Im Soag an Schas losen

29. Juli 2010

Tonausfall

Zum Glück bin ich nicht in psychologischer Behandlung. Die Psychologen würden mich die ganze Zeit ausschimpfen.

Welt am Draht

19. Juli 2010

ensemble.jpg  äh — kannst du bitte meinen Namen aus der Sache rauslassen?

Auf der Rückfahrt sah ich Ensemble komplett, und dann ein bißchen Welt am Draht von Rainer Werner Faßbinder, wer? Rainer Werner Faßbinder (Running Gag aus .. Dings) , dann war ich so müde und sah nur aus dem Fenster und dachte an das lustige Ruckzuck Künstler(miß)raten im Georgenhof. Nach der gelungenen Aufführung zur Jahresausstellung. Der Klasse.

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Das lustige Künstlerraten geht so. Einer klopft seinem zunächst abgewandten Vordermann, der so tut, als hörte er bis dahin nichts, auf die Schulter und gibt diesem eine möglichst blumige Beschreibung einer Kunst, die eine KünstlerIN macht, möglicherweise auch Hinweise ihr/sein Verhalten und Aussehen betreffend und der Angeredete versucht zu erraten, um wen es sich handelt. Der Erklärende erfindet so verrückt er kann und der Ratende rät einen Namen, der mit dem Beschriebenen idealerweise überhaupt nicht in Verbindung zu bringen ist. Jedweder genannte Name ist für eine richtige Antwort zu halten, außer man will den Ratenden ein bißchen quälen. Hat der Ratende den Namen genannt ist er selbst dran mit beschreiben.  -  Ich war bei dem Spiel so aufgeregt, daß mir vor Originalitätssucht und Angst vor der eigenen Stimme überhaupt kein einziger Künstler mehr einfiel. Schon 4 oder 5 Stationen bevor ich dran war. Lukas Cranach! Ernst Barlach!

Herausragend gut schnitt in dieser Disziplin übrigens Herr Max Schmidtlein ab.
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Bis Nürnberg saß ich zusammen mit einer älteren Dame im Ruhebereich-Abteil, die ihre ersten 20 Jahre in Berlin verbracht hat, dann hatte ihr Mann eine Anstellung in Freiburg erhalten, nach dem Tod ihres Mannes ist sie nach Hamburg gezogen und besucht nun regelmäßig ihren Sohn, der Ende Juli 61 geboren in München arbeitet. Eine Schwester hat sie in Berlin noch wohnen, die übrige Verwandtschaft sei auch in Berlin geblieben und nun hätten sie und ihre Schwester dort viele Gräber zu pflegen. Auch von der Partei aus sei sie öfter nach Berlin eingeladen. (die Partei? dachte ich, welche wohl? sie war so nett und klug, die CDU wollte ich ihr nicht zutrauen, fragte aber nicht aus Angst, sie verabscheuen zu müssen. Dann sprach sie so kundig und verständnisvoll über die DDR und das Transitwesen, daß es zwar bösartige Grenzer gegeben habe, sie aber im allgemeinen gute Erfahrungen mit den Leuten gemacht habe, daß ich doch meinte, sie müsse von der SPD sein. Einmal habe ein Grenzer ihr und ihrem Mann bei Einfahrt auf die Transitstrecke ein Kind auf den Passierschein eingetragen, was gar nicht vorhanden war und bei Ausfahrt aus der DDR hatte ein Grenzbeamter gefragt, wo das Kind abgeblieben sei. “Zu Hause” ulkten noch die Westdeutschen, aber der Beamte lachte nicht. Er mußte annehmen, daß die Eheleute ihr Kind in der DDR gelassen hatten und dann wurde aber festgestellt, daß auch das Autokennzeichen falsch war. Eine Verwechslung wahrscheinlich. Jetzt mußten sie warten, bis das KFZ auftauchte, mit dem sie verwechselt worden waren, das mit einem Kind unterwegs sein mußte, was nicht eingetragen worden sei usw. aber das andere Auto kam nicht. Sie warteten 1 1/2 Stunden und das Auto kam noch immer nicht. Nach 2 Stunden durften sie weiterfahren, niemand weiß, was geworden ist. Eigentlich ist die Geschichte langweilig, die Frau erzählte aber so nett und mitgenommen davon, als sei es gerade erst passiert und nicht vor 40 Jahren, ich hätte ewig zuhören können. Fast hätte sie den Zug verpaßt, weil sie ihren Becher nicht gefunden hat, einen normalen Pappbecher. Sie könne nicht aus der Flasche trinken,  es nie gekonnt. Wie gibts denn das! rief ich. Aber es sei wahr. Dann mußte ich leider aussteigen und war überzeugt, daß mein Anschlußzug auf Gleis 7 einfährt, wo dieser hier noch stand, aber weil der nicht wegfahren wollte und nur noch 2 Minuten Zeit war, bis der andere Zug kommen sollte, schaute ich nach. Da stand Gleis 5 und ich rannte los mit meinem sperrigen Koffer und der Schaffner hatte schon gepfiffen. Es war 15:37 und ich rief deinen Namen laut und vor allen Leuten.

