okkultes blut. Privilège

kampf um relevanz

Auszug

 

 

 

 

Ich wollte Dir eigentlich nur wegen zwei Sätzen schreiben:

 

In Schönheit sterben kann ich jetzt auch nicht mehr

da ich nicht mehr schön bin

 

Statt in Schönheit zu sterben muß ich jetzt in Häßlichkeit streben

 

 

 

Johann Gottlieb Fichte

 

A.

 

Sonnenklarer Bericht

an das grössere Publicum,

über das eigentliche Wesen

der neuesten Philosophie.

 

__________

 

Ein Versuch,

die Leser zum Verstehen zu zwingen.

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Erste Ausgabe: Berlin, in der Realschulbuchhandlung 1801.

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(Fichtes sämmtl. Werke, Bd.II, S.323-420)

 

 

man ist wohl leider so dumm, daß man denkt, ein heroisches und ein glückliches Leben schlösse sich aus

 

Steine

discount

Gläser mit Steinen,

Stuhl und Mikrophon,

gute Kleidung.

steine discount

Kostüm oder Anzug.

sehr sehr schlechte Kleidung

Michaela Eichwald

Lesung im Braunschweiger Kunstverein 4.11.2005, 19 Uhr

 

                         De weise man tut nit horten

                         De mehr he gebet, de mehr he hat

                                                                                                  (Volksmund)

 

Ich seh aus dem Fenster und warte auf den Anruf der Firma Zyklop, die das kaputte Auto abholen und verschrotten soll. Sie geben kein Geld, aber: sie nehmen auch keines. Immerhin.

Vorher hatte ich 5 Autohändler angerufen, die in ihren Anzeigen vollmundig verkündigten, sie nähmen jedes Auto, Zustand egal, Alter egal, Abholung, Abmeldung alles umsonst, noch Geld drauf usw.

Aber sie hatten einfach gelogen.

 

FRUSTRATIONSTOLERANZ

 

Zwischendurch hat die SPD ihr Wahlmanifest bekanntgegeben, anschließend Pressekonferenz mit Müntefering und Schröder. Ich fragte mich gerade, ob wohl Rainald Goetz noch zu sowas hingeht, da seh ich ihn da auch schon sitzen bei phoenix, ganz grau oder grau gefärbt mit mächtig vortretenden Kieferknochen. Er sieht toll aus.

Prüfend blickt er den Bundeskanzler an, als dieser blumig spricht. Des Bundeskanzlers Lächeln erfriert. Zu einer Maske.

Er läßt die Hand sinken und weiß: Rainald Goetz´ scharfem Blick entgeht nicht die kleinste Fadenscheinigkeit. Bundeskanzler und auch Parteivorsitzender sollten doch dem Volke nicht länger etwas vormachen und stattdessen die Chance nutzen: sich zu erleichtern und endlich aufrichtig zu sprechen.

Es ist doch reine Illusion zu glauben, jetzt noch etwas kaschieren zu können, wo Rainald Goetz alles gesehen hat und überdies nicht müde wird, erbarmungslos seinen schönen salzigen Finger an der schwärenden Eiterperle der Lüge zu reiben, bis sie endlich platzt

 

naja

 

Ich warte einfach auf den Anruf des Schrottwagenfahrers und schau aus dem Fenster

 

Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit.

 

Die Firma Zyklop wird um 14.30 am Unfallwagen sein.

 

Ich zog über die Behmstraßenbrücke zum Gesundbrunnen-Center mit den abmontierten Nummerschildern unterm Arm. Trübheit des Tages, Nebel.

Überall jetzt die Center und „Arcaden“. In Berlin gibt es nur Aldi-Nord, den versoffenen, verkommenen, ein bißchen nach Talg riechenden kleinen Bruder vom herrlichen Aldi-Süd. Ich kaufte dort fast nur Mist. Würstchen, Schokolade, Eis.

Am Westteil eine nach einem riesigen nassen Hund müffelnde Parzellengartensiedlung, die die reinste Bösartigkeit verstrahlte. „Am Sandkrug“ e.V. 1925 heißt die Siedlung, kein Durchkommen, überall Hausordnungen und laminierte Hundewarnschilder „Arko ist in 2 Sekunden am Törchen – und SIE?“

dicke Kurzhaarschweinefrauen mit stechendem Blick verteidigten die Parzellen zusätzlich.

Zurück eben wieder über die Bösebrücke, ehemals Grenzübergang und laut Eigenauskunft der erste offene Übergang in jener Nacht 1989.

