Höflichkeit, Triezerei, Überarbeitung, Selbst-Animation


Plan

1. Koalitionsvertrag + Pressekonferenz
2. AW antworten
3. Bruder wg. Versicherung
4. wg. PR
5. Wannenbad
6. Müll runterbringen
7. Interview überarbeiten
8. LNM antworten
9. Broodthaers Magie (Dickhoff)
10. Draxler Tzk
11. Briefkasten Gerichtstraße

Höflichkeit finde ich gut. Solange man meint, das bewegt sich noch im Bereich des Aufrichtigen: den anderen nicht beleidigen wollen, aber vielleicht doch auf Abstand halten.
Übertriebene, ausgekostete extra-Höflichkeit wirkt aggressiver, als Aggression. Im Übergangsbereich davon, wenn alles nur gut und nett ist, im leeren Loben, fängt man an zu spekulieren, wo die Grenze ist. Das macht keinen Spaß.

14:24 macht auch keinen Spaß: die Knute der PR.
Ich bin Künstlerin, dick, alt, krank, voller Zweifel, Selbsthaß und kein Fotomodell.
Bitte dies zu berücksichtigen. Danke.

(auch wenn das „Werk allein“ angeblich heute nicht mehr reicht und mehr geliefert werden muß. Es gibt Zehntausende, die das gerne tun, ihren Körper ausstellen. Müßt ihr beim nächsten Mal solche nehmen. brumm)

Ich liefere wirklich genug!


18:30 Endversion. fertig, froh.

Am Müllplatz ein dicklicher, zirka 12jähriger Junge in Adidas-Hose, der grade mit Schwung den Restmüll in den Container geschleudert hatte.
„Kuck mal, ich habe hier noch n ganzen Sack Pfandflaschen, bin aber zu faul, die selbst wegzubringen. – Willst du die vielleicht haben?“
Der Junge schaut, überlegt kurz, sagt dann mit heller Stimme und elegant abwehrender Handbewegung: „Nein. – Nein danke.“

(Wir brauchen nichts.)



Sonntag

Dieser erstaunliche Mann.
Wie leicht und gern man ihm folgt.

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Annäherung an Thomas Brasch
BRD 1977

Peter Handke in Paris
BRD 1975

„Diese Hausfrauenerschöpfung – halb echt, halb sich vorgemacht, – damit er heute Abend nicht mehr dichten gehen muß an seinem neuen pantomimischen Theaterstück.“

Danach liest er Amina Kannitverstan aus dem Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes als Gutenachtgeschichte vor.


14. Dezember 2019

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Nur ich

Es ist gefährlich, Leute, die man aus guten und sachlichen Gründen ablehnt persönlich kennenzulernen. Dann haben sie Krebs, Depressionen, Frau abgehauen usw. Man kriegt Mitleid und kann sie nicht mehr einfach verdammen.

Eine Reaktion zu “Höflichkeit, Triezerei, Überarbeitung, Selbst-Animation”

  1. admin

    Mitch Speed

    https://www.contemporaryartstavanger.no/interview-mitch-speed/

    Above all, we might finally be able to tell the violently normalizing discourse machine: “Thanks but no thanks. I’m fine. I talk the way I talk for a reason.”

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