Koyaanisqatsi

13. Juli 2010

15.7.10, 8:41

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21:38
Gegen Ende der heutigen Probe kam eine Journalistin und Herr D erklärte, was hier entsteht.  Ich hatte gemeint ergänzen zu müssen und hoffte im Sinne des Klassenverbundes zu sprechen, es ginge hier (Anlaß Jahresausstellung) auch um die bewußte Entscheidung für eine andere [offene und riskante] Form und eben nicht darum, einmal im Jahr ein Bildchen aufzuhängen usw., darum, einen wirklichen Prozeß abzubilden, bzw. zu zeigen daß man eben: wirklich arbeitet

Hoffentlich schreibt das die Frau von der Zeitung tief in die Zeitung hinein.

..

Gestern nach dem Bad im Tegernsee aßen wir am Berg und fuhren ohne Bremse mit Standlicht nach Rottach zum Club Key Largo. Da erzählte einer, daß Marianne Strauß sich hier in der Nähe t otgefahren hatte.

ts.jpg tss.jpg   (leider sieht man nicht, wie wahnsinnig gut es hier riecht!)

Marianne Strauß starb in der Nacht des 22. Juni 1984 gegen 22.30 Uhr bei einem Autounfall auf der B 307 zwischen Rottach-Egern und Wildbad Kreuth nahe des Weilers Scharling. In Rottach hatte sie eine Freundin besucht. Auf dem Heimweg zu der Wohnung im Seitenflügel des Schlosses der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth erlitt sie vermutlich eine Herzattacke. Ihr schwerer ockerfarbener Mercedes 230 E kam in einer leichten Linkskurve von der Fahrbahn ab, flog über einen Hohlweg und bohrte sich in eine Böschung. Marianne Strauß , 54 Jahre alt, war sofort tot – Genickbruch. Ein Busfahrer sah das Autowrack erst am nächsten Tag, es war zwischen Haselnussbüschen nur schwer zu entdecken.

atzlbeautykeylargo.jpg    natürlich nicht im Club Key Largo oder sonstwo drin gewesen, da kann man ja gleich zur Hölle fahren. 97% Pack, Untermenschen und Gesocks rund um den Tegernsee, in München gefühlte 88%. Die Stimmung, die das Wort Ästhetische Chirurgie auslöst. Wie Männer Frauen anschauen, nacktscannen mit der größten Selbstverständlichkeit und wie doch sehr viele nachgewachsene Frauen, hier die Gebildeten aus dem Universitätsviertel!, sich selbstverständlichst danach ausrichten. Wie ältere Frauen voller Haß jüngere anschauen, Verseuchung, Grobheit, Grausen ohne Ende, bis ins Grab, als wenn es sonst überhaupt nichts gäbe auf der Welt. In den U-Bahnhöfen dazu die öffentliche Belästigung durch Johann Strauß Walzer.
Nur vereinzelt mit irgendwelchen, schlimm, ja, aber wahr, ARBEITENDEN ORIGINALEN die in ihrer Tätigkeit aufgehen gibt es Trost. Oder natürlich in all dem unfreiwillig Ausgedrückten oder so, daß man in der Vorstellung manipuliert. Damit die gesehenen Szenen anders ausgehen. Lebt man meistens parallel zurückgezogen, nein, splitscreenartig, nicht zurückgezogen in der Vorstellung. Was? Überlegt sich beim Laufen, wie man laufen soll. Das ist ja ganz normal, ach. Eben am besten nicht an den Straßencafes etc. vorbei, aber ganz Schwabing ist ja ein einziges Straßencafe voller Menschen die soviel Not und Elend über die Welt bringen, sie und Ihresgleichen, und sich so gut fühlen dabei. Stört immer nur mich, peinlich.
16.7.10 Ach ja, immer dasselbe, komm, egal, machste nix dran. Schön wars im Freibad Ungerer Straße.
Die Alten untereinander sind eigentlich meistens ganz gut, immerhin.

