Forchheim

20. Oktober 2010

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So schön war es heute. Was ich für eine zweite Rapsblüte gehalten habe, ist wahrscheinlich blühender Senf. Senf für den Winter als Bodenschutz.

21.10. 23:55
Am Siegestor wird nachts die Straße neu geteert.

22.10. 15:23
Ich habe den Generalschlüssel an mich gebracht, nun kann es losgehen.

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loki loki loki.jpg

Gestern hat jemand beschrieben, wie er aus Freude und Erleichterung darüber in einer fremden Stadt seinen Doppelgänger erblickt zu haben auf der Stelle hätte verdunsten können. Obwohl dieser andere ihm wahrscheinlich gar nicht so ähnlich sah dieses zweite Ich im Augenblick seines auf der Bildfläche Erscheinens alle Beschwernis der Identität des ersten an sich zog, an sich band und mit seinem Verschwinden für immer mit sich forttrug.

(ich gebe es leider schlecht wieder. Vielleicht sollte ich es auch gar nicht tun.)

loki loki.jpg  

27.10.

Formalismus
liebe nachbarin.jpg

29.10.

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30. 10.

Im Zug nach Brüssel habe ich zufällig MG und MC getroffen. Wenn MC nicht „och, die Eichwald!“ gerufen hätte, hätte ich sie gar nicht erkannt. Sie waren als schwerbehaarter russischer Künstler unterwegs mit Tambourin und Reiterhelm und saßen unter SCHWERBEHINDERTE im Wagen 33 auf den Plätzen 104 und 105. Ich hatte Reservierung für 103, neben einem großen gelben Belgier.

Heute Eröffnung der Ausstellung
Jana Euler – Form Follows Information Exchange

Wäre ich nicht hier, würde ich gern zu DL und seinem japanischen Eintopf und danach zu Pollesch mitgehen. Man weiß nicht, was schöner ist. Schwer.

31.10.

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In der Rue d’Irlande

1.11.
ik-werd.jpg

Slachtoffer

2.11.

BROODING PARASITE FEEDING WEEK

bo-ullet.jpg     victor-boullet.jpg   (da ist wahrscheinlich was dran)

Der mir unbekannte Künstler V. Boullet hat sich einen Kuratoren gefangen und füttert ihn zweimal täglich mit Walfleisch.
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Amygdala

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ich ziehe das einfach mal in meinen Stall, ich hoffe der Brueterich hat nichts dagegen, Mehrfachverwertung

  1. ulfstolterfoht schreibt:
    lieber bruchsatz,

    schau mal – so müßte es gehen. allerdings bin ich jetzt der “autor”:
    http://ulfstolterfoht.files.wordpress.com/2010/11/eichwald.jpg
    – du brauchst halt eine url! grüße!

  2. Bruchsatz d. Ä, schreibt:
    Eine url brauchen und nicht haben, so doll war das Bild vielleicht auch nicht, daß ich es umständlich dem Brueterich aufzwingen muß. Aber wenn man an dem Schaufenster in der Müllerstraße vorbeikommt ist “Wir akzeptieren gerne Ihre DM” jedesmal ein Lacherfolg. Dann denke ich als Reflex: das glaube ich Euch!
    Es gibt dort noch drei weitere gelbe Ovale mit auch guten Aufschriften:

    Kette löten, Ohrlochstechen und Batteriewechsel.

  3. ulfstolterfoht schreibt:
    “kette löten” ist ein ungewöhnliches angebot. wie überhaupt das löten (1975 das bubenhobby #1) ziemlich an boden verloren hat. löten, dann lange nichts, dann guppy-zucht und fesselflugzeuge.
    (irgendwie kommt mir “kette löten” auch fast ein bißchen unsittlich vor. im sinne von
    “kette löten am entblößten hals, am spärlich bekleideten körper”. aber das können die ja schlecht anbieten. höchstens: “wir löten ihre kette mit freiem oberkörper und AUF WARTEN”)
  4. Bruchsatz d. Ä, schreibt:
    Bei uns zu Hause schlich einen Sommer lang ein Junge aus dem Heim herum. Er galt als sehr gefährlich, brachte uns das Stehlen bei und allerhand versaute Ausdrücke. Unter anderem: Paß auf, ich komme dir gleich die Rosette verlöten. Ich wußte nicht, was das ist, ich dachte an flüssiges Blei oder Erz, das einem irgendwo reingegossen wird. In Wahrheit denke ich es aber jetzt und was ich mir früher darunter vorgestellt habe, weiß ich nicht mehr. Ich war recht froh, als der Junge wieder im Heim war. Das weiß ich.
  5. ulfstolterfoht schreibt:
    wir hatten einen “jungen”, den sohn des “meisters”, der kam wie ein blitz von irgendwoher (mülleimern) und fragte einen so lange aus, also eine stunde lang, bis man ein vergehen gestand, das man gar nicht begangen hatte, z.b. auf dem kickersplatz ein eis gegessen und die verpackung NICHT in den mülleimer geworfen zu haben – was man in wirklichkeit niemals getan hätte. daraufhin schlug einem “der junge” in den bauch und ins gesicht. das hätte er ohne dieses eingeständnis aber auch getan. es war eine verlier/verlier-situation. dieser “junge” war, nach einschätzung unserer mutter, krank und nicht ganz zurechnungsfähig. nach meinem heutigen kenntnisstand war dieser “junge” ein arschloch, aber tatsächlich krank. solche “jungens” gab es früher sehr oft, heute wohl nicht mehr so häufig.
  6. Bruchsatz d. Ä, schreibt:
    top