Ich stopf mich voll mit den gekauften Süßigkeiten. Sie schmecken gut.

 

Pink Floyd and his Band

 

Der Justus hat mir „Wörter, Sex, Schnitt“ von Brinkmann aufgenommen. Ich kann mir nicht helfen, ich kann immer nur Rüdiger Safranski aus Rolf Dieter Brinkmann hören.

Aber es ist ok. Sympathisch, wie Safranski mir ja auch sympathisch ist, im Grunde.

Die geistig interessierten Männer mit den kurzen dicken Zungen.

Ich würde dem ganzen gerne die Krone aufsetzen und selber dieses Jahr Rolf Dieter Brinkmann Preis Gewinner werden.

Als alte Kölnerin, nunmehr seit 18 Jahren Kölnerin, gute Kölnerin und auch  Berlinerin, gute Berlinerin. Gute Berlinerin vom Gesundbrunnencenter, Humboldthainerin,

 

ich sollte  mehr Gedichte schreiben

 

da ist man viel schneller fertig

 

              nur ein paar Worte

 

                                                             im Raum

 

                                                                         wirken lassen

 

Echo

d  échecs

 

der gelbe Wein der Sonne

 

Die Nacht der reitenden Leichen (The Exploited)

 

the wise man does not hoard

the more he giveth the more he hath

 

  waid

              weid

  wund

              starre

 

Durs Grünbein

 

der Brinkmann nervt manchmal ein bißchen mit seinem „ein atemloses Sprechen“, --

Alter, was willst du eigentlich? denk ich -- was wolltest Du nur?

Ja – Ich möchte so gerne die Gegenwart abbilden, irgendwie, auf der Suche nach einer zeitgemäßen Technik, liebe Frau,  - – ja

    ich ja irgendwie auch

„B-l-u-m-e-n-k-o-h-l“ sagt Herr Rolf Dieter Brinkmann jetzt, auch Polke, das hat mir immer so gefallen: „Blumenkohl – was ist das?“ das hab ich sofort verstanden. Damals.

Brinkmann sagt jetzt, sein eigenes gemütliches Onkel-Safranski-Gefasel unterbrechend, schneidend, höhnisch: „Blumenkohl! Blumenkohl! Rosenkohl! Wörter!“

Jens hat mir in seinem Fantasy-Garten mit mannshohem Oportulak und Antiblumen das in der FAZ zitierte gegen Köln gerichtete Stückchen von Brinkmann vorgespielt, wie ekelig und piefig Köln sei mit Böll und Sülz und Kalk, künstlich aufgeregt hat sich Brinkmann da, aber es klingt trotzdem gut, es stimmt alles gar nicht!, ist aber trotzdem wahr! und wir haben ziemlich gelacht.

Typisch für RDB und seine Zeit auch solche Sätze wie: die Ehe verkrüppelt einen in diesem Staat, Krüppelstaat Ehe, Krüppelstaat Staat. Damals wollte der Staat den Einzelnen noch zerbrechen, unterdrücken und verkrüppeln. Heute hat er ganz andere Sorgen. Er kann sich darum gar nicht mehr kümmern, hat es ganz vergessen, den Einzelnen kaputt zu machen. Ergibt sich jetzt mehr so von selbst.

Wie werte ich mich vor mir selber auf?

Habe Angst, etwas leisten zu müssen und wenn es nur die Kleidung wäre, die etwas leisten müßte. Doof. Erst muß die Kleidung stimmen, dann aus dem Haus. Doof. Und wenn man es grad mal nicht so hat oder nicht so kann oder nicht so will mit der Kleidung? wenn man überall dazwischenhängt, nicht nur mit der Kleidung, sondern überhaupt?

Auch dann soll man sich doch zeigen, aber man schlurft ja rum wie eine Köcherfliege ohne Köcher, oder mit Köcher, der nicht richtig paßt.

 „Zu ihrem Schutz leben die Larven in der Regel in einem köcherähnlichen Gebilde aus Sandkörnern, Muschelresten, Zweigstückchen oder Blättern, das mit Seidenfäden zusammengehalten wird.“

           Das hört sich eigentlich nach einer aktuellen Mode an.