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Lacrimosa

10. Juli 2010

Der Kapitalismus war abgeschafft. Trotzdem fuhren die Leute weiter morgens zur Arbeit, vielleicht weil sie die Rede auf dem Kongreß, an dessen Ende die Resolution zur Abschaffung des Kapitalismus verabschiedet wurde, nicht so richtig verstanden hatten und lieber nichts falsch machen wollten.

(Der Verdienst einer “schlechten” Ausstellung: wenn sie es schafft darüber nachzudenken, was schlechte Ausstellung heißt, was Enttäuschung heißt, was das Ende heißt. Das ist ja viel mehr, als die meisten Austellungen auslösen, die einem einfach egal sind, die nichts treffen, was irgendwie wichtig ist. Wirklich grausam aber ist doch, sagte der sich betrogen fühlende Student,  wenn diese doofen Leute, die nie was begriffen haben und nie etwas wirklich woran gehangen haben, plötzlich begeistert sind und plötzlich meinen zu verstehen, worum es da geht.)

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Ich wundere mich, daß um halb 7 schon soviel los ist . Alles sieht im Morgenlicht viel schärfer aus und der Plötzensee ist ganz warm.

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Da ich nicht geschlafen hatte, war ich ein bißchen komisch drauf und dachte, vielleicht merkt man gar nicht wenn man ertrinkt wenn man so in Gedanken ist, aber man würde es wahrscheinlich schon merken, an irgendeinem Detail.

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goncourt ist z.B. aufgefallen, daß Zizek  jedes Buch 2 mal im Nachtschrank hat.

Das Wort namenlos im Gedicht von Johannes R. Becher und Seibert, der Regierungssprecher.

Kleine Meinungen

Eine Galerie hatte geschrieben, daß die Ausstellung in Wien statt Pofalla in Wien Michael Eichwald heißt. Michaela Eichwald zeigt Michael Eichwald. Wahrscheinlich wegen der Hitze finde ich den Titel plötzlich so gut und meine, ich sollte ihn für irgendetwas verwenden.

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L fragte, ob ich den Film Das Ende des Regenbogens noch kenne. Zwar kann ich mir es nicht erklären, aber ich kenne den Film überhaupt nicht, obwohl er aus dem besten Jahr der Welt, 1979, stammt. Alles hätte immer so bleiben sollen, wie es 1979 war und aussah, größtmögliche    Diversifikität    bei totaler Aufbruchstimmung, in alle Richtungen. Das einzelne Jahr 1979 hätte man von mir aus gerne auf ein ganzes Jahrzehnt ausdehnen können. Gerne immer noch, auch jetzt sofort.
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10./11.7.
Güterbahnhofsgelände Pankow
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großartiger Abend. Ich neidete den Schauspielerinnen ihre schöne Aufgabe, die schlanken Körper, Beweglichkeit, die schönen Beine, das Zutrauen in ihr Können, alles.