Gastbeitrag von David Lieske

19. Oktober 2010

new york bericht

nun sollte ich also in die stadt in der sich meine karriere und mein lebens glueck entscheiden sollte. alle meine freunde waren sich darueber einig das new york „die stadt“ fuer mich sei.
schon der abschied kam mir eher wie eine entsendung vor. ich wurde ausgestattet mit euphorischen prophezeiungen, darueber wie sich mein leben ab dieser entscheidenen weichen stellung nun wohl  aus gestallten wuerde.
ein ganz neues lebens gefuehl, neue einsichten, liebe, geld und erfolg wurden mir in aussicht gestellt. die zusammen arbeit mit dem brand neuen jung galeristen in der upper eastside wurde mir allerseits als genie streich angepriesen. der abflug war dann einfach. direkte maschine berlin – new york ohne zwischenlandung 6 filme halb gesehen. darunter viele lieblingsfilme wie zum beispiel „the nanny diaries“ in der  scarlett johanson die nanny der ehemaligen gagosian gallery direktorin spielt. das ist genau was ich sehen moechte jeden tag und stundenlang. immer wieder versucht  scarlet johanson einem  das richtige leben im falschen zu erklaeren in den schoensten bildern mit den schoensten menschen im hellsten sonnenschein. ueber das immer klare wetter und die beeindruckenden licht verhaeltnisse hatte ich ja schon viel gehoert. die unmenschlichkeit der verhaeltnisse, auch was das wetter betrifft, laesst sich im film genauso so leicht wie in der sprache manipulieren.
sehr gute einstimmung auf meine neue heimat: die upper eastside. dann quer gesehen „the wizard of oz“ und schon auf das neue john waters buch gefreut das ich gleich nach meiner ankunft vor hatte zu kaufen.
ich hatte ein wenig vergessen das new york ja als das epizentrum der kunstgeschichte und gegenwart gehandelt wird und eine ausstellung dort sowas wie etwas besonderes ist, das man seinen eltern eine karte schicken sollte damit sie wissen das es weiter geht und sie sich keine sorgen machen brauchen. das hatte ich wirklich vergessen oder verdraengt, obwohl mir das ja auch schon andere leute gesagt hatten zum beispiel das es jetzt eben „richtig los ginge…“ ich hatte das wohl nur geschafft komplett zu irgnorieren weil meine angst vor der reise einfach groesser gewesen war. das war wohl auch der grund warum ich keine ausstellung vorbereitet hatte. sondern nur einige nicht zwingend zusammen haengende gegenstaede eingepackt hatte von denen ich mir vorstellte sie vielleicht ausstellen zu koennen.
der erste punkt auf meinen social calender sollte ein welcome bbq in der galerie sein zu dem ich auch meine alten musik freunde einladen durfte… auch die anderen deutschen die grade auf der durchreise oder verliebt waren kamen alle vorbei. immer dann, wenn ich auf die frage was ich denn ausstellen wuerde mit „keine ahnung“ antwortete sah ich in panik verzerrte gesichter. einige menschen warnten mich an diesem abend auch schon nicht noch eine chance in den wind zu schiessen und eigentlich  niemand fand es lustig oder besonders clever das ich wenig bis garnicht vorbereitet angereist war.
das gehoert sich hier nicht liessen sie mich wissen. bei aller transgression die man im gepaeck haben sollte (das hatten mir auch vorher leute suggeriert), in dieser stadt wird ehrliche arbeit erwartet – das waere ja wohl das mindeste.
ich fuehlte mich erstmal noch auf der richtigen seite und absolut im vorteil und kam mir so vor als haette ich alles richtig gemacht. der galerist war in den vorgespraechen immer sehr entspannt gewesen und hatte mir nie das gefuehl gegeben besonders viel von mir zu erwarten mein erster vorschlag die filme alien II und III in der galerie zu zeigen hatte ihm gefallen. er hatte sogar explizit darauf hingewiesen das er  keine „konventionelle ausstellung“ haben wolle, wobei ich mich immer gefragt hatte was das ueberhaupt sein koennte, hatte ich doch vorher immer gedacht das die kunst die ich machen wollte oder die andere machen auf deren namen wir uns geeinigt hatten mit sowas sowieso nichts am hut hatten, also die gefahr in keinster weise bestuende.
ich hatte wohl einfach nicht richtig hingehoert oder extra nur halb um mich nicht verhalten zu muessen.
am naechsten tag dann zum ersten mal ernsthaft antreten. mit grosser freude hatte ich die „lockvoegel“ auf den galeristen tisch gelegt die ich am tag vorher noch beim jaeger geschaeft auf der friedrichstrasse eingekauft hatte.
die mit samt beflockten plastik elstern konnten bei ihm leider keine grosse euphorie ausloesen und so langsam wurde mir klar das ich vielleicht doch auch ein wenig viel erwartet hatte von diesem schnellschuss.
schnell die dinger wieder in meinen kaefig gebracht, der sich direkt durch einen ikea paravon vom ausstellungs raum getrennt befand.
dann erstmal muffelig am tisch rumsitzen, googlen und bilder von haarigen maenner sortieren immer wieder drauf schauend das mich die spiegelungen meines monitors im buero fenster nicht verraten wuerden. bis zum mittagessen zeit totgeschlagen dann langsam panik ausgebrochen…..

zwei wochen spaeter:

meine situation hatte sich komplett geaendert. es war ploetzlich nichts mehr da von der anfaenglichen non productive attitude, vielmehr befand ich mich in mitten eines gigantischen produktions prozesses den ich aus angst den anforderungen nicht naeher zu kommen selbst angeleiert hatte. afrikanische stoffe waren massen weise gekauft worden. das war mir wieder eingefalen das die mir in london gut gefallen hatten und ich hatte eben gehoert in new york gaebe es alles das sich fuer geld kaufen liesse und so war es dann eben auch. die strukturen in der galerie waren einfach und hierachisch gegliedert, der galerist alex zachary war der beobachter und kontrolleur der hilflosen anstrengungen meinerseits und dem ueberaus hillfreichen galerie assistenten mathew sova der sich als absluter gluecksfall heraus gestellt hatte. ueber die massen grosszuegig ging er mit seiner bildung und intuition um. ich befragte ihn alle fuenf minuten darueber was er denn besser faende. gott sei dank hatte er immer eine schnelle antwort parat. das mag wohl daran gelegen haben das er erstens unter staendiger beobachtung des galeristen chef bosses stand und zweitens keinerlei ambitionen in irgendeine richtung verfolgte. werder hatte er den job des galerie assistenten als sprungbrett zum kuenstlertum avisiert, wie es sonst ubelich ist,  noch wollte er wirklich eine rolle spielen in der peripherie des betriebs. ich verliebte mich sofort in ihn…

