6500 Seiten

2. Juli 2008

aus denen sich gar nichts machen läßt

Sinnlosigkeit, Redundanz und Quälerei

Der Verbindungsmann aus Brüssel hatte erzählt, daß er den Polke gesehen hat. Wie der Polke mit roten Schuhen im Antiquariat gesessen hatte. Hat er was gesagt? Ja, der hätte so DDR-Politiker nachgemacht, solche DDR-Sprüche gebracht, aber im Eigentlichen mehr so zirpende Töne gemacht. Das sei das Beste gewesen.

Sie lachten kurz und schmerzhaft und blickten dann zur Wand, schienen zu denken What does she want us to look at? Und ich dachte zurück: Ich weiß es doch auch nicht. Entweder ihr seht was und traut mir und der Situation und wie es jetzt hier so ist im Ganzen was zu, oder eben nicht. Nach Ware im eindeutigen Sinne sieht es ja wohl nicht aus, und was gehört dazu und was ist Staffage, oder ist die Staffage  – Ja. Ich mach jetzt aber hier auch keine Werbung, sondern eher Entwerbung, Entwertung. Ich nenn mein Zeug auch gern rubbish, das ist vielleicht auch nicht ratsam.

Jedes sogenannte Kunstwerk ist potentiell en Art-Attrapp.
Ich kann mich doch nicht hier hinstellen, nach allem was wir heute wissen, und so tun, als ginge es um DIESES BILD SELBST. Es kommt drauf an, wer es wie wann wo einsetzt. Die schöne bewegende echte sensible Arbeit an sich, als Ausdruck meiner -, daran glauben die Dekorateure, die dummen Dekorateure des Kunstwollens und fahren damit ja sehr gut. Nein, es ist GAR NICHTS, es ist ALLES, was es ist: es hängt am „Künstler“, was es ist bzw. sein soll, nicht vorrangig jedenfalls an der Art der Attrapp. Die ist Variable.


Ich sagte es ihnen. Ich ärgerte mich aber über meine nicht geglückte Lapidar-Darstellung. Nichts Halbes, nichts Ganzes, vielleicht ein Drittes, Unbekanntes, das hofft man ja immer, stelle sich her von selbst. Das tut es ja auch. Eine Schwebung aus Wut und Angst und die ist nicht gerade angenehm.

[mich interessiert im Grunde mehr die Beobachtung solcher Szenen. Ich beobachte die Gedanken, wie es einen anekelt, man sich trotzdem nicht alles mit dem Hintern einreißen will und andererseits am liebsten: eigentlich doch. Kaum zu unterdrücken sich alles ständig einreißen zu wollen. – The Classical soll auf meiner Beerdigung gespielt werden und alle müssen laut mitsingen.

Schwierigkeiten mit abstrakten Zielen. Kann man nicht so einordnen wie die Tennis-, Klavier- und Pferdemädchen.]

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dissidentia.jpg reality.jpg

 

Tankmotorschiff Dissidentia, 110 x 11,40 x 3,50 m, 2850 ton, Baujahr 1991, Werft Oderwerft in Eisenhüttenstadt en Bayens in Raamsdonksveer, 1835 ps Caterpillar, en 300 ps Caterpillar kopschroef, ex-Anouk, ex-Compromis, ex-Avanti, Europanummer 2320299

Reality Sonstiges Schiff IMO-Nummer: Flagge: Netherlands MMSI-Nummer: 244070940 Länge: 135.0m Rufzeichen: PE5368 Breite: 11.0m

Die Ex-Namen der Dissidentia

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5.5. 16:38

Doch!

Wann?

Heute!

oder morgen!

Benny Hill

28. Juni 2008

bennyhill.jpg

1.7. Von der Benny Hill Erkennungsmelodie hatte ich letztens geträumt. Wie Benny Hill sich im Zeitraffer voller Freude auf und abspringend die Hände reibt und die Lippen leckt. Der Wikipedia Eintrag legt nahe, daß Frauenrechtlerinnen Benny Hill in die Einsamkeit und damit quasi in den Tod getrieben hätten.

„Es hieß, er habe sich mit all seinem Schmuck bestatten lassen. Nachdem sein Grab daraufhin mehrfach aufgegraben wurde, entschlossen sich seine Angehörigen eine Betonplatte über den Sarg gießen zu lassen.“

~

Die Benny-Hill-Show auch jetzt nochmal wiedergesehen. Noch besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Sehr sehr gut.

V O I D

26. Juni 2008

v.o.i.d.jpg Was machen wir jetzt nur mit den Löchern im All.

