Dérive

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kastanie-14.3.08.jpg der Baum vor meinem Arbeitsraum

heute morgen hatte ich Reisepaß beantragt und vor Ort biometrische Fotos gemacht, 3 x wird man fotografiert, 2x entsprach mein Gesicht nicht den Anforderungen der Biometrie, mußte dann notgedrungen ausgerechnet das schlimmste Bild von allen nehmen und das jetzt 10 Jahre im Paß tragen.
So sieht man halt aus. Ich müsse ja nicht so oft da rein sehen, sagte die Verwaltungsangestellte. Die sind jetzt meistens jünger als man selbst und haben jobangemessene Kleidung an und man selber schlurft da rum mit seinen veralteten Jugendklamotten, ich möchte gar nicht wissen, welchen Eindruck man macht. Es ist mir recht egal.

Der Paß kostet im Expressverfahren 91 Euro, normal 59. 3mal Fingerkuppe Zeigefinger rechte Hand, dreimal linke. Ich glaub ich habe Gicht, dachte ich als ich den Finger betrachtete, ihn hob und senkte und wieder hob und ob da denn Strom drin wäre in dem Gerät oder wie funktioniert das. Ich soll schon mal zur Kasse gehen und zahlen.

Gestern viel zu spät zu dem Richard Serra Vortrag und bemühte mich so, leise zu sein beim Reingehen, daß ich über dem leise sein verpaßte die Professorin zu begrüßen, die da an der Tür gesessen hatte und plötzlich wie von Geisterhand verschwunden war. Wieder dachte ich, wie schön der Theatersaal, die Bühne, im Kunstverein ist und daß man da mal was Gutes machen müßte. Daß die Prodi da veitstanzend aufträte und während der Einübungszeit mit der ganzen Entourage 1 - 3 Monate die Künstlerwohnung gründlich zerwohnte. Das Kino in seiner Art gefiel mir auch wieder gut. Leises Aufschreien der kunstgeschichtlichen Studentinnen vor mir, als sie die staak behaaten Aame und dreckigen Fingernägel des Künstlers sahen. Ich hörte ewig gern die Stahlarbeiterstimmen die den glühenden Klotz schmiedeten, Henrichshütte Hattingen, 1978. Klar sei so ein Klotz gerne Kunst, eine schöne Kurbelwelle aber natürlich auch.

Ich möchte vielleicht weggehen zu den anderen ins Haus T, aber ich kann es nicht.

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Raus aus der Geschwätzigkeit seiner selbst. Reaktionen liegen vor.

15.3.08
Es ist nicht gut, es ist nicht gut. Was ist denn gut, was wär denn gut? Schirrmacher lesen? Neue Masche Gehirn spezial. Kopfschmerzen, rausgehen, laufen. Man will sich nicht beleidigen lassen von der Tatsache, daß Bewegung tatsächlich hilft. Man will sich nicht beleidigen lassen von der Tatsache, daß man im Grunde funktioniert wie ein Urmensch. Es stimmt vielleicht auch nicht ganz, aber es stimmt doch viel mehr, als man möchte. Läuft man mit einem 10.000 Jahre alten Stammhirn rum und angesichts dieser 10.000 Jahre stirbt man morgen bereits und hat das Leben nicht begriffen. Das sagte ich bereits mehrfach zur Genüge. Soviel schwätzen, bis man rein ist, ein frommer Wunsch. Es ist so furchtbar. Gott hab mich selig. Daß die Leute nett zu mir sind, macht mich fast noch trauriger. Das Stammhirn ist als Reptiliengehirn bekannt und Millionen alt. Angreifen oder flüchten? - Schlafen. Schlafend eingehen.

(Allerdings ist die STROOP-Prüfung in der FAZ ganz lustig, laut vorgelesen.)

SS 2008

Mensch als Naturprodukt und als Weltursprung

P. Janssen Do. 10-11.30, G

Ich pflege im Rahmen meines Philosophierens von “lebendigen Sprachwesen” zu sprechen, um an diesen Ausdruck die folgende Explikation anzuschließen: Lebendigkeit und Sprachlichkeit können sich im Menschen in verschiedener Weise einen und trennen; der Art, dass die Resultate dieser Vorgänge sich aufgrund der Sprachzugehörigkeit des Menschen in verschiedenen “Weltbildern” niederschlagen. In ihnen möge ein “unganzes Ganzes” namens Welt seiner Verfasstheit nach so gesagt sein, dass lebendige Sprachwesen sich dabei zugleich Bestimmtheit in geschichtlich-kulturellen Welten zusagen. In der alteuropäischen Philosophie liegen Muster für die Produktion solcher Bestimmtheiten vor. Diese sind in der Moderne unter die Pression eines Wissens geraten, für das die Wissenschaft zuständig ist. Was in ihr von der Naturabkünftigkeit und Natureinbehaltenheit des Menschen gewusst wird, möge sich auf das geschichtlich wandlungsträchtiger Sprachvermöglichkeit unterliegende Welt- und Selbstverständnis heutiger Menschen auswirken. Das aber möge nichts an der für die Philosophie entscheidenden Möglichkeit ändern, dass lebendige Sprachwesen auch als Produkte des “Weltwerdens” nicht umhin können, Welt aufgehen zu lassen in “Ist-Sinn” hinein, der sich nicht der wissenschaftlich gewussten Natur verschuldet. In einer solchen Situation muss entschieden werden. Dies ist Sache des Philosophierens. Reaktionen liegen vor. Ich werde versuchen, meine eigene Entscheidung zu verdeutlichen.