FORTSETZUNG

natuerlich war es etwas seltsam das mathew und ich jetzt sehr enge freunde wurden, auch weil ich ja sozusagen neben seinem schreibtisch lebte, an dem er tag fuer tag, fuer eine miese bezahlung mir die entscheidungen abnehmen musste. eines tages nahm er mich mit zu sich nach hause, in einen sehr weit entfernten teil von brooklyn den sie „bed stuy“ nennen. „bed stuy ist ein weltberuehmtes ghetto“ das hatte mir ein anderer kollege mit auf den weg gegeben. die menschen die ich jetzt aber neu kennengelernt hatte lebten alle dort und die konnte ich mir gar nicht ghettoisiert vorstellen. das waren eigentlich eher junge menschen aus sehr guten staellen die in harvard oder an der columbia university studierten und die so ziemlich ueber jeden schnipsel bescheid wussten den irgendjemand irgendwann mal fallen gelassen hatte. dieses bed stuy sah auch gar nicht aus wie ein ghetto, viel mehr wie ein stadtteil von london in dem ich bisher noch nicht gewesen war aber den ich meinte von bildern zu kennen. die mieten sollten hier noch bezahlbar sein und der stadtteil eigentlich grundsaetzlich sicher. „afro american middle class“ hatte es ein taxi fahrer genannt mit dem ich auf einem meiner ersten reisen in dieses viertel gekommen war. ich wurde das seltsame gefuehl nicht los in dieser umgebung eigentlich eine art eindringling zu sein und musste staendig an die animation in dem film „prinzessin mononoke“ denken. an diesen seltsam riesigen hirsch der mit jedem tritt ins gruene grass eine welle des aufbluehens und verwelkens in gang setzt. zweifels frei war ich jetzt also teil dieser gentrification avantgarde die jetzt hier angekommen war um diesen stadtteil fuer immer zu veraendern, aber das sei eben die stadt, so funktioniere eben new york, das hatten mir auch immer wieder leute gesagt.
mir gefiel die upper eastside eigentlich besser, ich hatte das gefuehl dort weniger schuld auf mich zu laden. die galerie raeume gefielen mir gut. ich hatte inzwischen aus london uebrig gebliebene siebdrucke schicken lassen und ein japanisches rahmen geschaeft, das sich in dem dem stadteil mit dem vielversprechenden namen „prospect hights“ befand, gebeten dafuer rahmen mit stoffen zu bekleben und in die drucke grosse fenster in den abmessungen von kunstzeitschriften zu schneiden.
zwei wochen spaeter:
irgendwie war die ausstellung ploetzlich doch fast fertig geworden. die letzten tage waren sehr nerven aufreibend gewesen. das einzigste was mich noch zusammen hielt was das speedige pseudoephedrine im advil cold and sinus das man gegen die vorlage des personalausweises hier in jeder apotheke kaufen konnte, allerdings nur zwei packungen pro tag. die beste kombination schien mir die mit dem getraenk „dark and stormy“ zu sein, das ich bei einem besuch in rhode island mit mathew und jenny borland kennengelernt hatte. advil cold und sinus wird auch verwendet um „meth“ zu kochen dafuer hatten wir aber leider weder zeit noch talent.
alex zachary war nach „europa“ aufgebrochen und so hatten mathew und ich die galerie ganz fuer uns alleine. ich lud alle meine neuen freunde zu einem spaghetti essen dorthin ein. michael sanchez, amy lien, jenny borland natuerlich mathew und auch heji shin kamen und die bolognese gelang wie immer gut. am naechsten tag machte ich aus den leftovers der sosse lasagne in bed stuy, wo ich jetzt eigentlich immer uebernachtete. morgens fuhren mathew und ich zur arbeit in die galerie die fahrt dauerte immer mindestens eine stunde und man musste mehrmals umsteigen und dann noch ziemlich weit laufen.
die eroeffnung:
liebe michaela,
jetzt ist endlich alles vorbei. ich bin so froh das es geschafft ist. ich habe mich wirklich ein wenig verausgabt und jetzt tut alles weh so ist das ja meisstens wenn was zuende ist. die eroeffnung war schoen. jutta war da und hatte milde worte gefunden ansonsten habe ich nicht viel mitbekommen es war einfach viel zu viel und ich hatte auch schon am mittag mir nen kleinen drink genehmigt und die advil (cold and sinus) eingenommen. das abendessen war schoen genau wie ich es mir vorgestellt hatte. das menue aus grauen braunen und beigen musfoermigen gerichten sah sehr ansprechend aus und auch die warm breifoemige konsistenz dieser zubereitungen hat mich sehr zufrieden gestellt. es ist genau diese art von russich / juedisch / ostigem kram den ich mag.
ich hatte ein piano aufstellen lassen und der boyfriend von ei arakawa, sergej der bei ihm immer musik macht hatte mir einen japanischen pianisten vermittelt der auf dem piano ein paar 12 ton
kompositionen gespielt hat. er hatte auch einen new york times artikel ueber sich  dabei den er vom piano aus wie flugblaetter an die gaeste verteilte. es war wirklich gut … dann wurde es spaeter ein wenig langweilig und ich mochte den vodka nicht (er hatte komische geschmacksnoten wie zum beispiel whore reddish oder bulk cherrie) sowas mag ich gar nicht.. dann hatte ich eben gin tonics bestellt. anschliessend sind wir in eine bar dort durfte ich aber nicht rein weil ich meinen reise pass zuhause vergessen hatte. mathew durfte auch nicht rein – zu betrunken. am ende sind wir wieder in die galerie mit drei freunden wo ich bis morgens um zehn die reste der drinks von der eroeffnung getrunken habe… am naechsten tag ging es mir sehr schlecht. meinen flug habe ich jetzt auf den 20. oktober verschoben mal sehen was ich ueberhaupt bis dahin hier mache. leider habe ich auch gar kein geld mehr mal sehen wie das wird. sicher ein wenig weird. gestern habe ich eine ausstellung von katharina wulf gesehen und auch christopher mueller der eigentlich ganz freundlich war, bis ich sein zimmer in der berliner galerie beleidigt habe, weil ich sagte das es so aehnlich waere wie ich jetzt wohnen wuerde nur das mein zimmer schon ein bisschen schoener sei… egal..wie auch immer. heute wollte er schauen kommen. ich muss nach queens um mich mit jutta zu treffen sie hat einen auftrit mit triple x macarena den moechte ich sehen. das ist die band mit john miller und dem alten componisten den auch buchholz ausstellen. heute abend ist der danh voh kram im artist space ich moechte nicht hingehen muss aber weil ich dort essen muss weil ich mir sonst kein abendessen leisten kann. eigentlich moechte ich wieder ins bett gehen aber gleich kommt die bortolozzi und wir sollen mittagessen
gehen …ich hatte noch kein fruehstueck also warte ich drauf und gehe dann wieder pennen. ich war hier im museum (http://www.frick.org/) das war alles ein wenig zu schoen aber es gab wirklich auch sehr tolle gemaelde. ich wusste gar nicht so genau wie schlimm eigentlich die bilder von turner sind …warum moegen menschen das ?
ein gemaelde hat mir besonders gut gefallen es zeigt eine frau in einer art nebeligen dunst handarbeiten verrichtend. im hintergrund ist ihr baby zu sehen. das baby sieht aus als wenn es kuerzlich verstorben waere und es niemanden so richtig zu kuemmern scheint. es sah sehr friedlich aus und die art der gleichgueltigkeit hatte ich so noch nicht gesehen in einem so alten gemaelde obwohl man das ja auch manchmal bei ikonen sieht wenn die maria das jesus kind so haelt als das man denken muesste sie ist total auf valium und wahnsinnig genervt von ihrem alberne job vom heiligen geist geschwaengert worden zu sein (ungefragt) und jetzt muss sie fuer den rest ihres lebens die heiligste frau der welt sein und dieses hysterische blag durchfuettern das von aller welt angebetet wird und staendig in schwierigkeiten steckt. ich wuensche ihr eine gute betaeubung. ich brauche auch eine !

