Zerstörungs-, Gier-, und Betrugsberufe. (Wenn Altenpflegerinnen plötzlich selbstherrlich aufträten wie Großindustrielle, umgekehrt Großindustrielle demütig wie polnische Putzkräfte.)

hugo-petri-lagerhaus.jpghundhausen.jpg


Eine stark geschminkte kleine Dame verkauft den DB-Kaffee für 2, 80. Da mir 20 Cent Trinkgeld zu piefig vorkommt lege ich 50 Cent auf ihr Tablett und komme mir immer noch doof genug vor. Alles schwierig in dem Sinn. Auch natürlich zuviel darüber nachzudenken, aber immerhin besser als gar nicht. Beim ersten Schluck denke ich: lötschig und weiß nicht, ob und wie ich das Wort schreiben soll. Ein angemessenes Wort für die auszudrückende Sache, aber hingeschrieben behagt es mir nicht. Lautsprachlich hingeschrieben noch weniger: löatschich. – (Ploerre? – Nein.)

Schwerte (Ruhr)
(Wer empfindet sich überhaupt als Gesell einer Gesellschaft?)

deutsche-nickel-ag.jpg

Die Raucher rauchen außerhalb der gelben Markierung  und schauen sich nach allen Seiten um, ob einer kommt. Sie überlegen sich, was sie zu ihrer Verteidigung vorbringen würden. Sie würden sagen, daß hier leider keine gelbe Markierung ist, sonst hätten sie diese selbstverständlich unverzüglich aufgesucht und sich gern dort hineingestellt. Wieder denke ich an ein Broodthaers Museum, das nur aus Linien im Sand bestand.

raucher.jpg

SULO Emballagen

wegen zu kleinen Gliedes getriezt

Löhne (Westfalen)

Poggels Verwandtschaft

SieMatic

kritikerpreis-national.jpg

A. hatte im Zusammenhang mit dem Lyrik und Politik-Problem in der ZEIT etwas gesagt, ich habe es aber nicht einordnen können. Wenn man mit Lyrikern spricht weiß man noch etwas weniger, ob man wohl das gleiche meint, als normal. (Weil es noch mehr! Möglichkeiten gibt? und mehrfache Schichten doppelter Böden. Oder nur ich meine es müßte so sein und der Lyriker selbst ist rundherum viel argloser. Das kann auch sein! Vielleicht fängt er erst an zu spinnen, weil man es erwartet! Aus Liebenswürdigkeit!) Ich sagte ungefähr, ich wäre ja schon froh, wenn jemand mal was gut konstatieren würde. Da sagte A., sie wäre gerade Jurymitglied gewesen in Sachen Konstatierungslyrik und das sei nicht so toll gewesen, was da gekommen war. Das glaubte ich sofort und konnte mir gleichzeitig gar nichts darunter vorstellen!

westdeutschland 1959.jpg

29.3.

daß etwas so gesagt oder benannt wird, daß es einen im Moment des Lesens denken läßt: ja, danke! Danke, ja. (hat mit „Inhalt“ vielleicht gar nichts zu tun.) Der Effekt der eintritt, wenn durch einen anderen etwas in die Welt kommt über dessen da sein man kurz erleichtert ist und sich befähigt fühlt, wieder ein bißchen weiter zu sehen. Nur weil es irgendwie befriedigend gesagt ist und mal erlöst vom Qualgefühl immer das Gleiche aufgenötigt zu kriegen, egal wie riskant, virtuos, ungewöhnlich es tut. Das Gleiche ist, weil von ihm die gewohnte Wirkung ausgeht und keine andere. (Was heißt zeitgemäß?) – Als ich A. stotterig zu erklären versuchte was ich bezogen auf das, was man gegenwärtig „politisches Gedicht“ nennen könnte (und wie es sich schon total verändert, (aber wie genau?) wenn DIE ZEIT es als solches labelt) mit gut konstatieren meine, mischte sich aber schon ein anderer ein und hatte eine Assoziation gehabt oder was, und sagte, er sei ja Musiker und kein Dichter und deshalb sei es für ihn nämlich… und brachte mich völlig raus. Ich hatte auch keine Lust auf ihn einzugehen, denn er, war ich überzeugt von, wollte einfach auch mal was sagen und begriff nicht, daß es nicht um Konversation ging und auch nicht um hatte Adorno oder Benjamin nicht auch? Lyrik gegen Biopolitik pro Jazz-Muff? Lyrik frech Muff gegen Atomkraft Rhythmus wo jeder mit muß? Oder „ob das Fernsehen an allem schuld ist?“ (entschuldigung)

Nutten Vettern Puffottern

25. März 2011

Hanomag entkernt 2011.jpg

4000.jpg

Unthätig und im Herzen traurig litt Hanomag darunter, daß er nicht lesen und nur im Dunklen und auch nur ein paar Meter weit das Haus verlassen konnte und Beschwerden über irgendeinen Betrieb den Betrieb erst herausbilden und dann nähren, der Betrieb selbst ja aus nichts anderem besteht, als aus dem Gewäsch über ihn von denen, die vermeintlich nicht drin sind über die, die vermeintlich drin sind oder mehr haben und keiner weiß genau, was ist denn jetzt eigentlich am Ambach, was noch mehr anstachelt zu hektisch hohlen Reden, schrecklichem Lachen und Optimierungsplänen des Selbst und das sei auch schon alles und wirklich keine sehr neue Erkenntnis. Vielleicht noch, daß nicht irgendwelche Mächtigen den Betrieb ausmachen und am Laufen halten, wie hunderttausend bewunderungswillige Fuzzis glauben, sondern die Fuzzis selbst.