Verzweifelt verstreichelt mei Zeich

6. Juli 2010

artfriends

Mätzchenkunst

Beschwichtigungskäufe

Ich möchte eine Kritik formulieren, mit wem seid ihr eigentlich nicht befreundet?, kann es aber nicht.

aloof

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Heute große Probleme. Ein echtes Problem die Aussage, daß man nicht mehr politisch handelt, wenn man nicht loyal ist. Ist dann politisch handeln prinzipiell immer lügen, oder nur manchmal? (Verbindlichkeit nimmt aber auch nur zu, wenn man willentlich so entscheidet. Man kann auch anders entscheiden. Aber was ist das für eine komische Sprache, ich bin ihrer nicht Herr.)

23:05 der gehirnamputierte Kahn spricht ja tatsächlich so, wie der Pocher ihn damals nachgemacht hat.

Ich habe Sonntag, Montag und Dienstag nichts gemacht, außer nachgedacht und dabei überhaupt kein faßliches Ergebnis erzeugt. Auch was ich nicht direkt beeinflussen konnte, überzeugt nicht in seiner Art:

ich sollte für Isa Genzken etwas zum Anziehen nähen. Dann hatte jemand aus der Crew eine Pizza bestellt und der Pizza-Bote war schon hinter mir auf der Treppe. Ich stand vor einer Türe, an der außen eine Kette, dünn wie eine silberne Halskette mit Knoten drin, vorgelegt war und an der ich herumfummelte, um den Mann hereinzulassen. Dann fühlte ich einen schweren stumpfen Schlag von hinten im Nacken, ich taumelte herum und da stieß mir der Pizza-Bote schon ein Messer in die Brust. Ich dachte ganz überrascht: Er sticht mich einfach ins Herz! Warum? Ein scharfer kurzer Schmerz, da war ich auch schon tot und fiel um.

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7.7. Vielleicht fiel die Beichte zu leicht und es hängt nichts mehr daran.

8.7.

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Es kann mir doch keiner erzählen, daß der dumme Teichrohrsänger nicht merkt, daß der dicke Vogel, den er da füttert, nicht sein lieber Angehöriger ist.

Die  Kapitalismuskritik wird wirkungslos bleiben und keine fühlbaren Ergebnisse hervorbringen, solange sie nur allgemein und diffus auf “das Kapital” “den Kapitalismus” zielt und nicht auf dessen tatsächliche fleischliche Träger und Motoren. Das Problem ist, daß der Feind kein Gegenüber ist, sondern überall herumsteht und beim Dinner herumsitzt, total nett ist und von seinen irgendwie perfiden kostenintensiven (aber doch auch irgendwie lustigen! ned? - nö) Begierden und seiner Zerrissenheit faselt.

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ich kriege selber so schlechte Laune davon

Das Problem ist, was Leute als einzelne Personen meinen für sich beanspruchen zu können, sich wert sind,  selbstverständlich verdient zu haben glauben, — womit eigentlich?

und wie sie sich aufführen und was sie abstrahlen auf die nächsten Blöden, seelisch Verrotteten, die da dann auch hinwollen und damit alles in Gang halten.
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ach Gott, ist das langweilig.

Prada-Taschen sind wirklich sehr gut verarbeitet.

Kunstfälscherbande an der Bergmannschule

2. Juli 2010

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Wir gehen als Kriminalbeamte des Fälschungsdezernats Hinweisen aus der Bevölkerung nach, daß der Direktor der Grundschule Bergmannstraße Schüler in einer sogenannten Meisterklasse zu Kunstfälschungen anstiftet und sich dadurch persönlich bereichert.

Die Kinder versichern, von all dem nichts zu wissen. Wir nehmen aber an, daß sie lügen. Denn manche fangen an zu weinen oder fragen, ob sie jetzt ins Kinderheim kommen.  Selbstverständlich! Und eure Eltern ins Gefängnis.

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heute diego.jpg  Kein Geheimnis warum die Leute drauf sind wie sie drauf sind.

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Sofort muß man sein Leben gewinnen

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sein vollständig irdisches Leben, in dem alles machbar ist.

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Von der Kraft und der Stärke des Geistes kann man gar nicht genug erwarten.