Kurioses aus den Archiven I

12. Oktober 2010

September 2003 in Texte zur Kunst

Agricola-Strecke1.jpg  Agricolas-Dunst2.jpg

Agricolas-Dunst3.jpg  Agricolas-Dunst4.jpg

Strolling

6. Oktober 2010

agreed.jpg  licensed.jpg halt mich feste.jpg cemen.jpg diversity.jpg  dont go zombie.jpg bullring.jpg

mo.jpg  what?.jpg kraehe und eichhoernchen.jpg bournville.jpg  big bull head.jpg
gruss an claus richter!.jpg  leaving.jpg hopefully.jpg towards center of B.jpg canal.jpg
univ1.jpg touch ma hall.jpg

 gossip and conspiracy are soo niller-years

erzählen wir uns lieber von unseren Krankheiten.
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 International Projekt Space current

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Ich schreibe wie eine Haubitze

2. Oktober 2010

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Morror

Michael Krebber and Michaela Eichwald

NOTICES: Ruairiadh O’Connell

6 October to 6 November 2010

Opening Reception Wednesday 6th October, 5 to 7pm

International Project Space* *School of Art Bournville Birmingham Institute of Art and Design Birmingham City University Maple Road, Birmingham B30 2AA T: +44 (0) 121 331 5763 F: +44 (0) 121 331 5779* *E: info@internationalprojectspace.org W: www.internationalprojectspace.org

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Das macht Spaß

FAS

“Testen Sie sich jetzt auf www.faz.net/ichschreibewie: Was auch immer Sie schreiben, ob Briefe, E-Mails, Blogeinträge oder Tagebuch: Geben Sie den Text bei uns ein. Sie brauchen sich dabei nicht kurz zu fassen. Je länger der Text, desto zuverlässiger das Ergebnis. Unsere Maschine wird Ihnen dann die Diagnose stellen.”

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Hey!

Johann Wolfgang von Goethe

Weiche Handewitt

28. September 2010

auf die Frage wie ich zum konzeptuellen Schreiben stünde,

(ich weiß ja gar nicht, was das ist. Heißt: man muß ja nicht an- und hinnehmen, was behauptet wird. W schrieb, damit hätte man viel in UK und USA zu tun und will es mit ihren Schülern – durchnehmen.)

Ich schreibe vor dem Hintergrund dessen, was ich bis jetzt gemacht habe. Je öfter ich gefragt werde, was ich mache oder Überlegungen von außen da mit reinnehmen soll, desto blöder wird es zu sagen. Warum wenn man etwas erklären soll die Sprache oft so häßlich zu werden droht, weiß ich auch nicht. Vielleicht Spreizdünkel.

Ich hatte gerade auch ein Gespräch darüber versucht zu führen, nicht genau darüber, aber in die Richtung und fand, daß es nicht geht, vor jedem der es meint einfordern zu können, Rechenschaft über sein Tun abzulegen. Es gab Zeiten, da war ich von dem grundsätzlichen Rechenschaft ablegen vor mir selbst 10 Jahre oder mehr so gequält, daß ich mir fast gar nichts erlaubt habe, außer dieser Quälerei.
Aber was für mich gilt, gilt nicht für andere.