Ich will nicht mehr Kant, immer nur Kant. Ich höre viel lieber, wenn er selbst das Seinige sagt mit seiner Stimme und das Mikrophon hat Ausfallerscheinungen, dann haut er immer drauf und stöhnt.

Der Inder fragt nach dem Grund. Wie könne man denn einen Grund annehmen müssen, der übersinnliche Grund des Sinnlichen, und gleichzeitig wissen, daß man darüber nichts wissen könne. Er könne das nicht akzeptieren. Er ist nicht zufrieden. Er müsse es einfach so sagen.

Er hat eine leichte, hellblaue Sommerjacke hellbeige abgesetzt mit dem Etikett nach außen säuberlich über die Stuhllehne drapiert. Man liest VISION unter der Aufhängerschlaufe. Großartig!

Der junge Mann, der mit mir letztens über den Einzigen und sein Eigentum hatte sprechen wollen, nachdem er mich mit „bis du die Michaela?“ (nein) angeredet hatte, nachdem ich leider schon 17 – 19 Kannen Bier getrunken hatte und ihm sagen mußte, daß ich seinerzeit, vor 15 oder 20 Jahren, höchstens 3 bis 5 Seiten vom Einzigen und seinem Eigentum gelesen hatte, ich überhaupt vom allermeisten gar nichts, oder nur 3 bis 12 Seiten gelesen hatte. Denn entweder etwas befoiert mich so, daß ich sofort abschweife, oder es interessiert nicht, grob gesagt. Ein Drittes, das das Lesen verhindert, ist immer denken zu müssen: stimmt das denn? ich kanns nicht überprüfen, ich muß folgen, aber ich will nicht, ich kanns nicht einfach schlucken. Ruckelnde Leseweise, Unwirschheit, kein Vertrauen, kann nicht reingehen in den Text, weil zu wenig Rechenschaft darüber abgelegt wird, wie die Begriffe jeweils verwendet werden. Und dann komme ich über: das kann man so doch nicht sagen! nicht hinaus. Es klingt hochmütig, ich habe es auch probiert, mehr zu lesen und probiere es ja auch immer wieder. Es ist eine unheimliche Anstrengung. Bis auf natürlich Ausnahmen.

Es ging ihm auch eher um Nietzsche, infolge der Nietzscherezeption hätte doch … usw. – und was da mein Lieblingsbuch sei. Habe keines. Die späteren Sachen sind schon gut. Wo man alles fahren läßt und wütend dem Wahne hingeneigt. Das einzige, womit ich mich ein bißchen besser auskenne ist, daß der nietzscheanische Nihilismusbegriff gar kein Begriff ist, sondern in 3 oder 4fach verschiedener Anwendung meist merkwürdig und fast auch nur in den nachgelassenen Fragmenten mal mehr (Christentum) mal weniger motiviert auftritt, vorkommt, und daß es furchtbar schwierig ist, das auseinander zu halten, säuberlich zu trennen und man im Gegenteil eigentlich verrückt wird davon. Ich jedenfalls.

Was die eigentliche Aufgabe der Philosophie aber ist, säuberliche Trennungen vorzunehmen. Und auch, indem man Gebäude, oder philosophische Systeme auseinandernimmt, zu zeigen, wie sie gebaut sind, um zu erkennen, worauf ihre Wirkung beruht, zustande kommt. Wo es dann sprachlich nicht mehr so interessant ist und auch für mich persönlich nicht mehr so sehr. Ich sehe die Notwendigkeit gleichwohl ein. Daß es um Genauigkeit geht, daß man genau abzirkeln muß, worüber man spricht und was man jeweils meint. Im Grunde darf kein Fluß aufkommen, was man im Umgang mit anderen aber ja eigentlich sich wünscht, daß man sich endlich vergißt und alles in fluß kommt. blabla
Im Gespräch mit diesem netten Studenten und seiner Begeisterung für Max Stirner also dachte ich, wie schön doch die Zeit war, als das einen selbst noch so brennend interessierte wie diesen Mann im Moment, man Radikalinski war mit extrem strengem Urteil, und nach anderen Radikalen in der Geschichte Ausschau hielt, nach treffenden, vernichtenden, die Welt und besonders diese schmierigen feigen verlogenen Menschen darin niederschlagenden Worten suchte — und sonst eigentlich nicht viel.

Wie schön diese Zeit doch war – und wieviel schöner die Zeit heute ist.

Ich fahre jetzt meinen Bruder besuchen, er hat Urlaub.

