In der Umsetzwohnung

31. Juli 2021


Der Vorsatz, sich nicht einrichten zu wollen (in der Welt, in der Arbeit, in den Verhältnissen, in der Wohnung) schlägt hier in der Umsetzwohnung ein bißchen zu stark aus. In die Richtung, sich vollkommen falsch und am vollkommen falschen Ort zu fühlen.
Was man (ich) in Berlin sowieso ständig denkt: ob ich hier bin oder weg bin, macht in Wahrheit keinen Unterschied. Selbst wenn man es hart, sachlich, unverkitscht haben will, ist das ein bißchen zu traurig und zu wenig produktiv.

Um die Post zu holen muß ich zur alten Wohnung, bleibe dort gemeldet, wo jetzt niemand mehr wohnt. Das ist einigermaßen komisch, da jetzt ins verwahrloste Treppenhaus zu meinem Briefkasten zu gehen. Alle 3 Tage etwa.

2.8.21
vor sich hinfremdeln

Der Sinn von unbefriedigenden Bildern

27. Juli 2021

privat

Archiv gibts keins

4. Juli 2021

Die Zukunft der Malerei.

9.7.21
Gespräche: andere darüber zu informieren wie man arbeitet, könnte textlich ganz schön schlicht ausfallen.

Es gab im Rahmen der Walker Art Ausstellung von Pavel diese (mich selber auch interessierenden) Fragen, die ich alle 2, 3 Stunden wahrscheinlich anders beantworten würde.
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You came to visual art through studying philosophy, history, art history, and German philology: how do you think your studies influenced your work as an artist? 

How does a work start for you? Is there a typical process that leads towards a painting? Do you work on many simultaneously?  
Kein typischer Prozeß, oder: erstmal etwas machen, damit was da ist (von dem man sich absetzen kann).
Meistens an mehreren gleichzeitig.

How do you know that a painting finished? 
Das Bild teilt von sich aus mit, daß es eventuell fertig ist.
Wenn es nach der Fertigstellung noch länger offen herumhängt und nicht wegtransportiert wird, geht es möglicherweise, wahrscheinlicherweise, wieder über in den Status des Unfertigen. – Ich halte aber eine solche Aussage fast für banal oder trivial, weil ich denke, das geht quasi allen so. Allen Bildern und allen, die an Bildern arbeiten. Das muß man gar nicht extra erwähnen.

Your sculptures consist of objects trapped in accidental arrangements, frozen by resin. What role does chance play in your work? 

Your paintings occasionally show snippets of text or suggestions of figurative elements, yet overall they consistently veer towards abstraction. What does abstraction mean to you, what does it offer? 

In an interview with Diedrich Diedrichsen, Albert Oehlen advocated for the possibility that abstract painting existing beyond the need for interpretative frameworks or an artist’s recognizable trademark or style: ‚my concern, my project, is to produce an autonomy of the painting, so that each work no longer needs that kind of legitimizing framework‘. What is your hope for painting beyond the limits of language, context, style? 

In a 2016 interview with Pablo Larios you reflect on the issue of cui bono or ‚who benefits?‘ in regards to art, painting, and life. How you do think about those issues today, in 2020? 

I believe that art is a form of enquiry and speculation: a means to ask questions and present problems, rather than provide answers. What questions are you interested in raising through your work? 

What makes a great painting? 
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Dann also lassen, oder: ob man das irgendwie vielleicht mit abbilden könnte.
Aber die Hauptfrage bleibt, warum denn für wen denn.
Vor allem, wenn man selber keine Kunstmagazine liest! und zwar wirklich keins. Weil gleicher Effekt wie Beauty-Magazine. Nur schlechte Laune. Unverständnis. Abscheu, Verzweiflung, Todessehnsucht.

Man bräuchte andere Formen und Formate und weiterhin: Gründe.

