PROZAC!                            (1994)

it´s a good life (The Fall)

 

Eine populistische Gaunerei

ein versuch

 

 

Es geht erneut um den Versuch etwas auszusprechen, das etwas trifft und zwar so, daß der Unterschied zwischen Gesagtem und Gemeintem so gering als nur möglich ist.

Es nützt einem allem nichts, wenn man es nicht angemessen darstellen kann und beim Thema Angemessenheit gibt es aus sich heraus mehrere Probleme. Auf Wiedersehen.

Da gab es einmal eine Frau, die sprach so vor sich hin und dann entfuhr ihr Au! da war ich aber nicht schlecht! im Hinterdrein, weil sich das Gefühl etwas wirklich ge­troffen zu ha­ben, spontan und mit dem Gefühl von großer Verläßlichkeit einstellt. Nicht in dem Sinne etwas sei so oder so, sich eigentlich nicht über die Welt er­geht, sondern nur eine si­tuative Angemessen­heit einem Gegenstand gegenüber abbildet, man sich also plötzlich der unwahrscheinlichen Deckungsgleichheit von Gesag­tem und Gemeintem ausgesetzt sieht und also höchste Befriedigung emp­finden muß.

Treffend ist demnach immer zu­treffend, hat aber mit richtig und falsch nichts ge­mein. Zutreffend (d.h. "richtig") allein für sich genommen gibt es nur ge­messen an etwas, was gleichzeitig benannt wird, nur da kann verbindlich ge­sprochen werden. Sonst so kommt immer schnell die wirkliche Gefahr, daß die Zustände häßlich wer­den und umkip­pen zuungunsten der "Bewußtsein"sfähigkeit, zugunsten von Menschen, Mei­nung, Urteil, sogenannten Argumenten, die Bälle zuwerfen, weil man nicht einsam sein will, und da ist nun bekannter­maßen alles aus.

Ob man will oder nicht, Menschen, die in dieser Ver­fassung sind, das Treffende dem Zutreffenden immer vor­zie­hen, und Mißtrauen gegenüber der Möglichkeit von Zutreffendem im Allgemeinen hegen und echt keine Lust haben, immer die richtige Frage: richtig in welchem Zusammenhang, falsch in welchem Zusammen­hang, zu stellen - (Journalismus, doch was kann ich dafür?) -

Der gemeine Menschenverstand ist ein verlogener, widerwärti­ger Lüder­jan, das weiß nun jedes Kind, aber auch ein lieber Liederjan mit allerhand Überraschungshits, und wie ist es doch erstaunlich, mit wel­chem Gequatsche er sich überall herum­treibt, herumschmiert und ringsum seine Köttel fallen­läßt, an denen man gütig riecht. Diese einfache Feststel­lung müßte langsam jeden langweilen und ih­re fortwäh­rende De­batte viel­leicht sogar verär­gern, aber dann auch wieder wirklich nicht.

Gehen wir zurück zur Vorlesung und zur Ewigkeit der Arten, bzw. der Nicht-Ewig­keit der Arten.

"Also muß man sich einen Wunsch erfinden", las ich bei Strau und es gefiel mir so gut, ob­wohl ich nicht weiß, was es ist, was der da meint und das doch auch wichtig ist!, aber nicht so wichtig wie die erzeugte hohe Stimmung, die sich daraus davontra­gen läßt, da soll man sich doch nichts vorma­chen: Wie wertvoll dies eine tatsächlich ist, und das andere tatsächlich nicht so sehr.

Fragwürdigkeiten sollen übrig bleiben und eben nicht der Satz: Fragwürdig­keiten sol­len übrig bleiben. Das zu sagen ist zum Davonlaufen. Das wollen wir eigentlich nicht ha­ben, aber sonst gibt es doch nirgendwo mehr etwas.

 

Die Welt ist ein nichtiges Kraftungeheuer, hörte man von ei­nem Roß herun­ter­tönen und es vertrug sich in meinen Augen ganz gut mit dem, was ich be­reits gestern ersann, nämlich: Das Universum ist ein gutmü­tiger Macker.

Der Vorteil jeder Begriffsbildung ist Operationalität, der furchtbare, ja grauenhafte Nachteil ist, daß der psychische Stoff, der einen dazu antrieb, Begriffe bilden zu wollen, in die­sen nicht auf-, sondern fast zu 100% untergegan­gen ist!