Bis bald also

konvolut.jpg v-016.jpg

Konjugation

20. Juni 2008

Es ist nur Spaß

es ergeben sich so interessante Schliereffekte

OP-Art

Indikativ Präsens Indikativ Präteritum Indikativ Futur I
ich gehe tot ich ging tot ich werde totgehen
du gehst tot du gingst tot du wirst totgehen
er geht tot er ging tot er wird totgehen
sie geht tot sie ging tot sie wird totgehen
es geht tot es ging tot es wird totgehen
wir gehen tot wir gingen tot wir werden totgehen
ihr geht tot ihr gingt tot ihr werdet totgehen
sie gehen tot sie gingen tot sie werden totgehen
Indikativ Perfekt Indikativ Plusquamperfekt Indikativ Futur II
ich bin totgegangen ich war totgegangen ich werde totgegangen sein
du bist totgegangen du warst totgegangen du wirst totgegangen sein
er ist totgegangen er war totgegangen er wird totgegangen sein
sie ist totgegangen sie war totgegangen sie wird totgegangen sein
es ist totgegangen es war totgegangen es wird totgegangen sein
wir sind totgegangen wir waren totgegangen wir werden totgegangen sein
ihr seid totgegangen ihr wart totgegangen ihr werdet totgegangen sein
sie sind totgegangen sie waren totgegangen sie werden totgegangen sein
Konjunktiv I Präsens Konjunktiv I Perfekt Konjunktiv I Futur I
ich gehe tot ich sei totgegangen ich werde totgehen
du gehest tot du seist totgegangen du werdest totgehen
er gehe tot er sei totgegangen er werde totgehen
sie gehe tot sie sei totgegangen sie werde totgehen
es gehe tot es sei totgegangen es werde totgehen
wir gehen tot wir seien totgegangen wir werden totgehen
ihr gehet tot ihr seiet totgegangen ihr werdet totgehen
sie gehen tot sie seien totgegangen sie werden totgehen
Konjunktiv II Präsens Konjunktiv II Perfekt Konjunktiv II Futur I
ich ginge tot ich wäre totgegangen ich würde totgehen
du gingest tot du wärst totgegangen du würdest totgehen
er ginge tot er wäre totgegangen er würde totgehen
sie ginge tot sie wäre totgegangen sie würde totgehen
es ginge tot es wäre totgegangen es würde totgehen
wir gingen tot wir wären totgegangen wir würden totgehen
ihr ginget tot ihr wäret totgegangen ihr würdet totgehen
sie gingen tot sie wären totgegangen sie würden totgehen
Konjunktiv I Futur II Konjunktiv II Futur II Partizip & Imperativ
ich werde totgegangen sein ich würde totgegangen sein totgehend
du werdest totgegangen sein du würdest totgegangen sein totgegangen
er werde totgegangen sein er würde totgegangen sein gehe tot, geh tot
sie werde totgegangen sein sie würde totgegangen sein gehen wir tot
es werde totgegangen sein es würde totgegangen sein geht tot
wir werden totgegangen sein wir würden totgegangen sein gehen Sie tot
ihr werdet totgegangen sein ihr würdet totgegangen sein
sie werden totgegangen sein sie würden totgegangen sein

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21.6.08

Dear Reena,

I´m sorry I´m too dead to come to Paris
Merlin told me about la opening
I didn´t knew anything

Prodi wanted his hair for a new wig

Merlin: not the hair please, but take the rest

___________ *)(* ___________

„After dinner planning the next dinner begins.
Knives, forks and spoons are removed.“

its – oh – so true

Umschalten / kalt werden

19. Juni 2008

hoersaal.jpg herr---k.jpg daß die lebendigen Triebkräfte ins Überlebendige hineintrieben, notwendig, das muß nicht so sein. Keineswegs müssen alle Menschen in das überlebendige Hoffen hineintreiben, nicht alle, man kann sich als Mensch auch als Naturwesen begreifen und ja auch sagen: Schluß jetzt! Schluß!

Daß der Mensch hoffe, das gehöre zum Menschen dazu, jaja, was heißt schon hoffen? Daß es eine Bestimmung des Menschen ist, des Menschen an sich, – es wird natürlich bestritten, daß es das überhaupt so gibt. OB es das aber gibt oder nicht gibt ist allerdings ein großer Unterschied von dem vieles abhängt. Denn wenn es das nicht gibt, grundsätzliche Bestimmtheit des Menschen, fällt vieles in sich zusammen bzw. auseinander von dem jahrhundertelang behauptet wird, es gehöre zusammen.