Heute um 12 1. Impfung im Erika Heß Eisstadion

26. Mai 2021

Moderna
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VB

25. Mai 2021

Am 25.05.21 um 10:02 schrieb Michaela Eichwald:

 ich habe an der Volksbühne gearbeitet und da einen Karren mit zwei Ochsen zu führen und zu betreuen, der mir plötzlich in Baden-Württemberg von der Landkarte verschwunden ist und irgendeiner meinte, die seien bestimmt schon über die Grenze.

freue mich auch sehr, bald wieder ins Theater zu können. Es gibt ein Pollesch-Stück innerhalb der Wiener Festwochen, – “ René Pollesch wurde um eine Operette gefragt, liefert mit der Uraufführung Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer aber eine Art „Tanzfilm“ (Premiere 5. Juni)“ – da gehe ich am 6. Juni hin.

gestern noch ein gutes Zitat im FAZ Interview mit Birgit Minichmayr gefunden:

Bei den jetzigen Debatten über Rassismus und Sexismus heißt es von manchen, das Theater sei ein besonderer Raum, in dem Grenzüberschreitungen dazugehören. Ist das so?

Es ist sehr individuell. Ich finde es gut und ausschließlich positiv für unsere Gesellschaft, dass man über Sprache nachdenkt und darüber, wie unbewusst oder bewusst Diskriminierung im Alltag genutzt wird. Menschen, die ihre Machtposition missbrauchen, gibt es aber überall. Unser Beruf hat auch mit einem Raum zu tun, der eine andere Gesetzmäßigkeit mit sich bringt. Ein Kunstraum, in dem man sich künstlerisch miteinander auseinandersetzt, man auch aneinander krachen darf und muss. Natürlich gibt es Menschen, die dich niedermachen, weil sie dich niedermachen wollen; die ihre eigene Unzulänglichkeit an jemandem anderen auslassen. Und andere, die Energie reingeben, um dich voranzubringen. Man kann das auch tun, ohne dabei unter die Gürtellinie zu gehen. Aber wo sich diese Gürtellinie befindet, kann nur jeder mit sich selbst ausmachen. Man kann das nicht über einen Kamm scheren. Und Missverständnisse sind in künstlerischen und nichtkünstlerischen Auseinandersetzungen miteingeschrieben, man geht in unserem Beruf in kürzester Zeit eine fast intime Beziehung miteinander ein. Es ist schwer, einem Außenstehenden künstlerische Prozesse verständlich zu machen, das ist sehr komplex. Aber was ich natürlich nicht toleriere, ist, wenn man Leute fertigmacht, weil man schlechte Laune hat oder es nicht gut läuft und dem Regisseur oder der Regisseurin nichts anderes einfällt, als sich ein Opfer zu suchen. (…)

FAZ 24.5.21

kurz zurück nach Berlin.

Wir haben die Zulassungsprüfungen hinter uns, am 5.6. geht es wieder nach Wien, dann stehen Diplomprüfungen an.

Was ist eine gute Klasse?
Wie kann ich darauf hinwirken?

Euer F.

1364 Online-Anmeldungen
1197 Bewerber_innen haben Portfolios hochgeladen, gültige Bewerbungen
190 Bewerber_innen wurden zur Prüfung eingeladen
119 Bewerber_innen wurden zum Studium zugelassen

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H: Warn ein paar gute dabei bei den Prüfungen?

ja, warn ein paar Gute dabei. Wir nehmen 10 plus X, es kommen auch Klassenwechsler dazu, alles ziemlich diffus, weil wir auch noch nicht alle kennen, die im Moment da sind. Es scheint auch welche zu geben, die allein und unsichtbar vor sich hinmachen. ist natürlich auch möglich.

Grundlagen III

29. März 2021

Wir sind eine Heilsarmee für Dekorateure

27. März 2021

Die Gitter müssen weg

und durch inneren Auftrag ersetzt werden.

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Persönlichkeitsstörung ist keine Bedingung für die Aufnahme.

Schneesturm komm und schnei mich zu

5. Februar 2021


Kampf der Luftmassen
Brandenburg rüstet sich für den weißen Riesen.

In der Extremunwetterzone befinden sich keine Ortschaften.

falls Du Zeit hast

empfehle diese neue arte-Nazi-Doku.
https://youtu.be/fdloeMNZs7k

Schwierigkeiten, Ökonomie zu verstehen. (schon das Wort „Wechsel“)
Rüstungsindustrie, MEFO-Wechsel, Hjalmar Schacht, Geld erfinden was man nicht hat. Mit Schulden bezahlen.

10.2.21

Der Fitnesstracker fängt an, mir Phasen, in denen ich lese oder fernsehe, als „Nickerchen“ auszulegen und auf den Gesamtschlaf anzurechnen!