 

 

                                      Firma Fragil

                                      Made in Berlin

 

 

 

 

 

Künstlerstätte Schloß Bleckede

akkreditiert als Dichter M. von Eichwald

 

***

 

(29)

ODE AN DIE HUMMELN An die lieben Hummeln

 

Ihr schönen feuchten Wollhummeln

Tut fleißig essen

Unermueüdlich stopft ihr euch voll

Ihr Saeäue

Ihr seid das Inbild der wolligen faulen Wonne

Den halben Tag liegt ihr rueülpsend im Gras

Laßt dem Menschen nichts ueübrig

Er verhungert unter eurem Gelaeächter

 

Hummeln

 

Wie schon der Name sagt

 

„Freunde des Satan“

***

 

 

Neben der Künstlerstätte Schloß Bleckede wächst Pfefferminze, Frauengedenkmantel,

Zitronenmelisse und Persianerkraut

Ich rühre es alles zu einem zähen Brei, brat es auf, . Dann reib mich einich , und  und leg mich in das feuchte Gras.

Es ist 38°C Celsius

Luftfeuchtigkeit 100% Prozent

Ich sitze in Atelier Nr. 1

Künstler Nr. 1, Ersatzkünstler No. 1

Es gibt einen Turm, wo welche hochsteigen.

3x ruft ein Mann von unten (laut): Wie ist die Aussicht?

Oben ein Junge, ein nichtsnutziger Jugendlicher mit seiner Stimmbruchstimme

ebenso laut:

Waaa-aaaas?

Der Turm ist ca. 5 Meter hoch.

3 mal fragt der Mann, 3 mal antwortet der Junge: Waaaa-aaaaas?!

Sag noch einmal „was“!, sag noch einmal „was“!!

Luftfeuchtigkeit.

Mit Muddi telefoniert. Sie ist mit ihrem Partner nach Leipzig gefahren.

Um 11 Uhr waren sie gerade am Völkerschlachtdenkmal angekommen,

welches sehr gut sei.

 

 

Neben der Toilette liegt eine deutsche und eine englische VOGUE

ein bißchen naß geworden

GIVING   YOU   10   YEARS   OF   YOUR   SKIN   BACK

             

              saeue

 

 

***

 

Froesche sprangen in den Nesseln

Tausendfach

Riesengroß in jeder Farb

Jeden Alters schwer und naß

In der Hitze klebten meine Beine zamm

Zu einem einzigen Faß

 

Was drinnen war?

Man rät es nie

 

***

 

 

Zwei Beine wie aus einem Stück

Wer sind wir, daß wir dieses sagen können?

 

***

 

Feucht ist der Weg auf dem man ausgleitet

und

Rainfarn ist eine stets beliebte Pflanze

In den Elbtalauen

Sie ist giftig und aus ihrem Gespritz

Läßt sich ein Sud zur Abschreckung herstellen

Das Wasser der Elbe ist braun mit gräueligem Schaum

Mit meinem Darm stimmt etwas nicht

Okkultes Blut im Stuhl

 

Die Theorie verselbständigt sich

und immer grotesker werden ihre Behauptungen

Ich muß lachen ob ihrer frechen Lügen

Ein Bild mit einem Hund

Ein Bild mit einer Hand

Der Hund schaut deutlich aus dem Bild seitlich heraus

Die Hand lacht den Betrachter an

Drunter im Text wird einfach geschrieben: „Der Hund wendet seinen Blick zum Betrachter hin.

Eine Hand ist nicht zu sehen.

So machen sie es dauernd. Sie haben ihre „Meinung“ und tun so, als fänden sie dauernd Belege für ihre Super-Meinung. dabei wird gebogen und gebrochen

So machen sie es dauernd.

Sie haben ihre „Meinung“ und tun so, als fänden sie dauernd Belege für ihre Super-Meinung. dabei wird gebogen und gebrochen

 

Egal.

Ich habe versucht, den Fernseher zu betätigen, aber es gibt kein Antennenkabel.

Am Wasser unten steht eine steinerne Bank, gewidmet einem Ehepaar.

Die Gelstifte bestehen aus Abfall (99 %) und Gel

 

Judith Hopf hat eine independent DVD von einem thailändischen Filmemacher. Ich nehme was da ist.

Wie ich in der feuchten Hitze

Auf dem Bett liege

Erscheint meine Wampe seltsam erleuchtet

Vom schwarzweißen Fernsehlicht

Was ist das?!

Ich kann es nicht fassen

greife mit beiden Händen in den weichen Speck hinein

und kann mir nicht erklären

Woher er kommt

Noch woraus er besteht

Wieso hat Gott das zugelassen?

