Das große Jahr des Kleinmuts endet hoffentlich

ich ändere jetzt die Vorzeichen + –

und wollte einen kleinen Katalog machen zwischen Weihnachten und Neujahr, aber ich bin wirklich sehr schwach. Oh Lord.

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Die beiden Kerzen im Korsett habe ich in London bei der Salvation Army auf der Mare Street gekauft für je 50 Pfennig. Wie gut sie aussehen. Die standen wahrscheinlich mal eine Zeit schön in der Sonne.

Ich weiß die einfachsten Sachen nicht zu beantworten.

Es gibt weder Berater noch einen Plan, nie. Das, was man sieht, kommt raus, wenn man zickzack springt, um noch Unangenehmerem aus dem Weg zu gehen. Also das dritt- oder viertunangenehmste macht, das was man gerade noch aushalten kann. (es könnte also wirklich VIEL schlimmer sein! Denke ich, wenn ich meine Ergebnisse sehe.)
Selbstverständlicheren Umgang mit Funktionsträgern muß man können oder irgendwie gelernt haben, oder sogar WOLLEN, das hatte ich ganz vergessen. Peinlich mit dem aushalten, sich damit so lange aufhalten zu müssen, ich weiß. Aber es ist so, ich kann es nicht anders sagen.

Es ist kein moralischer, sondern ein kreatürlicher körperlicher Ekel, schrieb ich Kai Diekmann in seinen Blog, nachdem ich ca 10 Minuten lang das Video angeschaut hatte, wie eine Bild-Zeitung entsteht. Ich glaube schon, daß es was nützt. Das versteht er schon.

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(wie faszinierend ist dieses Foto)

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Heute und die letzten 10 Jahre und die nächsten 10 Jahre in den Feuilletons.

UEAH! — Das war Ihr Leben!

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ja, laß uns mal sehen, ich liege allerdings nur rum, so faul kann man eigentlich gar nicht sein, und doch ist es so, die Tage vergehen. Ich fürchte mich vor allem und jedem, vor kleinen und vor großen Parties, vor Leuten die man gern hat und vor denen, die man nicht gern hat. Sie schmeißen hier sehr sehr laute Böller auf die Straße oder gleich in den Hausflur rein, ich erschrecke mich zu Tode.

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Robert Fork, Nenncousin von Peter Handke. Schon ziemlich gut.

30.12., 18:45

Ich kann nicht heraus! Sie schießen ohne Unterlaß!

31.12., 12:10

Bis halb 3 warfen die Halbwüchsigen die Böller in den Hausflur, daß die Wände bebten. Niemand tut etwas. Matumba hat gesagt, ich soll zurückschießen. Ich habe keine Waffen. Erst wollte ich vom Balkon herunterrufen, aber dann hatte ich Angst, sie kommen hoch. Dann wollte ich die Polizei anrufen, wußte aber nicht, was ich sagen sollte und wollte auch mit der Polizei nicht sprechen. Um 7 Uhr erwachte ich naßgeschwitzt und las die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Wir sind noch weit entfernt davon zu erfassen, wieviel Leid diese Frau über unser Land und uns selbst bringt. Wie sie noch sympathischer gefunden werden wird mit dieser Brille. Wie sie mit ihrem Scheiß-Mann vor 20 Jahren ihr wunderbares Scheiß-Silvester mit ihren Scheiß-Westverwandten vereint in Hamburg gefeiert hat.

Wo soll man bloß hin.
Der Feind steht überall.
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Interessante links aus dem web

wo die Thor-Steinar Kunden wohnen

sign out forever, unfriend now

meet your real neighbors, Himmel, vielleicht sogar physisch

Das Feuerwerk sähe ich gern vom Flakturm Humboldthain aus
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15:14

ich habe überlegt, ob ich früher vielleicht Silvesterrituale gepflegt habe, aber ich kann mich an nichts erinnern.

Dann ging ich zum Netto.

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Auf dem Weg an der Schwimmhalle mit den Graffiti vorbei fiel mir plötzlich ein, keiner weiß warum, daß ein Alternativ-Titel für Wahrheit ist Arbeit „Dicke Unterarme vom Wichsen“ gewesen ist. (Für die Ausstellung Wahrheit ist Arbeit – wie es wirklich war im Friesenwall 120, 1992, hatte man Einsicht in das handschriftliche Material bekommen.)
Die Tatsache selbst und die Tatsache, daß mir das einfällt, 31.12.09, ca. 13:50, nehme ich mal als gutes Zeichen für 2010.

4 Reaktionen zu “Das große Jahr des Kleinmuts endet hoffentlich”

  1. admin

    Danke! Und J hat gesagt, man solle zu D gehen oder zu L. Vor „Dinnern“ habe ich Angst. Besonders, wenn es „nett“ ist. Aber der Fehler liegt bei mir.
    Ich gehe auf den Turm rauf und dann vielleicht S und wünschte, ich hätte ein Silvesterkleid wie aus dem Quelle-Katalog, was man als Mädchen gern besitzen wollte. Am besten war Silvester auf dem Hackenberg (Bergneustadt, Aggertalsperre) bei der Oma im 7. Stock. Da wohnten die, die im ganzen oberbergischen Kreis wahrscheinlich das meiste Geld für Raketen ausgaben, mehrere Jahresgehälter. Ein Traum. Und wie gut man die Witzsendungen im Fernsehen fand und vor allem die SEndung: Jetzt geht die Party richtig los. Sketche mit Peer Augustinski u.v.m.! Wo die Schauspieler Beschwipste spielen und Frivole, man selber 10 ist und die Oma alles mitmacht. Da war das Leben klasse.

    [Entwicklung seit 1970 [Bearbeiten]

    Als man in Bergneustadt, der flächenmäßig kleinsten oberbergischen Gemeinde, damit begann, Menschen zunehmend im Ortsteil Hackenberg anzusiedeln, wurden aus den beiden kleinen Dörfern Hackenberg und Leienbach Orte ohne einheimisches Gepräge. Mit zunehmender Arbeitslosigkeit verstärkten sich gerade in diesen beiden Ortsteilen die sozialen Probleme. Viele türkische Familien und Aussiedler aus der Sowjetunion kamen seit 1974; ihre Kinder stellen in der Grundschule mitunter die Schülermehrheit.]

  2. bernd pick

    Habe um 0 Uhr Raketen flach auf die Straße gelegt. Vietnam. Es gab verherende Treffer. Kam gleich ein Nachbar, was das soll.
    Hatte natürlich Recht.
    Habe auch Kanonenschläge an Raketen so befestigt, dass sie mit zeitlicher Verzögerung die Rakete in der Luft in Stücke rissen.
    Da war das Leben klasse!

  3. admin

    Die Rakete in der Luft von Kanonenschlägen in Stücke gerissen! Vor ca. 3 Jahren noch habe ich selbst Raketen aus der Hand abgefeuert und 1 1/2 Meter über dem Asphalt schnurgerade durch Straßenschluchten zischen lassen, tausende Meter weit in die offenen Münder der staunenden Passanten hinein. Die Feuerhand wurde ganz schwarz vom Schwarzpulver und roch nachher gut.
    Alles Gute auch dir Bernd!

  4. admin

    Kann auch 6 Jahre her sein.

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