Vielleicht sind auch alle Fälle Sonderfälle?           (glaube nicht).

auf englisch, noch schlimmer.
I wanted to ask if you could describe the nature of your writing work? Or maybe beyond that – maybe offer a few specifics about them? Unfortunately I can’t read German (yet), well enough to understand them.. but I can see from your CV that you wrote on other artists work, but that there were also contributions/interventions to certain projects, that were a bit more „experimental“ – and with your background in philosophy, maybe more philosophical than academic?

It doesn’t relate so heavily to this show at the ARF, as, as far as I know there will be no text works in it, but maybe my text. – I’d really like to establish how your writing and sculptural/painting practices can be linked. This question is mostly for my research. (…)

And one more question, (if there’s time) can you tell me a little bit about collaborating with Mario on this show? Did you have much communication or back and forth about what you’d show? (…)

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Mario and I haven t talked much about ideas for this show. There is no concept. He told me what he wants to show and I thought about the works I have at the storage in London and sorted out. Now it will be more or less a sitespecific decision, what to show and how and what will function good together by combining it. [we have to SEE it]

I don t know much about the nature of my writing work. Experimental more than academic, yes, I guess so. How it is linked to the sculptural or paintwork I don t know either. I refuse to have a technique, I am handicapped and just try and let come, let the materials react and decide, step after step.

When I begin to work I have no idea.

I like when what comes out feels strange and new to me, but also hitting a point, but I don t know which. – By writing this I don t feel sure.

Best wishes

M

(wie unfrei ich bin. auch etwas trutschig.)
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Ich kenne niemand, der sich conceptual writer nennt, sowas könnte man ja auch nur als Witz verstehen, oder? Wie frikassiert muß einer sein um von sich zu sagen, er sei das und das und so und so gehe das Konzept dazu. Das könnte vielleicht jemand ganz Junges machen, um da kurz einen kleinen Anker zu haben im Leben. – Ich könnte mir vorstellen, daß du Bram Pulver fragen kannst dazu, die hat so eine theoretische Seite (die mir aber irgendwie nicht gefällt, es ist immer wie unter Beweis stellen müssen, daß man bei aller (ausgestellten) Frei- und Wildheit natürlich nicht umnachtet ist. Es ist letztlich, wie ich mich anscheinend gerade hier hineinsteigern will, eine Bravheit, eigentlich unerträglich, ein Fleiß, eine Beflissenheit anzukommen, als klug zu gelten und es recht Vielen recht Recht zu machen. Andererseits nicht gut, zuviel auf Witzchen, Slapstick und Nonsens zu setzen, selbst wenn es gekonnt ist. Die jetzt regierende Lustigkeit ist ja leider eine harmlose, versöhnlerische, eingemeindende, conditio humana mäßig wir sind alles kleine Sünderlein. Es kommt den Mitläufern und Geschäftemachern sehr entgegen und gelegen, das, was kompliziert ist, alles, was sie nicht verstehen als Pathos verhöhnt und lächerlich gemacht zu sehen.

ich will hier eigentlich nur, daß ein Beitrag entsteht, der so gut ist, gut genug, daß ich ihn mit ausreichend gutem Gefühl hinstellen kann, der aus sich irgendeinen Grund ergibt, den ich nicht bis ins Letzte verstehen muß. Mehr Rechenschaft abzulegen ist nicht nötig, im Unterschied zu Lehrinhalt, vielleicht

auch meine ich den Unterschied verteidigen zu müssen. Daß es reichen muß, wenn der entscheidet wie etwas sein soll, der es zu verantworten hat, auch unbegründet. Und er nicht gezwungen werden soll, alles zu — verbalisieren, wo er es eigentlich nicht kann. Denn ich bin ja leider auch ein ganz liebes Mädchen und sage vielleicht nicht: ich weiß es nicht zu sagen und will es auch nicht, was ungefähr der Wahrheit entspräche, sondern breche vielleicht ein und fange einen Stuß zu reden an, wenn ich mich erklären soll, vor mehreren oder, ganz schlimm, vor Höhergestellten.

[5 in der mündlichen Prüfung in Deutsch. Das vergesse ich nie. In der schriftlichen auch.]

I-robot1.jpg       ritter.jpg     Foto: Ritter

30.9.10

schwer, schlechte Texte stehen zu lassen.

Ungelungenheit in Kauf nehmen.

Befreiungsarmee.

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Beim Lesen einer Ausgabe von Kultur im Heim, DDR 1986, weitergelacht über meine Wohnung.

mansarde.jpg         feuer.jpg           Textstil DDR 1986.jpg                           30.09.10.jpg

Zur Ebay-Verkäuferin Schnucki aus Ketzin habe ich Vertrauen.
She closes the distance between the work of art and how we talk about it.
Was will man mehr.

Kirche der Heiligen der letzten Tage

23. September 2010

Nachdem ich mich so beeilt hatte die 8 Kilometer zur Schaubühne zu fahren, fiel Dath („Deutschland macht dicht“) aus, Deutschland verreckte.

komoedie.jpg   hochzeitsreise.jpg

Weiter unten am Kurfürstendamm zeitgleich Pause in „Die Perle Anna“ mit Anita Kupsch und „Die Hochzeitsreise“ mit Herbert Hermann im Theater bzw. Komödie am Kurfürstendamm. Herbert Herrmann, dem der Durchbruch mit „Fleisch“ gelang, heißt im wirklichen Leben Günther Waran. Er gewann 1977 den Bravo Otto in der Kategorie und wird nächstes Jahr 70 Jahre alt. Anita Kupsch ist bereits am 18.5.2010 70 geworden, bekannt als in Dr. Pfitzmann verliebte Arzthelferin Gabi Köhler aus der Schöneberger Praxis Bülowbogen (1987 – 1996).