Irgendwas stimmt hier doch nicht

 

Gleich 22 Uhr

Regen hat eingesetzt

Mehrere Mofafahrer fahren mit typischem Getöse und Genöle

durch die stillen Auen

ääääm ääääm ääääm

äääääääääm äääääääm äm äm äm äm äm äm äm äm äm

ääääääääm äääääm äääääm

sie rufen „hey“, „ey“ und „warte!“

Eine ältere Frau steht am Fenster, schaut ins Dunkel, schüttelt den Kopf  

 

Nach dem Mittagsschlaf trete ich um 19 Uhr vor die Tür, da sitzt eine Frau vor dem Atelier Nr. 3 und erschrickt. Ich muß herzlich lachen und stelle mich gut gelaunt vor: Hallo! Nicht erschrecken schöne Frau! Ich heiße Manfred Tellenkamp und bin Modezeichner aus Erfurt!

Hoffentlich müssen die Mofafahrer bald ins Bett. Hält ja keine Sau aus.

Mit dem Fett habe ich folgenden Plan: ich werde es morgen früh einfach abscheiden.

Zusätzlich zum Fett bin ich auch noch voller Luft, was mich optisch natürlich noch dicker erscheinen läßt.

Mann, dDie Mofafahrer können einen machen mich echt fertig machen. –

Jetzt sind sie weg, so plötzlich wie sie gekommen sind.

War alles nur ein Traum?

Ich möchte so gerne richtiges Fernsehen und nicht independent-Filme von Migrantinnen, so gut sie auch sind.

Gleich 23 Uhr

Alle Fliegen erschlagen bis auf eine

 

Gereiztheit

 

Blähungen

 

Ich sitz hier so auf dem Präsentteller

Absolute Stille

 

Hart

[Ich geh jetzt hoch und lese Cassavetes, ich glaub, ich kenn keinen einzigen Film von Cassavetes.

Aber das Buch soll so gut sein, sagen sie.]

 

Schlecht geschlafen, feuchtes Bett, welches ein bißchen nach Pipi roch.

Wieviele Künstlergenerationen wohl hier schon eingesickt haben, überlegte ich.

Morgens um 9 im Dorf gewesen, da war ein kleiner Markt.

Metzgerei und Gemüse, viele Leute zwischen 50 und 80, paar wenige unter 20, ich scheine meine eigene Generation nicht zu erkennen. Fast in jedem Haus unten ein kleines Geschäft, Ziegelhäuschen sehr gepflegt, teilweise krankhaft überpflegt.

Die Leute grüßen nicht, Kleinstadt und nicht Dorf.

Auffällig viele Apotheken, fand keinen Zeitungsladen. Dann schließlich beim Bäcker BILD Hamburg und Lüneburger Landeszeitung geholt. Beides minderwertige Zeitungen.

Dem Bauern Malven abgekauft.Was machen meine Vorhaben? Die Materialberge schwellen an.

 

Eine Gegend wo noch gern „Owner of a lonely heart“ gehört wird.

So schallt es weit über den Deich.

R.E.O. Speedwagon?? Nein, die Gruppe YES ist es.

Hier gibt´s bestimmt Mittagsruhe.

Morgens um 9 kauft man sich alles ein. Dann Haushalt, dann kochen, dann essen, dann ruhen und um 15 Uhr geht alles wieder von vorne los, wieder einkaufen, kochen, essen. Ruhen.

 

Am Deich entlang stehen breite tiefe Häuser mit Reetdächern, sehr gepflegtemakellose Nutzgärten und brave Niedersachsen, die ihren Besitz grimmig verteidigen und körperlich eigentlich ganz gut rüberkommen dabei.

Hier braucht man kein Nazi sein, hier ist man einfach ein normaler gesunder Nazi und wählt CDU oder SPD, FDP oder Gruene.

Eine reine Freude da entlangzupreschen mit riesiger schwarzer Gewitterwolke dräuend über mir.

Ich mache mir Gedanken über die „Vermittlungsfrage“ – müßte man diesen Niedersachsen als „Künstler“ Rede und Antwort stehen, sollte man? Ist man ihnen was schuldig? Muß man vielleicht wenigstens versuchen, die Berufsehre zu verteidigen, bzw. ertst einmal zu erlangen? Oder kann man einfach die Vorhänge zuziehen und denken: mir doch egal.

Aggro Berlin.AGGRO BERLIN, isch fick disch kaputt

              Ich weiß es einfach nicht.