Kosmische Wanderungen

23. März 2011

klinomobil.jpg

Letzte Nacht näherte sich geräuschlos ein Klinomobil und hielt vor meiner Haustür. Dann wurde eine hilflose Person (ich) hereingeführt und das Klinomobil fuhr nicht weg, sondern stand mindestens eine dreiviertel Stunde mit seinen routierenden Blaulichtern auf der Gerichtstraße. Drinnen wurde der Kranke behandelt, dessen Zustand sich vielleicht – schon durch die freundliche Ansprache – rasch bessert und er vielleicht gar nicht mit muß ins Krankenhaus, sondern zu Hause bleiben kann. Man überlegt, ob sich das verantworten läßt. Haben Sie denn Hilfe? Nein, der Mann lebt allein und alle Freunde sind tot. Ich machte von der dunklen Küche aus ein paar Fotos, machte dann das Licht an und blätterte durch das gestern eingetroffene Buch Von Sonnen und Sonnenstäubchen. Kosmische Wanderungen mit Wilhelm Bölsche, 1910.

sonnen.jpg       postkarte.jpg

Darin fanden sich zwei unbenutzte Postkarten für Kriegsgefangene in deutscher Sprache aus dem Prisoners of War Camp, Ahmednagar, Indien.

Ich trank etwas Cola Zero, denke jetzt an den Film Magnolia sowie Bernds neue Tochter Ida und ging wieder ins Bett.

_|_

Astrein, Muddi schickt mir eine selbstgenähte Tagesdecke, ein Schränkchen aus Eiche und ein Pfund Schwarzbrot aus dem oberbergischen Kreis.

/R\

lieber Nick, ja, es würde mir sehr gefallen und ich wäre verflucht stolz, wenn Ken und Du das kleine no future-Heftchen von 1994 und das große Bild in der Best of 2011 White Columns-Ausstellung zeigen würdet.

Future zu Hauf, soviel man will.

It s okay, you know, I m just personally uncomfortable with it

16. März 2011

s. a. Lebensgefühl

Das 5 Jahre alte Green Gartside Interview in der taz ist wirklich gut.

(ich habe damals nicht mal nachgesehen, wie der aussieht. Es war mir egal. Und jetzt wundere ich mich eigentlich, daß das so ein Styler ist, oder war. )

_____________
(Aussehen)

____________________________

Ich könnte jetzt ein perpetuum mobile anfangen und alle alten Beiträge leicht verändert wieder aufbringen. Nicht alle sind gut, aber doch einige. Es kommt viel darauf an, wie man sie liest in welchem Licht mit welchen Augen vor welchem Hintergrund. Das kann ich schwer beeinflussen, muß mich auf irgendwas verlassen. Ich kann sie natürlich in vollster Verachtungseinstellung lesen, aber auch in vollster Liebe, durchdrungen von wohlwollendstem Interesse, wodurch sie schöner werden, regelrecht phantastisch gut. Je mehr man sich erklärt, desto schlechter wird s. Und wenn man anfängt sich zu rechtfertigen, ist man schon im Mus gefangen geht unter ist verloren wird lauwarm in Lauheit ersticken.

Ich widme dir dann widmest du mir.

(Post) Canvas

_________________________

ich versuche mir seit Tagen triftig zu formulieren, wovon genau wohl eigentlich die lähmende Wirkung der Katastrophe ausgeht. Ich glaube es ist die Dauermeldung im Deutschlandfunk oder sonstigen Tickern, daß die Situation einerseits immer schlimmer wird, aber die Meldung selbst, daß es immer schlimmer wird, immer gleich bleibt und in dem Sinn nicht schlimmer bzw. konkreter wird.

Weil man ein Schlimmes, von dem in Dauerschleife über lange Zeit halbstündlich mit immer fast gleichen Worten gesagt wird, es würde immer schlimmer, praktisch überhaupt nicht versteht und verzweifelt darüber, daß man nicht weiß, was es einem sagen soll. Was IST denn jetzt? – Ungefähr.

__________________

ungefähr wie die Politik-/Gesellschafts-/Diskussionssituation in Deutschland jetzt seit Jahrzehnten – spätestens seit der rot/grün-Verarschung – sich anfühlt. Das Schlimme wird immer noch schlimmer, ist so unfaßbar wie niederdrückend. Die Dräuung als folgenlose, nur schlimmer werdende Dauerdräuung. Zum verzweifeln wenn man an die schöne Jugend denkt, die in diesen runterziehenden Schmodder reingeboren wird.