Ich kann sie irgendwie gut leiden.

anita kupsch.jpg

Das sehenswerte Pausenpublikum traute ich mich nicht zu fotografieren und schämte mich zu denken, daß die 50 bis 60jährigen Freundinnen, bevor sie abends zum 70jährigen Herbert Herrmann gehen, nachmittags einen Friseurtermin wahrnehmen, sich die Haare toupieren lassen, sich eine Glitzerstola umhängen und spitze hohe Schuhe anziehen. Aber warum? diese Tatsache, die ganze Situation hier, inbegriffen mir, die Worte in der Umgebung, die alten Werbekästen – alles fantastisch gut, wenn man so will zugleich natürlich furchtbar, schwer, also sehr, erhaltenswert. Darüber zerrinnt einem das Leben zwischen den Fingern.

(womit soll man sich aufhalten, womit nicht?)inflatable.JPG.jpg

Dann sind die Leute wieder reingegangen.

Gegenüber der Schwestern-Theater ist das Hotel California. Unten ein BREE-Laden. Wenn ich eine Tasche sehe auf der BREE steht, muß ich das Wort sofort aussprechen: BREE. Das rührt von einem Katz u. Goldt Comic, wo einer einen Rucksack von BREE hat. BREE. Dann Gourmet-Coffee Caras, gut besucht ein Restaurant-Café Petrocelli, Maredo im Bristol.
Da sitzense.

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Zwischen Theater und Komödie am Kurfürstendamm ist ein Karl Lagerfeld Geschäft und ein Kaisers. Über dem Namen Lagerfeld steht Q-Damm 208, auf der Glastür nochmal und: Schuhe von Fratelli und Rosetti. (komisch doch, daß eine Firma die z.B. Bruno Banani heißt und hauptsächlich Unterwäsche führt überhaupt irgendeinen Umsatz macht. – Die Leute sind vor nichts fies.)

Die Wellensittiche Franz und Hansi. Der Papagei von Steiff hat keinen Namen.
Vorschlag: Ingo.

q damm.jpg       steiff namen.jpg

Das Haus der CDU am Wittenbergplatz ist schön.

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Die halbesoterischen Veranstaltungen in der Urania, lebensweltlich orientiert.

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Aus der Urania heraus kamen meistens ältere einzelne Frauen oder Frauen in kleinen Gruppen, die alle eine große rosa Rose mit dickem Kopf und langem Stiel in der Hand trugen. Sie waren wahrscheinlich bei „Der erfahrbare Atem wird 100“, Festveranstaltung zu Ehren von Prof. Ilse Middendorf gewesen. Drei von ihnen, in hellen Steppjacken und Halstüchern, beeilten sich die Kreuzung Kleiststraße zu überqueren und waren eigentlich trotz ihres fortgeschrittenen Alters recht flott, aber die Grünphase so kurz, daß es eine richtige Unverschämtheit von den Verkehrsplanern ist. Ich empörte mich als engagierte Mitbürgerin, daß sie gezwungen wurden mit ängstlichen Gesichtern ihre klapperigen Knochen da rüber zu retten und die dicken dummen Landrover ihnen fast in die Kniekehlen fuhren, wollte mich solidarisieren und etwa sagen: wer soll das denn schaffen? – aber sie waren gar nicht ansprechbar, ganz konsterniert starrten und schwiegen sie und beschwerten sich auch nicht untereinander, sondern suchten wahrscheinlich die Schuld allein bei sich selbst, jede für sich. Entschuldigung, es stimmt, wir sind alte Frauen und haben hier eigentlich aus mehreren Gründen seit Jahren nichts mehr verloren. Sind ungeil im Anblick, verursachen nur noch Kosten und behindern auch noch die Abläufe in eurem Brutalo-Verkehr.

das buch mormon.jpg

Dann kam die Kirche der Heiligen der letzten Tage, gegenüber die nordischen Botschaften, ist das die Mun- oder Moon-Sekte, Moonies, Munies, nein es sind Mormonen, die auch die großangelegte Family-Search.org Datenbank betreiben. „Pfahl Berlin“ stand auf dem Schild, dann Hofjägerstraße dann plötzlich querfeldein rumpelpumpel in den dunklen Tiergarten abgebogen, vor Bellevue die einsam patrollierenden Polizeibeamten, gut. Daß da der Wulff jetzt drin sein soll, aber schon den Köhler konnte ich mir nicht vorstellen, egal, keine Zeit, die Sonne lacht, man kann sich nicht beschweren über Berlin, es wird eine Menge geboten, die Infrastruktur ist da, Material zu Hauf. Die Probleme liegen woanders.

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  1. admin

    Ich fahre jetzt zu einem Drillingsvater im sogenannten Soldiner Kiez, der im Ubuntu-User-Forum Berlin als Supporter aufgeführt ist, es aber eigentlich nicht mehr macht, weil er jetzt Drillingsvater ist und als Portrait einen Grizzly-Bären hat. Ich habe schon Angst. Er soll mein Tagebuch vom Sommer retten. (Von Mitte Juni bis 20. September ist alles weg.) Er könne mir allerdings nicht viel Hoffnung machen und sei kein professioneller Datenretter. Mir ist schlecht. Gestern war ich erst am Teufelssee und dann auf dem Glockenturm im Olympia-Gelände. Sehr empfehlenswert.
    Erst war noch eine Reisegruppe oben, die so sprachen wie wenn Harald Schmidt seinen Heimat-Dialekt nachmacht, Esslingen, Nürtingen oder so, ganz ganz schlimm, sie sagten 300 Mal hintereinander: Desch iss die Siemensstadt do hinte, ned? isch des d Siemensstadt? jo, desch is d Siemensstadt do hinte, müßt d Siemensstadt sei? isch es des do, d Siemensstadt? ich dachte nur: haut endlich ab ihr Schweine. Dann hauten sie ab und es kam niemand mehr. Es war sehr schön alleine dort oben. Der Aufzug fährt so schnell hoch, daß man lacht. (Diese Nazis, krass.)