1) Vom sprachvermöglichen Ich und seiner Sterblichkeit, in: JTLA (The University of Tokio, Aesthetics) Vol. 31 (2006) S 1 ff.

2) Edmund Husserl, Werk und Wirkung, Alber/Freiburg 2008

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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.03.2008 Seite 37

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Dietmar Dath über Peter Hacks, Clemens Meyer O-Töne, 2254 Deutschlandradio Kultur, was lesen Sie gern und warum? der sonor süffisante Justin Westhoff, was die Leute erzählen und wie unterschiedlich, wie sie schwärmen von Romanen. Leipziger Buchmesse Liveberichte. 1968 92 Seiten Albrecht von Lucke Wagenbach, fanden Sie das gut? Peter Schneider Götz Aly, der Aly hat doch Probleme mit sich, sagen viele

Hacks einzige Großschwärmerei Goethe alles zuzutrauen, viel Goethe lesen, dann würde es einem selbst immer plausibler. Plausibel ist ein komishes Wort, denn es heißt wohl beifallwürdig und hat ja nichts mit „wahr“ zu tun, oder was versteh ich nicht? Ich schäme mich, weil ich heute nicht sehr viel verstehe, ich schäme, weil ich es vor mir verbergen will. Ganzkörperspiegel, man konnte kaum vermeiden da vorbeizugehen und dareinzuheulen, jeden Tag, Stunde um Stunde. Mit meinen Sachen hatte ich eine große Krise, lange, dann aber gelang mir irgendwie was und - jetzt ich weiß auch nicht, dann ist man zuversichtlich, dann wieder nicht, aber im Ganzen muß es vorwärts gehen. durch sich unwohl fühlen und richtig scheiße sein wie ein Scheiß-Künstler, der was zu verbergen hat und es verbergen will. – Aua, das tut weh.

Offen schwärmerischer Zug

Schönheit der Goethe-Haltung sozialisieren, normalisieren

Pädagogik

Den Hauptschülern bzw. allen sagen: wenn ihr euch nicht selbst schöne Namen gebt und für euch sprecht, dann tun es andere, aber die meinen dann nicht euch, sondern sich, und die Namen sind weder schön noch echt, nein, diese Namen: sie sind schlecht

gebr gebr trt trrt trt

ein kleines Heft aus dem eher widerlichen Umsonst-Regal vom SSK gezogen über Wellensittichhaltung. Wellen Sittich Haltung. Buch Handlung Welt. Von 1980, sehr sehr gut. Genau das, was man lesen will. Stil, Wissenserwerb, Format, Papier, Umfang, Fotos, man soll sie mit einem Stöckchen am Kopf streicheln wenn sie gefressen haben und bald schlafen wollen. Das sei die beste Zeit, ihnen das Sprechen beizubringen, man dürfe sich allerdings nicht zuviel erwarten.

Mensch die Psyche

wer soll das verstehen?

Chemie, soviel ist sicher. Aber was war zuerst da. Das Jahrbuch der Lyrik kam gestern, ein sehr gut aufgelegter Postbote gab mir das Päckchen mit 3 Ex. in die Hand. Jetzt bin ich endlich Lyrikerin. Meine erste Veröffentlichung in einem richtigen Literaturverlag. Das Hummeln Gedicht ist nicht schlecht, wenn auch vielleicht etwas zu spaßig. Nein, nein. Schon gut, vielleicht etwas untypisch. Alt. Ich habe es geschrieben im Sommer 2005 bei 38° Celsius und 96 % Luftfeuchtigkeit in den Elbtalauen. Es war genau so, wie es da steht. Ich stehe neben Friederike Mayröcker, dann kommt Elke Erb, cool, wie letztens im Radio. Vorher weiß ich nicht mehr. Jedenfalls handeln die umstehenden Gedichte von Bienen, thematisch. Auch Fuchs. Gebr gebr gebr trt trt trt da kommt der Futz. ich habe schon viele Gedichte auf dem Rücken liegend laut vorgelesen. Man wundert sich wie gut das geht ohne sie zu kennen, schwafel schwall, nein, ich bin wirklich froh

Bier her, Bier her, Roderich van Ulm

Wie Rüdiger Boy auf die Verballhornung hereinfiel. Wie du einmal Rüdiger Boy hereinlegtest. Jetzt soll ich mit der Mistkarre in den Wald zum Tümpel fahren.