Die Unterscheidung von toter und lebender Materie — sagen Sie mal was, irgendwas! (da muß ich lachen, das ist so gut, irgendwas sagen, wie die Leute da kucken, wenn sie irgendwas sagen sollen — sagen Sie mal was, sagen Sie was zu Materie, irgendwas! Licht Photonen Strahlung, was würden Sie sagen?

ich scheue mich davor, sagt der braune Mann mit weißen Haaren aus Asien

Atomkerne müssen entstehen! Elementarteilchen, Masse! Raum/Zeit-Kopplung, die Einheit, woran ist die gebunden?

ich scheue mich so

dieser Verteilung gemäß fällt die Raumkrümmung aus und dementsprechend, – gegen Kant — relationales Gefüge, in dem es vor allem um die Verteilung von Masse geht und die dort wirkenden Kräfte von Anziehung und Abstoßung, heute: junge Frauen, alte Männer, nicht viele, vielleicht 11 mit mir vielleicht 12, 11 oder 12.

Das müssen Sie alle wissen, es gibt Leute, die interessieren sich nicht dafür. — Ich muß so lachen, ich liebe ihn so, ich bin so froh daß er immer noch, dem Anschein nach, bei guter Gesundheit –  ist. Inertia, omerta

k ommt für die Evolution nicht in Betracht. Gegen das Geheimnis, gegen die elende Verbrämung. Gegen das elende Gefängnis, es geht auch nicht, unmöglich: es für die einen richtig klingen lassen, vor den anderen verwischen. Für das offene Geständnis dieser Menschheit gegenüber. Das was man hier primär lernen kann: sich selbst auf Abstand bringen, die Sachen auf Abstand bringen, objektivieren, die Wünsche erkennen und ausmerzen, die Absichten erkennen, kalt werden. Kalt machen. Für einen Moment, jetzt, als Technik. Das sagen, was sich jeweils sagen läßt, was man sagen kann. Beim anderen, Nichtsagbaren sagen, daß man es nicht sagen kann. Nüchtern leider, nicht besonders attraktiv.

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20.6., 12:25
Jetzt habe ich das Krebberpressegespräch verpaßt. Sowas Doofes. Ich hatte es mir so vorgenommen, zu sehen wie er es macht. Heute abend aber. Könnte ich vom Balkon aus die Herandrängenden beobachten.

In dieser Ausstellung (…) ist die Antwort auf die sich stellende Frage aufgeschoben.

20:30 Michael Krebber hat sich für die „schönen Reden“ bedankt und dann nur gesagt, daß Brian Wilson heute Geburtstag hat. – Sehr gut.

herr-krebber.jpg

hier guter Artikel von Frank Frangenberg

Weitende Ebenen

18. Juni 2008

Paradoxreaktion

E pericoloso sporgersi

14. Juni 2008

raum.jpg innen.jpg naturalistisch-park1.jpg park.jpg gehen-Sie-den-Weg-der-Angst1.jpg hoehle1.jpg

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Campiglia.jpg nach-porto-azzurro.jpg monte1.jpg mare-nostrum.jpg

Lyrik Jahrbuch 2029

2. Juni 2008

Das Rätsel ist zu schwer

Ich kann nicht mehr

Es wäre ja lustig

Wenn es lustig wär

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3.6. 13:52 Durch die Löcher im All ist neue Zeit hereingeflossen

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5.6. aus dem Spiegel: Heute vor 5 Jahren hatte Jürgen W. Möllemann auf die Frage seiner Sportskameraden , ob er mit ihnen einen Stern springen wolle, gesagt: „Ich springe heute einen Einzelstern.“ Nicht schlecht. Das wäre eine Meldung für die Rubrik Gut gegeben in WimS (1964 – 1976) gewesen.

So kurz vor Tokio noch eine paffen? Aber Trainer Wittkamp weiß, daß er sich im entscheidenden Moment auf seine Jungs verlassen kann.

Jetzt lauf ich schnell und kaufe mir eine Die Zeit, denn es war gesagt worden, daß sie mein Hummeln-Gedicht dort abdrucken möchten. Hoffentlich nehmen sie es nicht als Beispiel für ein besonders doofes Gedich  t.

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6.6. Eine Woche wandern

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Inseln raten, neue Inseln erfinden. Umriß, Namen, Vegetation, bewohnt/unbewohnt, alles neu. Bzw. man läßt das Gute stehen, das Schlechte schneidet man weg, schon hat man einemes.jpg Insel. Ich bin so rührend. Imperial Wax Solvent, Renegade. Jetzt: The wonderful and frightening world of the Fall, 1984, Oh! Brother

L3/L4

27. Mai 2008

Mir werden Texte öfter schon mal unangenehm.