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[Antwort auf die Frage »Erleuchtet uns und unsere Handlungen das Denken mit derselben Gleichgültigkeit wie die Sonne, oder was ist unsere Hoffnung und welchen Wert hat sie?«]

St. Johanni

25. Juni 2010

Raus aus dem Alltagstrott und die Sorgen vergessen, hieß es wieder einmal an St. Johanni. Der 24. Juni ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer und markiert das Ende der Rhabarber- und Spargelernte. Der 2. Austrieb der Gehölze (Johannistrieb) beginnt nun.

Bei herrlichstem Ausflugswetter ging es gut gelaunt und bepackt mit Kartoffelsalat, Eiern und Schwendgurken früh um 7 los, zusammen mit Sven und uns beiden Cornelias. Witziges Detail: Auch die andere Cornelia stammte aus einer Opeldynastie und steuerte den roten Opel Attila sicher und flüssig durch den Stadtverkehr. Der kesse Sven spielte auf seine unnachahmliche Art den Navigator und bald hatten wir aufgeregt schnatternd den Kontrollpunkt Dreilinden passiert. Die beiden hatten mir noch nicht verraten, wohin die Reise ging und ich konnte die Spannung kaum noch aushalten.

palais.jpg  schonsuper1.jpg shon.jpg verstehe.jpg
Nachdem wir die Ausstellung gesehen und für  unser leibliches Wohl gesorgt hatten,  machten wir uns frohen Mutes in schönstem Sonnenschein auf zu den traditionellen Quellgängen, um alles Unglück des kommenden, wie auch des vergangenen Jahres ein für alle Mal abzuwaschen. Laut Becker-Huberti muß dazu fließendes Wasser aus Quellen oder Bächen verwendet werden, mit dem man die mit Johanniskränzen geschmückten Frauen besprengt. Die Kränze bestehen aus siebenerlei bzw. neunerlei Kräutern und Pflanzen, z.B. Bärlapp, Beifuß, Eichenlaub, Farnkraut, Johanniskraut, Klatschmohn, Kornblumen, Lilien, Rittersporn und Rosen. Lange Rede, kurzer Sinn: Eine Dusche aus dem Rasensprenger vor Sans-Souci (”ohne Alles”) tat es schließlich auch, befanden die zwei Cornelias großzügig und kicherten vergnügt.

Außerdem: Potsdam sieht vielerorts aus wie die nachgebaute Straßen-Attrappe genannt “Alt-Berlin” im Phantasialand Brühl. Sofort wollen wir in so einen Freizeitpark fahren, Heidepark Soltau oder irgendwo Goldnuggets diggen gehen.

bricht ab

und überlegt zur Kommunismus-Konferenz zu fahren, oder zur Biennale, oder beides, heute abend ist auch allerhand.

Unbenannt.jpg   möchte klingen wie die Seniorenzeitschrift OASE

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Morgen: wie Cornelia in der Tür der Tier-Tafel und des Täter-Opfer-Ausgleichs von einem Berber gefragt wird, ob sie schon einmal in einem Ameisenhaufen geschlafen hat.

Bonus: Wie die eine Cornelia von der anderen gefragt wurde, ob sie “Beziehungen” führe. Schrecklich.

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27.6.

Nach dem Tafelspitz im herrlichen Garten am Moritzplatz fuhr ich zur vom Kommunismus rot angeleuchteten Volksbühne und beobachtete die Kommunisten, die einen ganz guten Eindruck machten, junge, moderne Leute aus verschiedenen Ländern, eine Gruppe unterhielt sich links von mir in einer extrem seltsam klingenden Sprache. Bald dachte ich, das müsse ungarisch sein, bald dachte ich belarus. Das Christentum ist doch nicht aus der Tatsache entstanden, das es den historischen Jesus gegeben hat, der zum Märtyrer wurde. Zu der Zeit gab es hunderte Heilsprediger, die Märtyrer wurden. Das Christentum gibt es nur deswegen, weil mit Macht behauptet wurde, daß gerade dieser Jesus der Sohn Gottes, des einzigen Gottes ist und Gott ihn auf die Erde gesandt hat, damit er für die Sünden der Menschen stirbt, die, wenn sie das nur glauben und bekennen, nach ihrem Tode weiterleben werden. So eine grundabstruse, unlogische, unwahrscheinliche Geschichte hätte sich ohne penetrante Promo-Jünger niemals durchbringen lassen und auch nicht ohne Androhung von Strafe bei Unterlassung. Das gilt für alle Heilsverheißungen und am Christentum läßt sich so gut studieren, daß man den größten Blödsinn, der hinten und vorne nicht zusammenpaßt und auch mit der “Wirklichkeit” nichts zu tun hat, trotzdem so durchsetzen kann, daß Menschen tatsächlich darin, davon vollkommen durchdrungen, leben.