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Abends Zeughaus-Kino vollbesetzt, Beginn der Suffragetten-Filme, nettes Publikum, sehr sympathische Einführung, Filme ab 1901 glaube ich, Mütter der Klamotte, Nonstop Nonsens, Didi Hallervorden. Ich saß vorne neben dem Pianisten, der auch Schifferklavier und Querflöte spielte und dachte laufend: alle tot. Alles Tote. Die Kinder die 1904 in die Kamera lachen: alle alle tot, verwest.

Intolerance

18. September 2010

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(Ab einem bestimmten Alter sollte man sich nicht mehr herausreden können mit seiner Herkunft, habe ich schon mal gehört, hätte man ja längst aufholen können, man war ja schließlich auch auf der höheren Schule und kennt auch reiche Menschen usw. Ich glaube, daß die Grundeinstellungen so grundsätzlich anders sind, daß gar nichts aufgeholt werden kann, sondern man einfach auf ein ganz anderes Gleis gesetzt ist. Man muß sich alles irgendwie übersetzen, weiß aber nie ganz, ob es stimmt und hinkommt.)

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  1. admin

    Ich habe mich nicht zu Rumbalotte hingetraut, nahm an es sei voll und eng und war nur bei der Intoleranz-Eröffnung in der Neuen Nationalgalerie, da war es schön dunkel, und dann auf halbem Weg zur Metzer Straße zu den vielen blauen Lichtern abgebogen. Am Alexanderplatz war ein großer Einsatz. Die Polizisten sahen aus wie 20, 25. Es war kalt auf dem Fahrrad und die Freitagnachtstimmung machte mich traurig und immer sinnloser. Dann kaufte ich im Rewe Invalidenstraße ein Pizzar, buk ihm zu Hause braun, aß ihn im Ganzen auf und schlief sofort ein.

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unten

Im Flur

20.9.10

Das mit dem Kaffeetrinken und erzählen stammt wahrscheinlich aus der Zeit, als die Ossis noch kein Telefon hatten, jeder einfach vorbeikam, mit Ahoi an die Tür gekloppt hat und vertrauensselig eingelassen wurde. überhaupt Türen offen waren.

Heute

[Stichwort Ökonomisierung aller Lebensbereiche (muß man auch erstmal blicken, was damit gemeint ist, wenn das Geld…, das Geld)]

zuckt man schon zusammen,

wenn nur das Telefon schellt.

Könnte ja Stire Oberlin, Sloon Howenstine, Yacoub Pante, Eberhard Wieneke oder Zeldin Spannbauer dran sein.

(Im Kapitalismus wollen alle Liebe? Ich nicht, ich will Geld.

Liebe habe ich doch selbst.)

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21.9.10

wolfdietrichschnurre

fuckingklausschulze

Quelle

16. September 2010

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Gestern war ich zufällig in der Landesvertretung Niedersachsen beim Bund, Reden auf den mir nahezu unbekannten 70jährigen Künstler Giselher Schmidt anhören. Alles interessant, Ort, Abläufe, Rahmenhandlungen, der Anblick z.B. von feinen älteren Herrschaften in festlicher Kleidung, die trotzdem total knüsselig wirken usw. Jetzt kam schon eine blonde Frau zum Rednerpult heran, Staatssekretärin in gut sitzendem Kostüm, eher jung, begrüßt zuerst die Bundes- und Landtagsabgeordneten und gießt dann in freier Rede einen begeisterten, ferngesteuerten Sermon aus über die schöne Kunst als Intervention hier im Foyer der Landesvertretung und über die wunderbare Beglückung, die sie und die Kollegen empfunden hätten, jeden Morgen von diesem Skulpturenensemble begrüßt zu werden und anregende Gespräche darüber zu führen, und man sieht und hört sofort, daß diese Frau mit der Materie natürlich nichts, aber auch gar nichts zu tun hat und das ist ja wiederum gar nichts Besonderes oder Seltenes, sondern eher der quälende, schwer auszuhaltende Normalfall. – Ein Mann mit komisch schiefer halblanger Frisur kam von hinten und setzte sich in eine der vorderen Reihen; ich habe mir kurz heiß gewünscht, daß das ein Verrückter sei, der es nicht mehr aushält, es nicht mehr hinnehmen kann und jetzt wirklich eingreifen, die Kunst den Klauen der Widerrechtlichen entreißen muß.

Das hatte ich schon irgendwie eleganter im Kopf formuliert: Die Funktionsträger liefern verläßlich den Rahmen und garantieren durch eine automatisierte Verharmlosungs-, Einlullungs-, Einbettungstechnik, Freuen, Danken, Loben, Bonmot, daß innerhalb dieses Rahmens dann alles stattfinden kann, was Kunst genannt wird und selbst sein kann, was und wie es will, es bleibt garantiert absolut folgenlos.

Wir freuen uns so und sagen Dank, daß der Künstler uns mit seinem besonderen Blick auf die Welt bereichert, Dinge, die uns gar nicht mehr auffallen hinterfragt und sichtbar macht, – das was sie ungefähr immer sagen. Paßt auf alles, auch auf Literaten und Lyriker. Es kamen noch zwei andere Redner und dann der Hauptredner, eine Art Spezi vom Schmidt, schätze ich, der wollte es anders machen und wirklich was sagen und bringen und sagte dann so anthroposophisches Zeug, aber so vage, daß sich wahrscheinlich auch keiner irgendwie ernsthaft Sorgen machte, daß er gemeint sein könnte und speziell er irgendwas in Zukunft tun müßte oder fortan nicht mehr tun könnte.