Ich hatte heimlich gehofft, das würde noch von selber gut.

wurde es dann auch

Während das Wasser einläuft. 21:46 So unentschlossen heute im Kaiser eben und dann an der Kasse der traurige Punkte-Sammler-Terror, wegen 6 Euro Karstadt-Tengelmann-Kundenkarten, Happy-Digits, Treueherzen. Fragen nach einem neuen Album für die Treueherzen, da das alte bereits voll sei. Mutter und Tochter, Junge Junge. 7/8-Jeans knalleng, Stiefletten. Die Mutter ca 75, die Tochter 50. Aber hammergeil, alle beide. Hinter mir zwei andere Nüttchen, 16, 17. Und ein Boy. Please don´t talk.

Über Clemens Meyer: „Die Geschichten haben alle kein richtiges Ende, sie laufen einfach aus, so, wie das Leben selbst meistens auch bloß ausläuft.“ Schlichter Satz aber doch, ürgs. ja. Ich weiß nicht ob mir das gefiele was er schreibt, ich les ja kaum. Ist Zeitungslesen Primär- oderr Sekundärlektüre? Alkohol und Zigaretten

Quellenstudium Haarwurzelentzündung, es wird wieder kälter, Bücherfrühling, Feridun Zaimoglu, Winfried Glatzeder, Applaus, wenn ein mEnsch kurze Zeit lebt – wie oft mußte das der auch schon älter zu nennende Glatzeder sich anhören und immer an Paul und Paula erinnert, aber nein – er erinnert sich gern, er kriegt immer noch Gänsehaut wegen den Puhdys und der wunderbaren Umsetzung. Das ist doch echt traurig. Oder auch nicht. Der Liebeszustand einer Frau und eines Mannes. Gemeinsam auf der Bühne mit Angelika. Nach 35 Jahren wieder vereint auf der Bühne. Ein Freudenfest, die Leute sind begeistert, sie lachen, schmunzeln und sie weinen. Paul und ich nennt der Glatzeder sein Buch, abgefeimt. 63 Jahre. Was soll er machen, wie soll er sonst sein Buch nennen. Mit einer wunderbaren Co-Autorin, wunderbarer Einfall der Chef-Lektorin des Aufbau-Verlages, hatte ich erst einen Schreck bekommen und dann aber an das schöne Geld gedacht. Herzlichst. Ihr.

Junghans Uhr

Zaimoglu ist eigentlich ganz süß.
Reden tut er ganz gut, aber sein Lesen stößt ab, ziemlich. Fazit: Besser so ein Liebesbrand, als gar keine Gefühle, sagt die Moderatorin. Zaimoglu: So ist es.

Bücherfrühling geht weiter nächste Stunde. Nach den Nachrichten Marcel Beyer, Friedrich Dönhoff, Amelie Fried.

1:06 FAS lesen, Julia Encke, Sascha Lehnartz über Bernd Wagner, parallel Marcel Beyer Kaltenburg hören. 4 ½ Jahre dran geschrieben. Respekt. Angstgeschichte, sei es. Sei es so. Bombardierung Dresdens, Vögel aus dem Himmel herunterfallen, bishin zur Schreckmauser. Die Geschichte der Ornithologie. Sie sind ja gewordener Dresdner als geborener Kellner, Kölner. Horchen, Zuhören, Geduld, ich bin vor 12 Jahren nach Dresden gezogen und wußte, ich müsse erst mal warten. – Aber es ist eben auch ein Buch über Vögel, über Dohlen an der Elbe, man kann viel erfahren darüber, lernen, als Schutzfunktion. Dr. Siegfried Eck, der Kustos der Sammlung. Jenseits unseres Leben, nein, nicht. Brot aufgebacken in meinem kleinen Backofen, dabei Mittelfinger am Gelenk leicht angebrannt an dem Grillstab, dran gerochen: Fleisch. Verbrannte Haut. Auch ein bißchen nach Zahnarztpraxis, merkwürdigerweise. Jetzt liest Beyer, bin mal gespannt.

Warum lesen Literaten wie Literaten? Nein, es ist nicht so schlimm in dem Fall, aber schön ist was anderes.

2:32 Gute Nacht

8 Reaktionen zu “Dérive”

  1. produzentin

    die tickets sind gebucht. ich bin schon fast da.

  2. admin

    Ich will mal fragen, was in die Bewerbung rein muß. Wenn es um Hosen und Haare geht müßtest du da auf JEDEN FALL gewinnen und wohnen können vom Stadtstaat verwöhnt in der Wellness-Oase bis an dein selig Ende 

  3. admin

    Ah! Die Sonne kommt in den Nebel hereingefahren wie ein bierbichlerisches bibelsicheres Beil

    Vielleicht könnte manb sich wirklich für die Wohnung bewerben. Die ist echt gut. Da wohnt grad der Mark Leckey, ich bewundere seine bunten Hosen vom Fenster aus und seine Haare

  4. produzentin

    ich möchte AUF GAR KEINEN FALL in köln beerdigt werden.

  5. admin

    Du wirst überhaupt nicht beerdigt werden, sondern ins Paradies einziehen. Und zwar in ganz großem Stil.

  6. admin

    &

  7. goncourt

    Das mit dem streichelnden Stöckchen stammt bestimmt noch aus der Zeit, als vor allem knorrige alte Damen fürs Wellensittichstreicheln zuständig waren. Jugendliche Zeigefinger kommen da nicht mit.

  8. admin

    Ja, lieber Edmond.

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