Will ich damit sagen, was der extrem komplizierten Christentum-Idee gelungen ist, müßte doch der dem Menschentum viel näher liegenden Kommunismus-Idee erst Recht ein Leichtes sein, oder was?

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Lutterworth, der eigentlich das ausverkaufte Castorf-Brecht-Stück sehen wollte, wich auf ein anderes aus und berichtete enthusiastisch. Re-Enactment eines Theaterstücks einer fahrenden Bühne Ende der 60er in wo? Rumänien? (”Das Stück Pupilja, Papa Pupilo and the Pupilceks - Reconstruction von Janez Janša ist das Reenactment einer neoavantgardistischen Performance von Dušan Jovanović, die 1969 im damals sozialistischen Slowenien stattfand.”) an dessen Ende das Publikum entscheiden sollte, ob auf der Bühne ein Huhn geschlachtet werden soll. Das Publikum war in der Mehrheit dafür. Dann sagte einer der Schauspieler, gut, dann soll es auch einer aus dem Publikum machen. Binnen 3 Sekunden war dann wohl ein Mann aufgestanden, zur Bühne gekommen und hatte das Huhn in einem Bottich in die Brust gestochen. Das wäre Wahnsinn gewesen, eine wahnsinnige Spannung. Auch andere erzählten davon jetzt ganz aufgeregt, jeder aus seiner Perspektive eine ziemlich andere Version, natürlich, und das ja die Schwierigkeit, die Frage interessant sei, was Re-Enactment eigentlich bedeute, bedeuten soll, bedeuten könne, konkret, vor Ort. Dann kam Fetzer und sagte, das Huhn lebe und sei bereits verbunden worden. Die anderen: NEIN! - Doch, tatsächlich. Re-Enactment. Und Lutterworth hatte nachher einen aus dem Ensemble gefragt, ob das nicht doch einer aus ihrer Truppe war, der das Huhn erstochen hatte. Ehrlich nicht, hatte der Schauspieler gesagt und das sei auch noch bei keiner Aufführung (in keinem anderen Land) passiert, daß das Publikum gefordert hat, das Huhn zu töten. Nur bei den gelangweilten Hauptstädtern der Bundesrepublik.

Um 23 Uhr gab es noch das Konzert vom Schwabinggrad-Ballet, wo ich erst dachte, au, lustig schrille Selbstentblößung mit menschlichem Augenzwinkern, dann wurde es besser bis teilweise richtig gut und als großer Ted Gaier Fan freue ich mich immer über den Anblick Ted Gaiers.

Jetzt tue ich zur Arbeitsstelle fahren. Der Zug wird hoffentlich leer sein, Deutschland gegen England.

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Lied für aus dem Zug rauszukucken zwischen Saalfeld und Nürnberg, bei Sonnenschein

IBM - Batteries Not Included

28.6.

Hey, Frank Rennicke kandidiert ja auch als Bundespräsident.

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Das wäre ein Spaß.

29.6.

Uwe Lausen in der Villa Stuck: Ja!
(besonders 1962 - 1966)

U. Lausen hatte geraten, die Gruppe SPUR aus der Situationistischen Internationalen auszuschließen.

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U. Stolterfoht im Literaturhaus München, heute 20 Uhr: Habe ich ein Glück!