Es war ein leicht unsicherer, sanfter Mann, ich hatte ihn gleich gern, hörte ihm auch gerne zu, plötzlich kippte was und ich hatte die Vorstellung, diese sanfte, liebe, an die Menschlichkeit der Menschheit appellierende Rede nähme niemals mehr ein Ende. Eutokraten oder Eukokraten, Eurokokken sollen alle werden. Ich habe das Wort nicht verstanden, Entschuldigung. In sich Kreativität, Askese und noch ein Drittes vereinigen, was ich ebenso vergessen habe, also so ähnlich wie die Kinder. So sollte man sein. Als Kinder wären wir noch so und so gewesen, offen und neugierig, hätten doch immer gefragt, warum? wieso? leider ginge es verloren. Laßt uns das bitte erhalten alle miteinander. – Na klar, kein Thema.

Nachher saßen wir dem Bundesfamilienministerium gegenüber vor einer Wein-Stube, ich meinte so sexuelle Status-Checker-Stimmung unter mittelalten Bessergestellten wahrzunehmen und wurde innerlich renitent, so blieben wir draußen auf einer Bank, es war dort kalt. Man merkte es aber erst beim Aufstehen, da war ich bereits steif wie ein Kerf.

Auf dem Weg nach Hause kam ich an dem Kiosk in der Chausseestraße vorbei, wo ich gerne halte weil da ein Kölscher bedient. Aber der war jetzt schon mehrere Male nicht da. Hoffentlich ist er nicht krank. Ich höre ab und zu ganz gern ein paar Worte warmes Rheinländisch.

MILF

11. September 2010

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Die Arbeits-Unterlage ist das Leintuch von der Auer Dult, aus der alten Mangel.
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Aufgabe: Es sollen aus einer von Kleinmut, Desorientiertheit und schlechter Selbstbehandlung gezeichneten Situation in letzter Minute Skulpturen gemacht werden und zwar natürlich gute, welche, die man gerne abgibt. Man muß immer was irgendwie Gutes hinkriegen, aber hierfür muß es nochmal besonders gut sein, dachte ich, ach Gott, die ganzen Namen.

Und dann machte ich es in der Nacht von Montag auf Dienstag, eher morgens zwischen 3 und 5 und dachte nicht, daß da irgendwas Brauchbares rauskommt. Aber ich hatte Glück. Und Dienstag machte ich die Endfertigung und ließ nochmal trocknen über Nacht.

Mittwoch morgen war ich richtig zufrieden, fotografierte und verpackte sie und brachte sie weg

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zur Abholung zur Galerie Spagorski für die Weiterfahrt nach Brüssel und schaute vor lauter guter Laune noch dort die Ausstellung an, bereit zu einem milden Urteil. Da war aber nur Interieur, nicht mehr. Vom Inhalt her etwas leer.

Etwas Gutes aus der Hand geben zu können zum Zeitpunkt da es fertig ist: Alle Sorgen fallen ab und stattdessen ein Gefühl, ungefähr, was man bei der Verkündigung von Hitzefrei hatte vor einer Doppelstunde Mathe. Fällt aus! Fällt aus! frei!
Ich fuhr herum und praktisch Jeder Anblick gefiel mir nun, vieles außerordentlich gut. Da kommt z.B. so ein rätselhafter Bogen:

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und dahinter ein verwilderter Innenhof in der Hand von Millionen kleiner Vögel.

Das ist wohl eine Art Studentenheim, stand jedenfalls an einer Türe dran.

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Und dann kommt ein blau eingezäuntes Areal, da wächst irgendwie … nachwachsender Rohstoff und es gibt eine Brücke. Ein kleiner Mann im braunen Anzug geht eilig an mir vorbei. Ich sage so dahin: Ich frage mich, was das ist, die Anlage hier, wissen Sie das? – Der Mann dreht sich um, schaut ängstlich und sagt: Ich weiß nicht.

Klingt osteuropäisch („habe nichts gemacht“) und ich: ah Danke! Da lacht er und scheint beruhigt. Er darf hier gehen. Ich bin anscheinend keine Hausmeisterin oder noch was Schlimmeres.
Aus der Anlage heraus Mülltonnen, und weitere Späße

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auf einmal riecht es unverkennbar nach Penatencreme, hier ist eine Kindertagesstätte namens „Traumbaum“, alles stimmt, dann weiter zu diesem gutartigen Haus.

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sieht auch gut aus und interessiert mich sehr. Ich betrachte die Plakate
Dann links einen Weg hinein, ah Hopfen, Hopfenzeit und Schmetterlingsflieder, herrlich.

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Beim Anhalterbahnhof bzw. Tempodrom kommt man raus. Zwei Jagdhunde bekommen Auslauf. Es ist vollkommen klar, denke ich voller Wohlwollen, daß diese Hunde, so wie sie gebaut sind, wenigstens einmal am Tag richtig rennen müssen. Ich entnehme es ihren Gliedmaßen und wie die Muskeln glänzen und nicke. Recht so. Lauft, Hunde. Es kommen Kinder aus der Schule, bzw. vielleicht sind sie auch unterwegs auf einem Ausflug, ich erkenne Aufsichtspersonen. Ein Lehrer (vermutlich) mit Pferdeschwanz geht neben einem asiatisch aussehenden Mädchen im rosa Anorak. Ob das Mädchen beliebt ist? ich sorge mich ein wenig. Die Kinder die unbeliebt sind machen sich durch ihre unheilvolle Nähe zu den Lehrern noch unbeliebter.

Umberto Tozzi tritt im Tempodrom auf, sein Programm heißt „Superstar“. Irre.

Im Aldi trägt später ein Mann, der einen weißen Motorradhelm auf dem Kopf hat, eine ganze Palette Sahne-Kefir zur Kasse. Fantastisch.