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12.02.2021
1202.20.21
Palindrom
Kaiserwetter

Spaziergang als Spinne, die zuviel Kaffee getrunken hat
mit immer gern gesehenem Gast aus München.

Der Dämon sitzt alleine im Folterkeller und wartet auf Kundschaft

10. Januar 2021


Die Strangsanierung rückt näher. Im Hinterhaus reißen sie das Holz heraus und werfen es aus den Fenstern in zwei beige Container im Hof, auf denen DARE steht. Qualmwolken aus Staub, unangenehm dumpfe Bohrgeräusche. Das Fahrrad haben sie mit den anderen auf einen Haufen zusammengeschoben.

Situation im Vorderhaus schwer einzuschätzen. Gestern um 22 Uhr 30 war bis auf meine und eine weitere Wohnung alles finster. Von mindestens drei Mietparteien ist bekannt, daß sie gegenüber in den Neubau gezogen sind, zu ähnlichen (guten) Konditionen. Plus dort Fußbodenheizung.
Obwohl sie jetzt nur 50 Meter weit weg wohnen, habe ich seit ihrem Auszug im letzten Sommer keinen von ihnen mehr irgendwo gesehen.

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Die mißlungenen Skulpturen im Wald aussetzen.

Nachlaß wird nicht gewährt.


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Gute Laune: Wäscherinnen
von Jürgen Böttcher/Strawalde

20.1.21
Seit 14. Januar Fitness-Tracker im Einsatz, der gestern ausgetauscht wurde weil er zu ungenau maß. Die Herzfrequenz stieg auch bei größeren Anstrengungen nicht über 80, etwa beim Flakturm hochgehen. Dann wieder registrierte er es plötzlich doch, meldete 150 bpm, übertrug die Daten aber nicht.
Der Neue (Huawei Honor Band 5, 36 Euro), scheint genauer und zieht gleich andere Saiten auf: Du bist um 2 Uhr 38 eingeschlafen, das ist etwas spät. Versuche zwischen 22 und 6 Uhr zu schlafen.

Hupen zwecklos — Fahrer von Peking ferngesteuert.

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Jetzt auch das nochmal hören. I love it.
Zwischentöne mit Professor Thomas Heise.

Daß die Wiener sich das gefallen lassen. Diese vielen Professoren aus Berlin an ihren Bildungsstätten!

19:02
Robinette klingt wie ein kleiner Tischstaubsauger.

Schildow

17. Dezember 2020
heute

Kleine Fahrradtour
dérive

accent aigu
e mit Akut

4 Stunden, Panke hoch, danach bis Schildow

Bürgermeister Filippo Smaldino (SPD)

Clematis vitalba

18.12.20

als ich mit dem Fahrrad durch etwas gruselige, verkommene Kleingärten in Blankenfelde fuhr und ein Bild von dem Grünkohl machte, ging plötzlich das Handy los, Nummer 0221 217021 oder so, ich dachte, das wäre mein Kumpel Matumba und meldete mich ganz treuherzig und ein bißchen doof und dann redete am anderen Ende eine unbekannte weibliche Stimme vom Kölner Kunstverein wegen einer vergessenen Rechnung, habe mich kurz erschrocken, redete dann treuselig einfach so low weiter, als würde man sich kennen. Die Teilnehmerin auch. prima –

You sent Today at 12:39

dann wurde es dunkel und fing an zu regnen und ich landete auf so schmierigen Feldwegen, dann schon in Brandenburg.

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Foto Stephan Janitzky

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versuchsweise ins Dunkle hineinformulieren

Jetzt ist es so schön still hier.
Man hört vom Schlafzimmer aus wie in der Küche im Ofen der Nudelauflauf schmurgelt. In der blau-schwarz emaillierten Vierkantpfanne der Firma Krüger aus Ahlen von der Auer Dult, 2010 dort gekauft.
Nun ein fernes Brummen unten im Treppenhaus. Bären.



Heilig Abend 2020
Ich möchte mich raufen.
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26.12.20
Wir hatten die Zelte und Bauten am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni zunächst für ein riesiges temporäres Impfzentrum, eine Impfstraße, gehalten. Sie dienen aber der publikumslosen TV-Silvesterfeier mit u. a. Jürgen Drews. — Ob auch Feuerwerk abgeschossen wird, wußte die Ordnerin nicht.