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Heute morgen im Nordbad war unter der Dusche eine steinalte Frau mit erstaunlich, praktisch geisterhaft jugendlichen Brüsten, bei von mir ansonsten für normal gehaltenen, altersmäßig angepaßtem Bindegewebszustand. Der Busen war eher klein und nicht aufgefüllt, natürlich, ganz komisch. Dazu hatte sie ein schönes uraltes Gesicht mit hellrotem Mund. Ich muß von der nackten Frau so fasziniert gewesen sein, daß ich sie plötzlich anredete, bzw. hörte, wie ich sie anredete, damit sie etwas sage: Das wird bestimmt ein sehr heißer Tag, wo es jetzt bereits so heiß ist! Sie antwortete: Ja, am besten man macht alles in der Früh! — Das würde ich auch gern, ich brauche leider so lange, um wach zu werden. Aber naja (oder so). Dann verabschiedete ich mich.

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Pink Floyd and his Band

16. Juni 2010
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Could you please sell the piece? I don t want to take it home again, its too fragile.
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UNMITTELBARER ZWANG UND BESONDERE BEFUGNISSE

3. Juni 2010

Prinzip der Verhältnismäßigkeit beachten.

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Eichwald schlägt vor, daß wir - wenn´s sich ausgeht - vor der Fahrt nach Büchsenhausen bei der Bundeswehr-Akademie vorbeifahren zur Eröffnung der Ausstellung UNMITTELBARER ZWANG UND BESONDERE BEFUGNISSE. Erst Bundeswehr, dann Tirol. Heute denken, morgen fertig. 

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*

Sie kommen mich holen.

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6.6.

Matinee im Arri-Kino Das weiße Band, dann Michael Schmidt Haus der Kunst. Ein paar der Mauersegler kenne ich noch aus dem letzten Jahr.

Krasser Film. Daß das Dorf Eichwald heißt, hat mir niemand gesagt.

Burghart Klaußner, Susanne Lothar, die Freundin vom Lehrer auch sehr gut, Leonie Benesch. Die tollen Kinder vom Pastvogel.jpgor. Der Martin. Und die Tochter vom Arzt. ihr Bruder und der kleine Junge mit dem Vogel.

Draußen gleißend hell und ein Mann mit langen grauen Haaren und Bart an der Arri-Theke beim Weißbier fragte, wie ich es gefunden hätte. “Ich bin bewegt”, sagte Eichwald. Tatsächlich hatte ich mehrmals geweint. Dann ging ich zur Toilette und sah mit Schrecken, wie durchsichtig das Kleid ist. Schnell heim Unterrock anziehen.)

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Bei der Bundeswehr-Akademie bekam ich dieses Schild. Daß mein Ausweis abgelaufen ist hatten sie nicht bemerkt.

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sigmar-polke-moderne-kunst-1968_72dpi.jpg   Zu Hause sterben.

Nichts ist fertig. Keiner weiß Bescheid.

Da sagt man anderen immer, als Trost: wenn du nicht nervös wärest, wäre ja wohl was faul. ok. Aber was soll man sich selber sagen? Bei mir wirkt es nicht!

Blumenkohl, was ist das?

28. Mai 2010

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Hund im Motto-Hof

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Schlesisches Tor

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Heike Kabisch bei Chert

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Nick Mauss bei NEU

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Artothek im n.b.k, Chausseestraße. Hier sieht vieles ganz aktuell aus, bzw. tw. zukunftsweisend, vielleicht auch wegen der Kombinationen. Es reicht wenn man seinen Wohnsitz in Berlin hat, um auszuleihen. Einfach hingehen und mitnehmen, nur 1,50 Versicherungsgebühr wird erhoben. Man könnte sich die ganze Bude mit solchen Ensembles vollstellen. Meine ist leider schon voll. Neben dem Herrenklo hängt ein Markus Wolf von Thomas Kilpper, allerdings mit so einem eingenähten Boutique-Balken im Stoff, blau. Da dachte ich, das stört. Markus Wolf soll rein bleiben und nicht durch modische Accessoires verunziert werden. Mischa sieht ja wohl gut genug aus!