Allerdings ging es mir früher auch nicht anders, obwohl es anders war. Mir hat auch keiner geholfen. (Achtung, post-Irony)

_______________

gartside.jpg   Foto Mike Laye

Ich glaube, auf dem Foto oben trägt Green Gartside die geleeartigen Sandalen, von denen er in einem Interview 1988 erzählt. Und zwar wäre er in ihnen zu seinem Psychologen gegangen und der hätte gesagt: daran, daß Sie keine richtigen, sondern quasi unsichtbare Schuhe tragen erkenne ich, daß Sie sich weigern in die Fußstapfen Ihres Vaters zu treten. Da hätte Green Gartside sich überlegt, ob er jetzt richtig verrückt werden sollte, oder aber get myself together und wäre dann nicht mehr hingegangen, zu dem Psychologen.

Sache verschärfen oder einfach nicht mehr hingehen.

Habit Forming

4. März 2011

habit-forming.jpg   Nach einer Woche Wohn- und Arbeitsgemeinschaft möchte ich von mir kein einziges Wort mehr hören müssen.

Markt    fish.jpg

 

20:05 Die Boys sind zum Essen gegangen. Ich habe mir ein Sabbatlicht angezündet und sitze unter den Sternen auf der Terrasse. Alle Arbeit ist getan. Morgen fahren wir nach Jerusalem und in der Nacht zum Sonntag heim ins Eis.

Foto: Monika Wesseling; BILD-Zeitung  03Mar2011.jpg

Ich finde ich sehe aus, als wenn ich ein bißchen verrückt wäre. Oder vom Ehrgeiz zerfressen. Oder von Angst. Und als wenn oben ein Stück Kopf fehlt. Die komische Kleidung sieht dagegen nicht sehr ehrgeizig aus. – Nick und David sehen in echt viel besser aus.

0:09 (1:09)

now.jpg

agreed, confirmed

5.3., 0:31

shabbes.jpg  protest.jpg

Heute in Jerusalem: Shabbes. (Jeder Zweite scheint bewaffnet.)

Ich sagte noch so dahin angesichts dieser sehr guten Ausstellung, dieser doch erstaunlich gut gewordenen Ausstellung: Es reicht leider nicht, daß eine Ausstellung so gut ist und man das selbst sieht, sagen kann und sagt.
Es müssen leider auch immer Leute von sozusagen der Gegenseite die nichts sehen, aber das Sagen haben, auch sagen, sonst ist es praktisch nichts wert. Das ist das Schlechte.

(Bilder folgen)

Gute Arbeitsbedingungen

25. Februar 2011

ben-gurion.jpg metalon.jpg arbeitsplatz.jpg

Shabbat Shalom!

______

26.2.

sf6931.jpg abendessen.jpg sgtz6.jpg

1./2. 3.

w21.jpgw5.jpgw6.jpgw4.jpgw1.jpg

30 Bilder in 5 Tagen ohne Drogen. Nicht so schlecht.

Eigentlich 4, einer fiel aus wegen Sturm und Schaffenskrise.

__________________________

3.3.11

vor der Eröffnung noch schnell im Meer schwimmen.

press release

Affinity? How does it play out among three artists whose illusions about one another are probably stronger than the ties of their association? Perhaps this would be a situation in which to set aside a magnified sense of self-doubt and to formulate a sense of personal involvement as art. To work very spontaneously, making decisions side by side and over one another? The premise is riddled with blind-spots, all the coordinates are overloaded. The fantasy of work in unison, or work in dischord, is up against its dissolution. I think we could come up with an insolent style. Webs and sediments of associations laid bare, the spillage of a personal trove touched up by someone else, stretched, mistreated, embellished, uplifted.

The hazard of collaborative work is founded on mutual esteem and an interest in the work of the others. Since the process is by nature experimental and difficult to calculate in its unravelling, the instinct to outrun it with an apprehensive trust is met with the hope that each individual’s moments of despair, fantasies of abandonment, and fear of falling into the bottomless can always be caught again in the hands of the others to be dissolved in the picture, as in reality, into a kind of beauty. The belief that ultimately everything that seems to me difficult and personally insurmountable can be realized by one or the other with surprising ease, synthesized in the fitting expression. That is how I really imagine it. You work yourself into a dead-end and can’t anymore, and one of the others sees a beginning. And if not, it is left to stand as a bare example, attesting to itself unsparingly. A great anticipation has set in and I don’t know what could be meant by the word failure, other than: we were cowardly, too polite, didn’t risk enough.

In anticipation of once own possible mediation issues in a place that is widely unknown to us in its complexity and density we are carrying in our own problems, hopes, conflicts, beauty-ideals and crises. Something we can overview and partially asses. As discursive as it must be, but with openness applied as a principle. Not to be a satellite or ambassador of the wrong stability that must erode – crumbling it up between us and on the walls. No more simulation!

An adequate exposure of conflicted projections of what it could mean to be an artist today experimenting with a collective practice, that negates the form of the collective that responds as an individual.

– David Lieske, Nick Mauss, Michaela Eichwald