Gestern Abend bei Kerzenschein vom Kulturradio noch so gequält, das es seinesgleichen sucht. Saß da so friedlich frisch frisiert und wollte mich kulturell noch etwas bilden als  ein ca. 73stündiger, sämigst vorgetragener Huldigungsbeitrag zum „Genie“ Elias Canetti gesendet wurde, daß es einem dreifach einfach nur schlecht wurde.

Erstens durch Canetti selbst, der dem selbstzufriedenen Langeweilertum Ehre machte, dann durch den Mann, der den Beitrag so servil verfaßt hat, und drittens durch den Mann, der alles so sämig vorgetragen hat.

Was wollen diese Leute eigentlich – erreichen?

erreichen?

 

Sonntag, Temperatursturz

Waren gestern in einer Western-Bar, wo ich nach 3 Minuten Magenkrämpfe bekam, ehrlich. Ich hatte Angst, das endet böse.

Das Wort TIERARZTWITWE.

Oder auch ATTRAKTIVE TIERARZTWITWE

FAZ Heiratsmarkt.

 

{Bei beträchtlicher Realitätsferne, ist der „Outlaw“ natürlich auch keine Leistung mehr, sondern wahrscheinlich … einfach nur krank oder so}

 

, damit könnte ich leben wie ein Fürst.
Die Elbtalauennatür war so schön, daß ich ganz gerührt war und mich im Gegenwind abstrampelte zwischen echten Störchen, echten Hasen, reifem Korn, scharfen Wolken und dachte: diese Anstrengung ist das Leben. mit Freude dachte ich diesen Gedanken. Ich fühl mich dann frei, kräftig und viel besser, als wenn ich mit vielen anderen trinkend irgendwo rumsitze und schwätze und das Geschwätz der anderen höre. Wie zum Beispiel gestern so ein Abend bei b_books.
Vielleicht werd ich jetzt selbst auch schon wunderlich und bin am liebsten allein.

Weil die andere n so anstrengend sind,keine Erholung sind, sondern  einemn nur ablenken und ihr Zeug eintrichtern.

 wollen mit aller Macht. Und ich eben denke, je älter ich werde: ja. I am a sensitive artist. Du kennst ja das Lied, hab vergessen von wem. und Osmose heißt ja, Sie gehen dir durch die Poren in den Leib und vermehren sich dort ungestört; man hat ( leider oder nicht leider, das weiß ich nicht) keine Haut, an der vielleicht einfach das alles einfach abperlte was man nicht will.

Samstag z.B. im "Western Saloon Bleck City", in Bleckede gibt es nichts anderes.

Nach 3 Minuten Magenkrämpfe.  Ich dachte: paß auf, das geht nicht gut.

Der Abend war schon fortgeschritten und starr blickten die besoffenen bulligen Niedersachsen vor sich hin. Es war brutale Stimmung mit Live-Musik. 5 Westernschweine waren angeheuert und spielten technisch einwandfreie Evergreens. Betrunkene Frauen in Miniröcken führten Sextänze auf und stürzten durch den Saal.

Man wußte nicht, wo man hinschauen sollte, wollte sie natürlich auch nicht unnötig fixieren. Ich dachte wirklich: draußen fangen sie uns ab und machen uns tot.
Dies aber geschah dann nicht. –

 

 

Wuppi besucht, der war nicht gut dran die letzten 2 Wochen. Er hatte sich erhofft, das neue Leben in Berlin mache alles automatisch neu. Jetzt aber habe er die Krise.

 

Naja, die Dauerkrise                                

die fast alle haben, nur manchmal zwischendurch und auch nicht selten ist man „froh“, dann wieder nicht. Und daß man zum armen Künstlerleben auch nicht wirklich eine Alternative hätte, bzw. wär was anderes wahrscheinlich ja noch schlimmer.

 

Ein anderes armes Leben.

 

Es ist der schönste Beruf.

 

Die Tränen wärmen mich.

 

 

Wenn man die Götter verjagt, kommen die Gespenster, sagte mal einer,

vielleicht Pfarrer Niemöller, Bonhoeffer oder Drewermann.

Die Gespenster aber werden ausgelacht und damit ausgelöscht.

So bleibt einem nichts mehr. nur die „Realität

Nichts anderes habe ich euch gesagt, bzw. versprochen, bzw. gehalten

 

             

 

                                                             die Realität aber ist schön und gibt alles her