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Im Roten Rathaus

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Der Russe Putin hatte dem regierenden Bürgermeister eine Uhr geschenkt, wohingegen der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Bill Clinton, ihm anscheinend nur ein bißchen eingerolltes Papier mitgebracht hat. Und zwar hat wahrscheinlich Clinton Diepgen die wertlosen Blätter geschenkt und Putin Wowereit die Uhr. Der ungenannte Präsident von Mali kam mit der geschmackvollen Ledertasche.

Julia Encke hat mit ihrer Einschätzung über den Preisträger leider ziemlich Recht, ein Selbstbewußtsein im Auftreten, das mittel bis schwer ins Unangenehme ragte, aber die Laudatio von Ulf Stolterfoht war mir eine Freude.
(Ich bin zwei Öltanks)

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Heute hatte ich nichts in den Mauen und nur unter Mühen diesen Raum geschafft, die Decke hatte ich gestern schon gestrichen. Der ältere Sohn hat sich schlössergelb gewünscht, hoffentlich ist er´s zufrieden.

Während der Arbeit erzählt mir D von der Versammlung und welche Vorkehrungen man treffen muß, falls der Herr Jesus überraschend in der Nacht kommt. Kleidung ordentlich über den Stuhl legen, gewaschen ins Bett. Er kenne eine Frau, die habe zwei Unterhosen übereinander an, damit sie, wenn der Herr Jesus kommt, die schmutzige schnell ausziehen kann.

vgl.

Es sind alle Dinge so voll Mühe


Karneval der Kulturen

24. Mai 2010

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Mein armer nervenschwacher Freund wurde immer noch nervenschwächer angesichts der unangenehm lebensbejahenden, urknallauten Sambarhythmen vor seiner neuen Wohnung und bat uns, die Fenster zu schließen und in Ruhe weiter zu arbeiten.

Die Dämonen sahen gut aus.
Ein bißchen wie die Kölner Hunnenhorde.

Sehr lustig war, wie der F von NA dem [51jährigen] D riet, er solle zur Steigerung seines Selbstbewußtseins vielleicht doch noch den erweiterten Hauptschulabschluß nachmachen. Also mit Befähigung zur Realschule.
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Dienstag, 25. Mai 2010

berichtigung.jpg   um 2 eingeschlafen um 3:17 aufgewacht, ein Auto hupte ca 10 Mal, immer ganz kurz, in Brüchermühle wollte ich mich im Balkonzimmer zum Schlafen hinlegen, es war ganz dunkel und ich hörte jemand atmen. Ich ging hinaus und trat auf eine Eidechse, die aber schon tot war. Dann stand ich auf und trank ca 1 bis 2 Liter Cola. Jedenfalls ist es jetzt, am Morgen, frisch und klar. Nachts, wenn die ebay-Kunden schlafen muß ich wachen, daß ich nicht allerhand Mist ersteigere, ich ersteigerte seltsame Reklameentwürfe aus den 30er Jahren für Produkte, die nie die Marktreife erlangten und plötzlich hatte ich auch eine Idee für die Edition für Pro Choice. Unter Verwendung dieser frühen Nazi-Grafik des Abiturienten, Ewald Eichwald, endlose Hunnen-Kolonne, rette uns. 6 bis 10 Stück. 30 x 50. Die Mappe kam in einer großen Schachtel, wo ein Plastikhaus von Mattel drin war, aber nicht Barbie, ich habe es vergessen. Barbie sein Pferd. 8 Stück frühe Nazi-Grafik des Abiturienten Walter Hellmer 1935/36. Der Übergang vom Wandervogel zum Nationalsozialismus in drei einfachen Schritten.

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Meese

20. Mai 2010

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scheint schon älter zu sein, ich sehe es zum ersten Mal. Anzeige aus der FAZ vom 21.5.10

Also wenn schon, dann müßte es natürlich auch nach draußen in die Kästen rein, wie JOOP!, Müller-Westernhagen, Udo, Sarah Connor und nicht nur zu den wohltemperierten Faz-Lesern.

Das ist der neue Immendorff, der Nachfolger des letzten großen BILD-Kollaborateurs.

 Hoffentlich wird er nicht krank.