Das hessische Staatsbad Schlangenbad kann ich wie gesagt nicht empfehlen. Jedenfalls nicht im Januar 1999.

Feuchtwarmer Händedruck.

Figur.


Gastbeitrag: Dinosaur Jr.

25. Mai 2008

Ich hatte mit großem Spaß den Artikel von Eric Pfeil gelesen über das Kölner Konzert von Dinosaur Jr. und fragte dann Gewährsmann Pruentewall, wie er es gefunden hat.

Hier sein Bericht:

Ja, eigenartig wars.
Ich habe am Anfang schon eine Gänsehaut gekriegt bei so alten Sachen. Das funktionierte zeitlos, und vor allem scheint das gar nichts mit Jugend zu tun haben, bei J. Mascis jedenfalls nicht.

Das einzige, was er überhaupt mal sagte, war, total genervt “ I just don’t understand it, I mean, how can this be??“, als irgendwas mit einem Effekt nicht funktionierte. Als ob wir was dafür könnten.
Das Publikum war allerdings hart.
Holzfällerhemden, inzwischen in der Hose. Was früher die Langhaarigen waren, sind jetzt die Typen mit den rasierten Glatzen. Schwanzwitze auf dem Herrenklo. Ich habe mich wahrscheinlich von allem noch am meisten bewegt, sonst nur stumpf vor sich hinstierende alte Männer und die Frauen vom Jungsheft. Dabei bin ich bestimmt auch nicht viel cooler. Immerhin hätte ich vor paar Jahren auch nicht mit einem Gläschen Rotwein das Konzert verfolgt, darauf kam außer mir auch keiner, so musste eine neue Flasche aufgemacht werden, gottseidank.
Und ganz sonderbar, ich sah da einige Leute wieder, die doch nicht 95 nach Berlin gezogen waren, sondern sich vielleicht einer elektronisierten Kultur einfach entzogen haben? Auch ehemals strahlende Gesichter, die jetzt nur noch grau und brillenverhangen um die Gnade des Übersehenwerdens flehten.
Nicht gerade stolz der allgemeine Ausdruck, eher linkisch, Und neben mir so Sätze wie: Das ist doch noch mal richtige Musik, anders als die ganze Superstar-Scheiße.
Also, unnötigerweise hatte es auch was trotzig-Revisionistisches. Immer dieser Absolutheitsanspruch. Da ist Rock auch nicht besser als Techno. Aber das war ja bekannt. Ich glaube, so wird es Kompakt in zehn Jahren auch gehen oder in fünf: Alte Männer, die vor einem alten Publikum ihre Bedeutung behaupten müssen gegenüber dem, was gemeinhin als Wichtig gilt. Ich finde, eigentlich könnte die Form Konzert noch funktionieren. Vielleicht sollte man mal auf eines von einer neuen Band gehen. Wenn Du was siehst, sag doch Bescheid. Morgen ist übrigens wieder Sixpack. Wollen wir uns vorher zur Harmonika-Übergabe treffen? Oder willst Du sie mitbringen? Oder nicht?

~

Schwanzwitze auf dem Herrenklo!, einfach nur gut.
Ich wünschte ich wäre da gewesen.
Melodika bring ich dir gerne morgen ins Sixpack, kein Thema.

mir hat Kompakt etc. noch nie richtig was gesagt. als ich letztens durch die Straßen ging und so DJ-Sowieso Plakate sah, dachte ich: hat mir eigentlich nie gefallen, diese DJ-Namen und die Plakate, zu 90% Welt of Werbung und Design, und es immer wahrscheinlicher wird, daß man darüber wegstirbt, ohne sich mal richtig völlig richtig am Platze irgendwo gefühlt zu haben – mit anderen zusammen meine ich, über eine gewisse Zeit. Stimmt auch nicht ganz. Hatte jedenfalls keine Verschmelzungswünsche mit den auf der Tanzfläche Johlenden je verspürt. Das Wort „Slacker“ lange nicht gesehen. Das ist wohl das, was ich war und wahrscheinlich immer noch bin, man also durchaus die Kraft hätte, gar nichts zu tun. Sie sollen einen einfach in Ruhe lassen, die Schweine.

Bis morgen dann und danke für die freundliche Genehmigung!

P.S. Wie geht ein Schwanzwitz, z.B.?