27.12.20
Große Impfparty ohne Publikum und ohne Musik.

Heiner Müller „Der Terror, von dem ich schreibe, kommt aus Deutschland“ von Michael Opitz.

(Wdh. vom 6. Januar 2004)

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Theaterpädagogik. Wie eindeutig darf ein Lehrstück sein?
Kann „Lehrstück“ überhaupt ein Ansatz sein?

„Diese Bezeichnung gilt nur für Stücke, die für die Darstellenden lehrhaft sind. Sie benötigen also kein Publikum.“

Brecht, GBA Band 23, S. 418.

ach so!

„Aufführungen vor Publikum rufen erfahrungsgemäß nichts als moralische Affekte für gewöhnlich minderer Art beim Publikum hervor. Ich gebe daher das Stück seit langem nicht für Aufführungen frei.“[16]

12:20
Ruptly is now live from the vaccination hub in Nuremberg in Germany’s Bavaria, as the country officially launches its COVID-19 vaccination programme on Sunday, December 27, with people belonging to the highest priority group getting the initial jabs of the Pfizer/BioNTech vaccine. A day before, 101-year-old Edith Kwoizalla became the first person in Germany to get vaccinated against the virus. The vaccination was administered in the Kruger senior centre in the town of Halberstadt in Germany’s Saxony.

O-Ton Rundfunkinszenierung von Mauser, MD 7, Track 24, 1:45,
(Zeit 1 Minute):
Chor: Aufstehend aus der Kette der Geschlechter
Zerreißend seine Nabelschnur
Im Blitz des wirklichen Anfangs erkennend sich selber
Einer den andern nach seinem Unterschied
Mit der Wurzel gräbt aus dem Menschen den Menschen.
Was zählt, ist das Beispiel, der Tod bedeutet nichts.
Chor [A]: 18
Wir wissen, dass das Sterben eine Arbeit ist.
Deine Angst gehört dir.

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1990

Heiner Müller amüsiert sich über den Stuß, der im deutschen Privatfernsehen geredet wird.


Interview mit André Müller 1987
(vor 9 Jahren schon mal verlinkt. kann man jedes Jahr lesen)

„Der Erfolg setzt ein, wenn die Wirkung vorbei ist.“

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weiter im Stoff

Garather Gespräch mit Heiner Müller

Dauer: 0:45:17
Datum: 2 Jul 1990
Sendung: News & Stories
Alexander Kluge

Heiner Müller inszenierte 1989 am Berliner Ensemble einen ungekürzten siebeneinhalbstündigen Hamlet, weil sich in der deutschen Wiedervereinigung „die Verabschiedung des Prinzips Hamlet zugunsten der freien Marktwirtschaft“ vollzöge. Er vertieft in diesem Gespräch die Parallelität zwischen dem Stück und der aktuellen Wirklichkeit am Beispiel der Handlung und der Figuren (z.B. Günter Schabowskis sowie der problematischen Rolle Fortinbras).

Auf sein Verhalten bei den vielen Interviews befragt, die Müller nach dem Fall der Mauer gab, wendet sich das Gespräch der Kundgebung vom 4. 11. 1989 auf dem Alexanderplatz zu. Im Verlauf der genauen Beschreibung der Umstände an diesem Tag (Wetter, Toiletten, Abfolge der Redner, Lautsprecheranlage) charakterisiert Müller, der als „Botschafter“ eine Resolution verlas, die Menschenmenge als etwas Tierisches, dem er nicht gewachsen ist und über das er zugleich seine Macht spürt.

Gegen Ende des Gesprächs kommt Müller noch einmal auf sein zuvor schon angesprochenes Verständnis von Kunst zurück: Kunst entsteht aus „Einverständnis ohne Tabu“. Darum ist sie auch nicht „human“, und authentisch nur, wenn sie der von der pluralistischen Gesellschaft geforderten Sentimentalisierung widerstehe. Der Satz, daß es „gegen Auschwitz kein Argument“ gäbe, ist in diesem Zusammenhang der zwangsläufig befremdlichen Ausdrucksmittel von Kunst zu verstehen. Auf Kluges Frage nach dem revolutionären Charakter der Wiedervereinigung hebt Müller im Anschluß an Benjamin den historischen Bremscharakter von Revolutionen hervor.

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Ich will nicht wissen, wer ich bin.
Film
(2009)